Suzuki Ignis Testbericht

Ein paar Jahre lang hatte das Modell Suzuki Ignis Pause, jetzt kommt die dritte Generation und belebt den Namen neu. Der Suzuki Ignis, ab 12.500 Euro, möchte in keine Schublade passen, denn er ist der Crossover oder SUV unter den Mini-Autos, Micro-SUV, wie es Suzuki nennt – hier bei uns im Testbericht. Von Thomas Majchrzak





Exterieur

Kurz, schmal, hoch, kantig. So kann man den Suzuki Ignis zusammenfassen. Optimal für den Verkehr in den japanischen Großstädten, aber was halten die Europäer von ihm? Während Suzuki häufig für eine runde, sehr weiche Formensprache steht, darf der Ignis deutlich mehr Kante und Modernität zeigen – das dürfte auch hierzulande Anklang finden. Auffällig sind die LED-Tagfahrlichter mit nur leicht abgerundeten Ecken. Seitlich dominiert form follows function, so dass möglichst wenig Platz im Innenraum verloren geht. Suzuki sieht den Ignis gerne auf frechen schwarzen 16-Zoll-Felgen (Ausstattungslinien Comfort und Comfort+), was dem Ignis tatsächlich etwas mehr Pfiffigkeit verleiht. Das abgeschrägte Heck verlässt dann den reinen Praxiswert und will für einen Hingucker sorgen. Dazu passen dann auch die drei charakteristischen Einprägungen im Blech im angesprochenen seitlichen Heckbereich. Lediglich in der Rückansicht finden wir runde Heckleuchten, die eher an andere Suzuki-Modelle erinnern. Ansonsten steht der Ignis eher für sich. Unter den 7 knalligen Farben kann man sich bei 4 der Farben ein kontrastierendes schwarzes Dach bestellen.

Interieur

Kennzeichnen für den Suzuki Ignis ist es, möglichst viel Platz aus möglichst geringen Abmessungen herauszuholen. Der Einstieg in die aufrechte Sitzposition ist einfach, zudem ergibt sich eine hervorragende Übersicht zu allen Seiten. Standard sind Stoffsitze, die geschickt z.B. wie hier gezeigt die orange Kontrastfarbe dezent widerspiegeln.

Der Innenraum des Viersitzers ist in der Form einerseits zweckmäßig und zeigt horizontale Linien, auch hier durften die Suzuki-Designer einmal “eckig” gestalten. In den Farben traut sich der Suzuki Ignis mehr, bietet zum Beispiel eine Kombination aus Schwarz, Beige und Orange. Die Griffe der Türen von innen tragen hier z.B. ebenfalls Kontrastfarbe. Insgesamt eine Mischung aus Zweckmäßigkeit und netten Akzenten. Das Infotainment-System ist einfach und übersichtlich gestaltet: Navi, Radio/Media, Telefon-Verbindung Bluetooth und Telefon-Verbindung per Smartphone-Spiegelung (CarPlay & Co.). Einfach und gut.

Die Rücksitze kann man um 16,5 cm verschieben und im Verhältnis 50:50 umklappen – so bleibt man sehr flexibel, genial. Das Verschieben kann man entweder im Sitzen vom Fond aus machen oder auch vom Kofferraum aus – ebenfalls praktisch. Wer den Motor mit Allrad wählt, verliert etwas an Gepäckraumvolumen. Damit kann man aber leben. Erstaunlich ist, dass tatsächlich vier große Erwachsene ohne Probleme Platz im Suzuki Ignis finden.

Beim Euro NCAP Crashtest erhielt der Ignis übrigens nur drei von fünf Sternen ohne Sicherheitspaket, mit dem Sicherheitspaket kam er allerdings auf die fünf Sterne. Es ist also zu empfehlen, in die Sicherheit zu investieren. Dazu gehört auch die Dual-Camera gestützte aktive Bremsunterstützung (DCBS), das notfalls selbstständig eine Notbremsung einleitet (Serienmäßig für die Ausstattungslinie Comfort+. Optional gegen Aufpreis für die Ausstattungslinien Basic, Club und Comfort).

Die Ausstattungslinien teilen sich auf in:

Basic

Club (zusätzlich)
– Klimaanlage mit Pollenfilter
– Dekorelement Titan oder Orange im Innenraum
– CD-Radio MP3-fähig mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung
– 4 Lautsprecher

Comfort (zusätzlich)
– Audio-System (inkl. DAB) m. Smartphone Anbindung inkl. Bluetooth-Freisprecheinrichtung
– Außenspiegel beheizbar
– 16″-Alufelgen (anstatt 15″ Stahl)

Comfort+ (zusätzlich)
– Fensterheber vorn und hinten elektrisch
– Tempomat
– Tierhaut-Bezug auf dem Lenkrad
– Audio-System (inkl. DAB) m. Smartphone-Anbindung inkl. Navi, Bluetooth-Freisprecheinrichtung
– 6 Lautsprecher
– Keyless Start (schlüsselloses Einsteigen und Starten mit Starterknopf)
– LED-Scheinwerfer mit automatischer Leuchtweitenregulierung
– LED-Tagfahrlicht
– Kühlergrill mit Chrom-Applikationen

Die Preise bewegen sich so nach Ausstattung zwischen 12.500 und 18.000 Euro.

