Volkswagen T-Roc Fahrbericht

Den VW Tiguan gibt es mit normalem Radstand und als Tiguan Allspace mit langem Radstand, als kleines SUV kommt bald ein T-Cross auf Polo-Basis. In die Lücke dazwischen schickt Volkswagen den neuen VW T-Roc, und zwar als Crossover-Coupé – nun bei uns im Fahrbericht. Von Thomas Majchrzak

Während ein VW Tiguan bei 26.500 Euro beginnt und ein VW Golf bei gut 18.000 Euro, siedelt sich der VW T-Roc im Bereich ab 20.400 Euro an. Eine attraktive Marktposition, für alle, die ein VW SUV haben möchten, aber den Tiguan von der Größe her nicht unbedingt brauchen. Ebenfalls interessant: der verwandte Audi Q2 liegt bei 23.500 Euro und ist damit deutlich teurer, ebenso der Skoda Karoq mit gut 24.000 Euro. Der Seat Ateca liegt mit 20.000 Euro gleich. Für Europa wird der neue T-Roc im Werk in Portugal gefertigt, dazu kommt ein weiterer Standort in China für den dortigen Markt.




Exterieur

Mittlerweile gibt es einige SUV-Coupés auf dem Markt, aber in der Regel nur im teuren Premium-Segment oder bei den Full-Size-SUVs. Volkswagen möchte ein noch bezahlbares SUV-Coupé anbieten und positioniert den neuen VW T-Roc sozusagen als kleineren Coupé-Bruder vom Tiguan. Der Coupé-Charakter ist nicht extrem ausgestaltet, sondern eher angedeutet. Der VW T-Roc fokussiert trotzdem auf Design und Style. Die Front ist breit und markant gestaltet. Durch die fließenden Linien sieht der T-Roc aus wie aus einem Guss gezeichnet. Los geht es mit Halogen, optional stehen LED-Scheinwerfer zur Verfügung. Verbunden damit kommen dann auch die größeren Tagfahrlichter, die dann nicht nur einen horizontalen Streifen, sondern ein eigenes Design-Merkmal bilden.

An Design-Linien stehen als Upgrade zur Basis-Variante Style und Sport zur Verfügung, Style kommt immer, Sport optional mit einem Bi-Color-Design. Die möglichen Kontrastdachfarben sind Weiß, Schwarz, Braun und Rot. An grundsätzlichen Fahrzeugfarben stehen elf Möglichkeiten zur Wahl, gemischt mit vier Dachfarben ergeben sich also 44 Möglichkeiten. Im Sport-trim bekommt man übrigens die Bremssättel in Rot. Bei den Felgen geht es mit 16 Zoll los (Stahl), optional dann 16 Zoll Alu und hoch bis 19 Zoll Alufelgen. 17 Zoll sind Standard für Style und Sport.

Gegenüber einem Golf steht der VW T-Roc nur gut 2 cm höher. Seat Ateca und Skoda Karoq machen da schon einen stärkeren SUV-Eindruck, der T-Roc bleibt eher ein Crossover. Mit der Länge von 4,23 m ist der T-Roc 25 cm kürzer als ein VW Tiguan und nur etwas kürzer (3 cm) als ein Golf.

Die modernen Rückleuchten kommen immer mit LED-Technik. Ein Auspuff ist gar nicht mehr zu sehen, an dieser Stelle sieht man nur visuelle Attrappen. Der Grund dafür ist, dass man so mit jedem Motor ein einheitliches Heckdesign erstellt.

Interieur

Der VW T-Roc erhält die aktuellsten Infotainment-Systeme aus dem Baukasten sowie die neuste Version des Active Info Displays (digitale Instrumente). Kleines Manko: Wie beim neuen Polo lässt sich die Kartendarstellung derzeit nur auf einem Bildschirm anzeigen, also entweder in den Instrumenten oder im Navi-Screen. Parallel wie bei Tiguan und Passat, das geht noch nicht – man arbeite aber daran, heißt es bei Volkswagen.

Verarbeitung und Klarheit im Design überzeugen grundsätzlich, interessant sind insbesondere die vielen attraktiven Sitzoptionen. Die Sitzposition ist angenehm und aufrecht. Los geht es mit Stoffsitzen im Basis-Trim, bei Style erhält man die Komfort-Sitze mit ausgeprägteren Sitzwangen und Stoff mit Kontrast-Farben, bei Sport sind die Sitze noch sportlicher ausgeformt mit mehr Schulterunterstützung, zudem kommen die Außenwangen in Kunstleder. Vier Erwachsene mit 1,90 m oder größer haben auf allen Plätzen alle Freiheit. Gerade der Kopfraum ist üppig, selbst noch mit optionalem Panoramadach. Der Laderaum ist trotz der Coupé-artigen Form noch recht praktisch und fasst im Normalzustand 445 Liter. Umklappen lassen sich die Rücksitze wie beim Golf nur vom Fond aus oder wenn man über die Laderaum-Abdeckung herübergreift. Die Beinfreiheit im Fond ist wie im Golf, vier große Erwachsene passen genau hinein.

