VW Tiguan Allspace 7-Sitzer Fahrbericht

Während der VW Tiguan in den USA bzw. Nord- und Südamerika ausschließlich mit langem Radstand erhältlich sein wird, kommt er mit dem Beinamen Allspace nach Europa als optionale Variante. Neben dem längeren Radstand hat der Volkswagen Tiguan Allspace wahlweise 7 Sitze – und ist nun bei uns im Fahrbericht. Von Thomas Majchrzak

Der Basispreis in Deutschland liegt bei gut 30.000 Euro. Das sind etwa 2.000 Euro mehr für den langen Radstand. Grundsätzlich kommt der Allspace mit einer erweiterten Serienausstattung und nicht mit dem kleinsten Basismotor, einen echten Basis-Tiguan bekommt man also nur mit dem klassischen 5-Sitzer mit kurzem Radstand. Zum Vergleich: Ein gleich langer Skoda Kodiaq mit etwas weniger PS startet bei 25.500 Euro, der Tiguan Allspace ist also im Listenpreis höher positioniert.





Exterieur

Plus 22 cm gegenüber dem Standard-Tiguan (4,48 m) ergeben 4,70 m Gesamtlänge für den Tiguan Allspace. 11 cm Radstand kommen hinzu. Seitlich steigt der Chromrahmen am hintersten Fenster wieder leicht an, das zeigt also eine geringfügig andere Silhouette als beim Tiguan SWB (short wheelbase).

Ansonsten werden im VW Tiguan weiterhin die horizontal verlaufenden Lamellen im Kühlergrill betont. Übrigens besteht hier ein Design-Unterschied zur Version mit kurzem Radstand: Dort sieht man die drei Chromspangen erst, wenn man die höchste Scheinwerfer-Ausbaustufe wählt, in der Basisversion „fehlt“ die mittlere Chromlamelle. Beim Tiguan Allspace ist das Drei-Spangen-Design Standard. Die Motorhaube ist ferner etwas kräftiger designed, das sieht man, wenn man vor dem Fahrzeug steht und von oben darauf schaut. Die Haube hat vorne eine stärkere Kante. Der längere Radstand schadet dem Tiguan nicht, er sieht weiterhin scharf gezeichnet, elegant und edel aus. Optisch hat er damit ggf. einen Vorteil gegenüber dem Skoda Kodiaq, wobei das natürlich auch im Auge des Betrachters liegt. Die Seitenfenstergrafik ist ebenfalls etwas anders als beim Tiguan mit kurzem Radstand, der Chromrahmen steigt zum Ende hin leicht an.

Interieur

Vorne ist alles wie beim normalen Tiguan. Das Wichtigste: Der längere Radstand führt zu 6 cm mehr Beinfreiheit im Fond. Damit hat man mit jeder Größe massig Beinfreiheit. Ferner stehen dann optional 7 Sitze zur Verfügung. Die letzte Sitzreihe ist allerdings nur für kleinere Menschen geeignet, zudem fehlen wie im Skoda Kodiaq Befestigungen für Kindersitze in der dritten Reihe (im Atlas hat man z.B. daran gedacht). Das Kofferraumvolumen vergrößert sich in der XL-Variante um 115 Liter (nun 730 bis 1.770 Liter).

Grundsätzlich ist das Interieur durch eine hochwertige Verarbeitung und eine gute Übersichtlichkeit geprägt. Horizontale Linien spiegeln das Exterieur-Design, die aufrechte Sitzposition vermittelt eine Kommando-Position, Komfort auch für große Menschen und eine gute Langstreckentauglichkeit. Der Tiguan Allspace wird in Mexiko gebaut, sieht man das? Kaum, viele Gleichteile werden verwendet, nur an einzelnen Details sieht man ggf. andere Zulieferer oder Mechanismen. So fällt z.B. die aufklappbare Mittel-Armlehne einfach so herunter, wenn man sie wieder schließen möchte, das ist im deutschen Tiguan nicht so. Insgesamt wird sich die Entscheidung allerdings eher zwischen “Möchte ich 5 oder 7 Sitze” abspielen.

Wie bereits kürzlich beim Golf Facelift beobachtet, erhält der Tiguan mit Modelljahreswechsel, nun erstmals gezeigt im Tiguan Allspace, auch das größere neue Infotainmentsystem. Dieses stellt die optional höchste Ausbaustufe dar und kommt ohne klassische Knöpfe, sondern mit kapazitiven Seiten-Hotkeys sowie einer Wisch-Gestenfunktion. Optional sind mit dem Active Info Display auch digitale Instrumente verfügbar.