Motoren

Grundsätzlich kommt nur ein Motor zum Einsatz:

1.2 DUALJET Sauger-Benziner mit 90 PS

Erstaunlich mag da anmuten, wieso es diesen Motor in oder mit vier Varianten gibt. Das sind die:

– Frontantrieb + 5-Gang-Schaltgetriebe
– Allradantrieb + 5-Gang-Schaltgetriebe
– Frontantrieb + automatisiertes Schaltgetriebe
– Frontantrieb + Allradantrieb + SHVS (Smart Hybrid Vehicle by Suzuki), Mild-Hybrid-System, bei dem Bremsenergie zum Unterstützen des Anfahrens benutzt wird

Auf 100 km/h kommt der Suzuki Ignis in knapp 12 Sekunden.

Auf dem Papier verbraucht der Motor jeweils unter 5 l / 100 km.

Fahrverhalten

Erstaunlich ist vor allem, dass der Suzuki Ignis nur knapp 900 kg wiegt. Das verleiht ihm beim Fahren natürlich auch eine Leichtigkeit. Der Wendekreis liegt bei 9,4 Metern, optimal für die Stadt. Die Lenkung ist dabei durchaus gefühlvoll und reagiert auf jeden kleinen Befehl, allerdings muss man schon viel kurbeln. Das ist ggf. der Allrad-Ausrichtung von Suzuki geschuldet, denn Offroad kann man ein allzu reaktives Lenkrad nicht gebrauchen. Nimmt man die Allrad-Version, verteilt eine Visko-Kupplung bei Schlupf auch Drehmoment von der Vorderachse an die Hinterachse.

Das Fahrwerk und allgemein das Fahrverhalten ist durchaus die Schwäche der Bauweise. Bei schlechter Straße kann es etwas holprig werden. Das Schaltgetriebe könnte zudem etwas geschmeidiger zu schalten sein. Oberhalb von 100 km/h auf der Autobahn wird es doch etwas laut im Innenraum, da muss man auch Abstriche machen. Der Ignis ist eben kein High-Speed-Auto. Soweit zu den beiden negativen Punkten. Lange Strecken sind dagegen dank der aufrechten Sitzposition kein Problem. Der Motor überzeugt ebenfalls, obwohl er nur 90 PS hat und keinen Turbo, reicht er dank des extrem geringen Gewichts wirklich vollkommen aus. Und wenn man intelligent fährt, kann man tatsächlich auch nur etwas über 4 l / 100 km verbrauchen – so ein Auto hatten wir noch nie im Test.

Abmessungen

Länge: 3,70 m
Breite: 1,66 m
Höhe: 1,59 m
Radstand: 2,43 m
Leergewicht: 885 – 945 kg

Fazit: Der Suzuki Ignis ist ein wirklich mutiges Auto. So wenig wiegt heutzutage kaum ein Auto, so kurz ist kaum ein Auto, und so viel Platz bietet kein Auto auf dieser Länge. Das Styling bleibt dabei interessant, denn der Suzuki Ignis vermittelt durchaus etwas Offroad-SUV-Charme. Das Interieur ist zweckmäßig und im Infotainment modern. Ein Spaßauto zum Fahren ist der Ignis natürlich nicht, das kann man vermutlich auch nicht erwarten. Trotzdem bleibt das Konzept genial und vielseitig. Und angesichts des geringen Verbrauchs und der geringen Verkehrsfläche, die dieses Auto einnimmt, kann man nur den Hut ziehen!

Autogefühl: ****

Text & Fotos: Autogefühl, Thomas Majchrzak


2 Responses to Suzuki Ignis Testbericht

  1. […] AutogefühlSuzuki Ignis TestberichtEin paar Jahre lang hatte das Modell Suzuki Ignis Pause, jetzt kommt die dritte Generation und belebt den Namen… […]

  2. Hermann says:

    Super Test!

    Wenn es den als 2-türer gibt, man die Rücksiztbank raus nimmt, hat man einen 860 kilo Wagen. Den Motor mit Turbolader, 130 ps..
    UND.. der ALLRAD mit dem manuellen Getriebe…was fällt uns da ein?
    30-70…heheh

    kleiner knakiger Quaddro, der Spass macht. Das geistert schon länger in meinenm Kopf. Schotterwege, Nébenstrasse, bissi Cole de Turini..hm?
    Wir sind im Gewicht beim Lotus Elise 2013er.. klar. da geht was.
    Fahrwerk ein bissi herrichten, fertig ist die wendige Knallbüchse.

    LG Hermann

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