Neuer VW Polo Fahrbericht 2018

Der neue Volkswagen Polo kommt nun in seiner sechsten Generation auf den Markt. Dabei gibt es Features, die man bisher nur aus der Kompaktklasse kannte. Dazu mehr Individualisierung und umweltfreundlichere Antriebe. Wir haben uns den neuen Kleinwagen aus dem Hause VW im Fahrbericht genauer angesehen. Von Michel Weigel

Der Volkswagen Polo VI ersetzt die bisherige fünfte Generation des Kompaktwagens. Mit 72.000 verkauften Einheiten im letzten Jahr ist der Polo einsame Spitze in seinem Segment. Da kann auch sein Konzernkollege, der Seat Ibiza, mit 21.500 verkauften Fahrzeugen nicht mithalten. Am ehesten kommen noch der Opel Corsa (55.100), Skoda Fabia (49.900) oder ein Ford Fiesta (43.800) heran. Kürzlich präsentierten wir bereits die neue Generation des Ford Fiesta. Generell wurde der Polo bis heute mehr als 14 Millionen Mal verkauft und gehört damit zu den erfolgreichsten Baureihen.

Preislich beginnt der Polo in der Trendline (Einstiegsversion) bei rund 13.000 Euro. Dazu gibt es den Comfort ab 15.150 Euro und die Highline ab 18.000 Euro. Außerdem gibt es eine „beats“-Sonderedition für 17.000 Euro. Die Preise der Konkurrenz sind dabei wie folgt:

Opel Corsa: 12.000 Euro
Skoda Fabia: 12.150 Euro
Ford Fiesta: 13.000 Euro
Seat Ibiza: 12.500 Euro

Der neue Polo steht, wie der Seat Ibiza, auf der MQB A0 Plattform. Ferner ist der City-Notbremsassistent serienmäßig mit an Bord.





Exterieur

Was beim neuen Polo direkt ins Auge sticht, ist die neue Länge. Mit 4,05 Metern ist er nicht nur 8 Zentimeter länger als der Vorgänger, sondern auch der längste Polo aller Zeiten. Trotzdem bleibt er damit noch im Kleinwagensegment. Der Polo ist nicht nur länger, sondern auch deutlich breiter geworden, um ganze sieben Zentimeter. Die neue Breite beträgt nun 1,75 Meter. Die neue Generation bringt auch Elemente mit, die man bisher nur aus der Kompaktklasse kennt, darunter die optionalen LED-Scheinwerfer. Im Gegensatz zum Konkurrenten Seat Ibiza sind die Frontleuchten nicht schnittig und kantig gehalten, sondern eher geschwungen. Schön in der optionalen R-Line ist, dass eine horizontale Chromlinie die leichte Schwingung aus den Leuchten mit in den Kühlergrill übernimmt.

Wie beinahe jedes Fahrzeug in diesem Segment möchte auch der Polo mit Individualisierung bei den Kunden landen. Dazu gibt es 14 Außenfarben. Serienmäßig gibt es 14 Zoll Felgen, in der R-Line sind es 16 Zoll. Außerdem erhält man in dieser Konfiguration auch einen Spoiler. Maximal gibt es 17-Zoll-Felgen.

Interieur

Das neue Infotainmentsystem ist das Zentrum des neuen Polo. Dieses ist einwandfrei in das Cockpit integriert. Jenes gibt es in 6,5 oder 8 Zoll. Die Bedienung ist sehr intuitiv und das System arbeitet schneller als zuvor. Ferner gibt es neue Instrumente bzw. optional nun ein Active Info Display, welches wir aus Golf, Tiguan, Passat und Arteon kennen. Dieser gesamte Bereich wird farblich schön umrandet. Für das Armaturenbrett stehen 17 verschiedene Farben zur Verfügung.

Die Stoffsitze sehen nicht nur gut aus, sondern hinterlassen auch auf längeren Fahrten einen ausgezeichneten Eindruck. Die Verarbeitungsqualität ist Volkswagen typisch sehr gut.

Die zusätzlichen 8 Zentimeter in der Länge ermöglichen mehr Beinfreiheit für die Fahrgäste auf der Rückbank, aber auch konnte dadurch das Kofferraumvolumen auf 351 Liter gesteigert werden. Die Verbreiterung der Karosserie ermöglicht auch mehr Freiheiten im Fahrzeug.

