Ford Edge ST-Line mit Facelift 2018/2019

Ford zeigt auf dem Genfer Automobilsalon den überarbeiteten Ford Edge als Ford Edge ST-Line. Wir erklären noch einmal, worauf es beim Edge ankommt und zeigen die Änderungen. Von Thomas Majchrzak

Das große SUV baut auf der weltweit genutzten CD- bzw. Mondeo-Plattform auf und muss in Deutschland gegen Branchengrößen kämpfen, sowohl gegen größere Vertreter des Kompakt-SUV-Segments als auch gegen kleinere Vertreter des Full-Size-SUV-Segments. So ist der Ford Edge im Einstiegspreis zum Beispiel teurer und größer als ein Audi Q5 oder BMW X3, aber deutlich günstiger und kleiner als BMW X6 und Audi Q7. Nahe dran kommt in der Größe z.B. ein VW Touareg, wobei der Edge mit gut 42.000 – 52.000 Euro auch hier noch 10.000 Euro günstiger ist und sofort mehr Serienausstattung enthält. Kleiner und günstiger wären dagegen Hyundai Santa Fe und Kia Sorento. Man sieht: Der Ford Edge siedelt zwischen Normal- und Premiumsegment an.




Exterieur

Mit dem aufrechten Kühlergrill zeigt der Ford Edge eine maskuline Designsprache. Der Kühlergrill ist in der Regel silber, bei der Sport-Version ST-Line ist er schwarz. Beim Facelift wurde der untere Schweller-Bereich leicht abgeändert. An Farben gibt es ausdrucksstarke Töne wie eine Gold-Orange-Farbe namens Electric Spice oder Nautilus Blau, Ruby Red und Platinum Weiß. Vorne kommen nun serienmäßig LED Scheinwerfer zum Einsatz (vorher optional). Die Heckleuchten kommen ebenfalls mit LED-Technik. Gerade die Heckleuchten sind ein Highlight, denn ein Leuchtband zieht sich komplett von links nach rechts durch. Betrachtet man die Karosserie seitlich genauer, so sticht einem sofort die Kante auf Höhe der Türgriffe ins Gesicht. Dazu kommen die serienmäßigen 19-Zoll-Felgen (20 Zoll bei ST-Line). Mit dem Ford Edge kann man sich US-SUV-Gefühl auf deutsche Straßen holen.

Interieur

Im Innenraum des Ford Edge können bis zu fünf Personen Platz nehmen, und das mehr als gut. Es gibt keinen permanenten Mitteltunnel, also sitzt man sogar als großer Mensch auf dem hinteren mittleren Platz gut. Für die Sicherheit stehen ein Knie-Airbag für den Fahrer, aber auch Gurtairbags für die hinteren Fahrgäste zur Verfügung. Die hinteren Gurte können sich bei einem Crash etwas aufblähen, damit die Auflagefläche der applizierten Kräfte verteilt wird.

Verteilen kann man übrigens auch seine Ladung besonders gut. Überall im Interieur finden sich äußerst geräumige Ablagen. Der Ford Edge bietet wirklich reichlich Platz in jeglicher Hinsicht. Massig Platz gibt es auch im Laderaum. Die Sitze lassen sich elektrisch umklappen. Lediglich die Laderaumabdeckung ist unpraktisch, da man sie etwas nach unten ziehen muss.

In puncto Verarbeitung fallen zum Beispiel die Laderaumabdeckung und die dazugehörigen Verzurrösen positiv auf. Auch die Sitzgestaltung, die auf verschiedene Muster und Sitzbereiche zurückgreift, selbst schon in der Basisversion, kann sich sehen lassen. Grundsätzlich erinnert das Design-Layout an andere Ford-Modelle wie den Mondeo oder den Galaxy, natürlich besteht auch eine Verwandtschaft. So ist das Cockpit weitgehend zweckmäßig gehalten. Luft nach oben gibt es zum Beispiel bei den Kontrollelementen der Mittelkonsole. Mittlerweile steht das moderne Sync 3 Infotainmentsystem zur Verfügung, das auch eine Smartphone-Spiegelung bietet sowie eine einfache Touch-Bedienung.

Die ST-Line kommt mit Alcantara-Sitzen, die sportlich aussehen und etwas mehr Seitenhalt bieten. Außerdem bekommt man Alu-Pedale.