Großen Wert hat Volkswagen beim neuen T-Roc auf die Individualisierung im Interieur gelegt. So sind die Innenraum-Dekore frei wählbar. Der Basis T-Roc kommt mit schwarzem Dekor, bei Style kann man die Farben Gelb, Orange, Blau und Braun wählen, bei Sport erhält man graue Paneele.

Luft nach oben gibt es an den Innenseiten der Türen und am Armaturenbrett: Hier hat man aus Kostengründen auf Hartplastik gesetzt, Soft Touch wäre hier nett. Allerdings ist der T-Roc auch kein hochpreisiges SUV, da mussten die Produkt-Manager also eine Entscheidung treffen.

Motoren

Benziner

1.0 TSI
115 PS

1.5 TSI
150 PS

2.0 TSI
190 PS

Diesel

2.0 TDI
115 PS

2.0 TDI
150 PS

2.0 TDI
190 PS

Die Top-Motorisierungen kommen immer mit 7-Gang DSG und Allrad, die mittleren Varianten kann man optional upgraden, die Einstiegsvarianten kommen mit Handschaltung und Frontantrieb.

Fahrverhalten

Der VW T-Roc gibt sich in allen Situation übersichtlich, komfortabel und gut zu kontrollieren. Das Lenkverhalten ist direkt und leichtgängig, aber nicht so leichtgängig, als dass es sich zu unnatürlich anfühlen würde. In der Tat ist der T-Roc mit den Plattform-Brüdern Seat Ateca und Skoda Karoq zu vergleichen, wobei der T-Roc von diesen dreien als kleinster Vertreter auch am agilsten fährt. Das Fahrwerk legt sich auch bei schnelleren Kurven nicht allzu stark zur Seite. Das komfortable Fahrwerk kann man optional auch zum adaptiven Fahrwerk (DCC) upgraden. Für die Langstrecken-Tauglichkeit sorgt auch die aufrechte Sitzposition, das ist ein klarer Vorteil gegenüber einem normalen Golf. Außerdem ist der neue T-Roc im Innenraum sehr leise, auch während der Fahrt, die Geräusche wurden also gut weg-gedämmt. Erfreulich: Front Assist mit City-Notbremsfunktion und Lane Assist sind serienmäßig. Optional steht ein Stauassistent für die Adaptive Cruise Control (ACC) zur Verfügung, ebenso der Tote-Winkel-Warner. Wir fahren den 2.0 TDI mit 150 PS, der gerade im unteren Drehzahlbereich ordentlich zieht. Unser Testverbrauch lag bei ca. 6 l / 100 km. Beim Allrad-Antrieb wird bei Bedarf auch Kraft auf die hinteren Räder geleitet, wenn das Fahrzeug dies als erforderlich betrachtet. Für den T-Roc reicht der Frontantrieb aber in der Regel. Fürs Offroad-Fahren gibt es auch einen Offroad-Modus, zumindest wenn man einen Allrad-T-Roc fährt. Dann wird die Kraftverteilung angepasst, also z.B. mehr Power an die Hinterräder geliefert. Mühelos kommt der T-Roc in unserem Test einen steilen sandigen Hügel hinauf – und auch wieder hinunter, mit einer Bergabfahrhilfe, so dass man die Bremse gar nicht selber bedienen muss.

Abmessungen

Länge: 4,23 m
Radstand: 2,59 m

Fazit: Der VW T-Roc präsentiert sich als stylischer Crossover mit praktischen Qualitäten. Wer den Platz eines Tiguan nicht für die Familie benötigt, kann hier seinen Design-SUV finden. Der Innenraum ist wie von VW gewohnt qualitativ hochwertig und glänzt hier mit vielen Individualisierungsmöglichkeiten. Auffällig sind die attraktiven Stoffsitze in drei verschiedenen Formen und passenden Kontrastnuancen. Im Gegensatz zu Seat Ateca und Skoda Karoq bleibt der VW T-Roc mehr Crossover als SUV. Vom Innenraum-Gefühl bewegt er sich zwischen dem neuen Polo und dem aktuellen Golf. Im Fahrverhalten zeigt sich der T-Roc sehr agil und übersichtlich.

Autogefühl: ****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos & Video: Autogefühl, Aditya Jayaram & Jonas Bomba


One Response to Volkswagen T-Roc Fahrbericht

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