Mercedes GLA Fahrbericht – GLA 220 4MATIC

Der Mercedes GLA hat jüngst ein Facelift erhalten. Wir haben uns das Kompakt-SUV genauer angeschaut, als GLA 220 4Matic. Und wir werfen auch einen Blick Richtung Konkurrenz um Audi Q3 und BMW X1. Von Thomas Majchrzak

Auf der IAA 2013 hatte Mercedes den GLA erstmals präsentiert, welcher seitdem der kleinste und günstigste SUV der Stuttgarter ist. Damit befindet er sich unterhalb eines Mercedes GLC, die noch größeren SUVs laufen unter GLE und GLS. Des Weiteren wurden bis heute über 60.000 GLA in Deutschland zugelassen, 17.300 Stück davon im letzten Jahr. Damit hängt der GLA dennoch weit hinter einem Audi Q3, welcher 2016 ganze 27.000 Mal verkauft wurde. Noch weiter entfernt ist der Mercedes GLA von einem BMW X1, welcher ganze 28.400 Mal im vergangenen Kalenderjahr zugelassen wurde. Preislich beginnt der GLA in der kleinsten Motorisierung (1,6 Liter Benziner mit 122 PS) bei 29.000 Euro. Die AMG Version mit einem Zwei-Liter Benziner und 381 PS kommt auf 57.000 Euro. Neu im Facelift ist der GLA 220 Benziner mit 184 PS. Neben der Serienausstattung sind für den GLA die Ausstattungslinien Urban, Style und AMG-Line verfügbar.





Exterieur

Zwischen dem Einführungsmodell und dem Facelift hat sich optisch nicht allzu viel verändert. Der GLA sieht etwas kräftiger aus als die normale A-Klasse, zieht als Crossover einen Kompromiss zwischen compact hatch und SUV. Die Leuchten können nun optional mit LED ausgestattet werden. Dabei vollziehen sie dann beim Aufschließen auch einen Begrüßungsritus: Die Tagfahrlichter erscheinen erst blau und werden dann weiß. Einen adaptiven Fernlichtassistenten kann man ebenfalls ordern, dieser setzt jedoch die LED Frontleuchten voraus.

In der Länge misst der Mercedes GLA 4,42 Meter. Serienmäßig befinden sich 17-Zoll-Felgen am Fahrzeug, die optional auf 19 Zoll vergrößert werden können. Der Urban und die AMG-Line kommen serienmäßig mit 18 Zoll Felgen, wie auch hier montiert. Darüber hinaus steigt der untere Rahmen der Seitenscheiben je weiter man sich in Richtung Heck bewegt. Davon abgesehen ist das Seitenprofil eher konservativ.

Am Heck erkennt man, dass der GLA über recht breite Schultern verfügt. Insgesamt ist er 1,80 Meter (ohne Außenspiegel) breit. Die Rückleuchten sind eher rund und werden durch eine Designlinie miteinander verbunden. Übrigens gibt es optional noch das Night Paket, das für mehr schwarze Elemente am Exterieur sorgt.

Interieur

Serienmäßig wird der Mercedes GLA mit Stoffsitzen ausgeliefert, zur Verfügung stehen auch Artico-Kunstleder-Sitze. Komplette Tierhaut gibt es sinnvollerweise nur optional. Style und Urban kommen mit einer attraktiven Kunstleder-Stoff-Mischung, hier zu sehen der Style-trim level. In der Top-Ausstattung, der AMG-Line, setzt Mercedes auf die ebenfalls nachhaltige Kombination Mikrofaser Dinamica und Kunstleder Artico. Dazu gibt es hier serienmäßige Sportsitze, welche mehr Seitenhalt bieten.

Insgesamt setzt Mercedes mit dem breiten Angebot an Stoff-, Mikrofaser-, und Kunstlederoberflächen Maßstäbe in Sachen Komfort und Nachhaltigkeit im Premium-Segment. Auch das Lederlenkrad lässt sich auf Wunsch (nicht in der Preisliste, bei der Bestellung erfragen) gegen ein Kunstlederlenkrad austauschen.

Davon abgesehen wurden die Materialien erwartungsgemäß sehr gut verarbeitet. Alles ist fest arretiert. Eine Sache, an der Mercedes jedoch arbeiten sollte, ist die Integrierung des Infotainmentsystems: Es wirkt aufgesteckt und dadurch eher gezwungen als gewollt. Ebenfalls wäre ein Touchscreen eine Überlegung wert. Generell kommt der GLA von Haus aus mit einem 7 Zoll Bildschirm, der sich auf maximal 8 Zoll vergrößern lässt. Das optionale Navi macht einen soliden Job. Ebenfalls kann man nun ein Smartphone-Interface bestellen, welches die Verbindung via Apple CarPlay oder Android Auto ermöglicht, doch in den meisten Fällen reicht eine Bluetooth-Verbindung aus. Nachteil: Während Carplay läuft, lässt sich das Fahrzeugnavi nicht benutzen, sondern nur das vom gespiegelten Handy.