Motoren

Benziner
1.4 TSI mit 150 PS
2.0 TSI mit 180 PS (USA: 186 PS)
2.0 TSI mit 220 PS

Diesel
2.0 TDI mit
150 PS
190 PS
240 PS

Die 150 PS Modelle bekommen Allrad nur optional, alle anderen haben diesen serienmäßig.

Fahrverhalten

Lenkung und Fahrwerk vermittelt beidermaßen ein komfortables wie sportliches Fahrgefühl. Trotz des längeren Radstands lässt sich der VW Tiguan Allspace mit Freude bewegen. Bei der progressiven Lenkung muss man nämlich nicht allzu viel am Lenkrad drehen, das ist sowohl beim Einparken als auch beim sportlichen Fahren hilfreich. Wer es gerne noch etwas komfortabler und auf Knopfdruck wiederum noch sportlicher mag, kann die Dynamic Chassis Control (DCC) hinzufügen. Hier kann man dann z.B. im Comfort oder Sport Modus fahren. Die Geräuschisolierung ist auf einem guten Niveau, so dass auch dies zum Wohlgefühl beiträgt.

Wie schon der Tiguan mit kurzem Radstand bietet der Tiguan Allspace eine angenehme aufrechte Sitzposition mit einer sehr guten Übersicht. Das macht ihn auch zum idealen Langstreckenfahrzeug. Wir testen den 2.0 TSI mit 180 PS, der sich sehr drehfreudig zeigt. Leider ist der Verbrauch recht hoch, mit über 10 l / 100 km kann man durchaus rechnen.

Im Offroad-Fahrmodus wird die Lamellenkupplung auf rutschige Verhältnisse angepasst, so dass der Allradantrieb stärker benutzt wird. Dazu erscheint die optionale Surround-Kamera auch in einem Offroad-Modus, bei dem man zu allen Seiten schauen kann.

Die Assistenzsysteme funktionieren wie gewohnt perfekt. Der Front Assist (automatische Notbremse) kommt serienmäßig, sinnvolle optionale Features sind der Tote-Winkel-Warner und die Adaptive Cruise Control (ACC).

Abmessungen

Länge: 4,70 m (zum Vergleich Tiguan normal/kurz: 4,48 m)
Radstand: 2,79 m

Fazit: Mit dem VW Tiguan Allspace ist die neue Generation des Tiguan nun auch in den USA erhältlich und könnte den Turnaround für die Marke auf dem amerikanischen Markt bedeuten. Denn der Tiguan hat innen so viel oder mehr Platz als manch deutlich dickeres SUV, bleibt aber in den Außenabmessungen für amerikanische Verhältnisse noch relativ kompakt. Der längere Radstand wirkt sich nicht negativ auf die Optik aus. Die optional 7 Sitzplätze bieten mehr Flexibilität, auch wenn die letzte Sitzreihe mit Isofix-Punkten kommen sollte. In Europa hat man dann die Qual der Wahl zwischen Skoda Kodiaq und VW Tiguan Allspace, da entscheidet das Angebot beim Händler und die persönliche Markenpräferenz. Der Skoda Kodiaq hat noch eine etwas bessere Platzausnutzung, der Tiguan wirkt dafür außen wie innen etwas edler. Im Fahren gibt sich der Tiguan Allspace nicht viel anders als die Version mit kurzem Radstand, man ist also mit dem Tiguan Allspace auch noch komfortabel und sportlich unterwegs.

Autogefühl: *****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Jonas Bomba
Video-Moderation: Autogefühl, Aditya Jayaram


3 Responses to VW Tiguan Allspace 7-Sitzer Fahrbericht

  1. Sotr says:

    Guten Abend, „drei Chromspangen„ sind doch beim Allspace Serie laut Konfigurator. Oder ist Der Konfigurator auf der VW Webseite nicht aktuell? Beim normalen Tiguan trifft die Aussage hingegen zu.

  2. […] AutogefühlVW Tiguan Allspace 7-Sitzer FahrberichtWährend der VW Tiguan in den USA bzw. Nord- und Südamerika ausschließlich mit langem Radstand erhältlich se… […]

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