Ein kurzer Überblick über die Ausstattungsumfänge (alle Versionen bereits mit vier Türen):

Trendline
– LED-Tagfahrlicht
– „Front Assist‘‘ mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung an Bord
– 14-Zoll-Räder
– Stoffsitze

Comfortline (zusätzlich)
– 15-Zoll-Räder
– Infotainmentsystem Composition Colour 6,5″
– Klimaanlage
– Mittelarmlehne
– Sitze mit Velours-Einlagen

Highline (zusätzlich)
– 15-Zoll-Leichtmetallräder
– Einparkhilfe PDC
– LED-Ambientebeleuchtung
– Schalt- und Handbremshebel mit Tierhaut
– Multifunktionslenkrad

Beats Edition
– 300-Watt-Soundsystem
– 16-Zoll-Leichtmetallräder
– Sportsitze

GTI
– 2,0 l TSI mit 200 PS
– Adaptives Sportfahrwerk
– GTI-Spoiler
– 17-Zoll-Leichtmetallfelgen (optional/maximal 18 Zoll)
– Sportsitze mit GTI-Karomuster
– Sportlenkrad mit Tierhaut
– LED-Ambientebeleuchtung

Sehr positiv ist, dass der Front Assist inkl. der City-Notbremsfunktion serienmäßig mit an Bord ist. Optional gibt es dann noch einen Toten-Winkel-Warner, einen adaptiven Tempomaten, einen Parkassistenten und eine Rückfahrkamera.

Motoren

Benziner
1.0 MPI mit 65 oder 75 PS (Sauger)
1.0 TSI mit 95 oder 115 PS
1.5 TSI Evo mit 150 PS
2.0 TSI mit 200 PS (GTI)

Erdgas
1.0 TGI mit 90 PS

Diesel
1.6 TDI mit 80 oder 95 PS

Alle Motoren ab 95 PS können optional mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG ausgestattet werden. Ferner ist dies auch die magische Grenze dafür, ob man hinten Trommelbremsen oder Scheibenbremsen erhält.

Fahrverhalten

Der neue Polo lässt sich sportlicher und agiler fahren als der Vorgänger, dafür sorgt die neue MQB A0 Plattform mit verbesserter Verwindungssteifigkeit. Der Größenzuwachs an der Karosserie hat dem Fahrzeug sehr gut getan, denn der Polo ist nicht nur im Innenraum komfortabler, sondern vermittelt auch mehr Grip auf der Straße. Das merkt man auch, wenn man nicht den GTI fährt. Das einzig allein störende Element dabei ist das ein wenig zu große Lenkrad. Wir würden uns ein etwas kompakteres wünschen. Übrigens bleibt die Lenkradgröße auch in der GTI-Version gleich.

Bodenwellen oder kleine Schlaglöcher gleicht der Polo sehr gut aus, wodurch eine angenehme Fahrt möglich ist. Bei Geschwindigkeiten rund um die 130 km/h wird es jedoch ein wenig lauter im Innenraum des Polos, doch dies ist zu erwarten im Kleinwagensegment. Generell hat man jedoch den Eindruck, dass der Polo ein wenig leiser ist als z.B. der Ibiza. Wenn man schon von höheren Geschwindigkeiten spricht, so muss auch erwähnt werden, dass die neue Generation recht flott beschleunigt, selbst mit dem getesteten 1.0 TSI mit 95 PS.

Im Alltag wird sich der Polo gut beweisen, denn trotz der neuen Größe ist er weiterhin sehr einfach zu manövrieren. Auch der Wendekreis bleibt klein und praktisch. Als Option für den Polo gibt es, wie bereits erwähnt, einen Toten-Winkel-Warner. Dieser ist eine sehr sinnvolle Option, dennoch ist die Übersicht auch ohne sehr überzeugend.

Abmessungen

Länge: 4,05 m
Breite: 1,75 m
Höhe: 1,44 m

Fazit: Der neue Polo ist schick und modern, außen wie innen. Wer nicht auf den eher kantigeren und optisch sportlicheren Seat Ibiza steht, findet mit dem Polo eine etwas elegantere Linie. Ferner gibt es sowohl außen wie auch im Innenraum genug Optionen zum Individualisieren. Die Fahrt ist dabei mehr als zufriedenstellend: Durch die neue Plattform ist der Polo nicht nur geräumiger, insbesondere im Fond, sondern auch agiler unterwegs. Der Polo markiert wieder die Messlatte im Segment und mag durch die neue Größe sogar Kunden aus der Kompaktklasse anziehen.

Text & Fotos: Autogefühl, Michel Weigel


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