Mit Blick auf Komfort gibt es serienmäßig eine Start-Stopp-Funktion und einen Tempomat. Unter den Sicherheits- und Assistenzsystemen befindet sich eine Berganfahrhilfe, der Attention Assist, einer Müdigkeitserkennung und der aktive Brems-Assistent, der in einer Gefahrsituation das Fahrzeug autonom bremsen kann, in der Serienausstattung. Optional gibt es dann noch folgendes:
– Toter-Winkel-Warner
– Spurhalte-Assistent
– Abstands-Pilot Distronic (hält den Abstand zum Vordermann)
– 360-Grad-Kamera
– Rückfahrkamera

Neu im Facelift ist ebenso, dass man die Heckklappe gegen Aufpreis über einen Fußsensor öffnen kann.

Motoren

Eingesetzt werden ausschließlich Vierzylinder.

Diesel

GLA 180 d, 1.5 l, 110 PS
GLA 200 d, 2.1 l, 135 PS
GLA 220 d, 2.1 l, 170 PS

Der kleinste Diesel erhält ein 6-Gang-Schaltgetriebe, beim GLA 200 steht noch eine 7-Gang-Automatik (Doppelkupplung, DCT) zur Auswahl. Der stärkste Diesel erhält diese serienmäßig. Davon abgesehen gibt es 4Matic für den 200 d und 220 d optional.

Benziner

GLA 180, 1.6 l, 120 PS
GLA 200, 1.6 l, 160 PS
GLA 220, 2.0 l, 180 PS (neu und nur mit 4Matic und 7-Gang-Automatik)
GLA 250, 2.0 l, 210 PS
Mercedes-AMG GLA 45, 2.0 l, 380 PS (nur mit 7-Gang-Automatik)

Während GLA 180 und 200 je mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe kommen, kann man für den GLA 250 auch ein Automatikgetriebe wählen, welches dann serienmäßig mit 4Matic verbunden ist.

Fahrverhalten

Wir fahren den GLA 220 4Matic mit 180 PS. Dieser schafft es in 7,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Motor wirkt auf das Fahrzeug zugeschnitten, ist laufruhig und kräftig. Allerdings ist der Verbrauch auch recht hoch, 8,5 l / 100 km ist unser Testverbrauch. Das Doppelkupplungsgetriebe schaltet die Gänge fast unbemerkt hoch. Wählt man dagegen den Sportmodus, werden die Schaltvorgänge stärker bemerkbar. Während das Serienfahrwerk nicht verstellbar ist, kann man sich auch das Fahrwerk mit adaptiver Verstellung ordern. Dann wechselt auch die Fahrwerkscharakteristik, wenn man in einen anderen Fahrmodus geht. Allgemein ist der Mercedes GLA für einen Crossover recht sportlich abgestimmt. So fährt er sich dann auch nicht weniger agil als eine A-Klasse. Das Sitzgefühl ist etwas höher, aber nicht entscheidend anders, der Einstieg ist vielleicht etwas einfacher. Ansonsten fährt sich der Mercedes GLA eher wie ein normaler Kompakt-Pkw als ein hohes SUV. Die Lenkung ist angenehm direkt und präzise, einfach zu bedienen und gleichzeitig natürlich. Die Geräuschisolierung ist auf einem guten Niveau, wobei die Windgeräusche oberhalb von 100 km/h eher dem Durchschnitt entsprechen. Insgesamt ist der Mercedes GLA sicherlich der sportliche unter den kompakten Crossovern. Und somit macht er auch richtig viel Spaß.

Abmessungen

Länge: 4,42 m
Breite: 1,80 m (ohne Außenspiegel)
Höhe: 1,49 m
Radstand: 2,70 m

Fazit: Für ein kleines/kompaktes SUV ist der Mercedes SUV recht teuer, aber innerhalb der Modellpalette bietet der GLA die günstigste Chance, ein Mercedes SUV zu fahren. Außen wie innen erkennt man, dass es sich weitgehend um eine etwas höher gelegte A-Klasse handelt. Der Mehrkomfort durch die höhere Sitzposition ist etwas spürbar. Der Innenraum ist gut verarbeitet, besonders auffällig sind die vielen attraktiven Sitzoptionen in Stil und Material. Im Fahrverhalten zeigt sich der Mercedes GLA als einer der sportlichsten Crossover, hier kommt weniger SUV-Gefühl auf, sondern eher Kompakt-Sportwagen-Feeling – und das macht für sportlich Ambitionierte richtig Laune.

Autogefühl: ****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak


One Response to Mercedes GLA Fahrbericht – GLA 220 4MATIC

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