In den höheren Varianten ist der Ford Edge mit einer Active Noise Control (ANC) ausgestattet. Das Paket verbindet passive mit aktiven Maßnahmen. Akustikgläser tragen zur Isolierung von der Außenwelt bei. Und das Noise Cancelling gleicht wie bei Kopfhörern die Umgebungsgeräusche durch umgekehrte Schallwellen aktiv aus. Auch der Musikgenuss wird dadurch verbessert.

Motoren

Serienmäßig wird der Ford Edge in Europa in der Trend-Version verkauft und beinhaltet den 180 PS starken 2,0 Liter TDCI-Turbo-Diesel mit Allrad und Schaltgetriebe. In 9,9 Sekunden soll eine Beschleunigung auf 100 km/h möglich sein.

Ab 50.100 Euro erhält der Käufer den stärkeren Bi-Turbo-Diesel mit 210 PS inklusive eines 6-Gang Doppelkupplungsgetriebes. Im Vergleich zum kleineren Motor ist dieser 0,5 Sekunden schneller bei einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h. Bei einer früheren Testfahrt verzeichneten wir 8 l / 100 km Verbrauch.

Nun beim Facelift kommt ein Drehregler als Gangwahlelement zum Einsatz, so wie man es von Jaguar kennt. Vorher war es ein normaler Wählhebel.

Fahrverhalten

Der serienmäßig enthaltene Allrad-Antrieb funktioniert nach dem Motto vorne + hinten, normal wird die Kraft also vorwiegend auf die Vorderräder geschickt. Die integrierten Sensoren erkennen dann binnen Millisekunden einen drohenden Schlupf und das Drehmoment wird auch an die Hinterräder weitergeleitet. Die adaptive Lenkung ermöglicht, dass man das Fahrzeug vor allem in engen Gassen oder beim Einparken leichter steuern kann. Allerdings gestaltet sich das Lenkgefühl dadurch auch etwas artifiziell, gerade bei höheren Geschwindigkeiten.

Das Noise Cancelling funktioniert sehr gut. Mikrofone, an der Decke des Fahrzeugs nehmen den vorherrschenden Schall auf, die Boxen geben dann unbemerkt den Gegenton aus. Und es wird erstaunlich ruhig, deutlich ruhiger als Wettbewerbsmodelle.

Wir haben bereist den Biturbo-Diesel mit 210 PS getestet, der zwar keine explosionsartigen Beschleunigungen ermöglicht, aber zügig genug ist, auch für die Autobahn. In Verbindung mit dem Noise Cancelling gestaltet sich die Diesel-Fahrt übrigens durchaus ruhig. Der schwächere Diesel könnte in der Tat die 2-Tonnen-Stahlkarosse nicht ganz so zügig voranbringen, wenn man gleichzeitig mit viel Ladung fährt.

Das Fahrwerk stellt eine gute Mischung aus Komfort und Agilität dar, wir bemerken keine besonders großen Schwankungen, aber selbst beim Soft-Offroad-Fahren bleibt noch genügend Komfort. Insgesamt fühlt sich das Fahren mit dem Ford Edge so an, als würde man einen hochgelegten Ford Galaxy fahren – mit ein paar zusätzlichen Features.

Um den Aspekt der Sicherheit in den Fokus zu rücken, gibt es für den Edge einen so genanntes Pre-Collision-Assist, der u.a. Fußgänger schnell erkennen und Unfälle vermeiden soll. Dabei gibt es sowohl optische als auch akustische Warnsignale. Sollte der Fahrer trotzdem nicht frühzeitig reagieren, so bremst das SUV bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h vollkommen autonom. Dieser Assistent ist erfreulicherweise ab Werk an Bord. Mit Hilfe der Frontkamera Split View lässt sich der Verkehr auch besser einsehen. Bei den Assistenzsystemen hat sich bei dem Facelift am meisten getan: Hinzu kommen nun Toter-Winkel-Assistent, Spurhalteassistenten, automatisches Fernlicht und eine automatische Bremse nach einer Kollision.

Abmessungen

Länge: 4,81 m
Breite: 2,18 m
Höhe: 1,71 m
Radstand: 2,85 m
Gewicht: 1.950 kg

Fazit: Der Ford Edge stellt weiterhin einen interessanten Ansatz in der SUV-Welt dar. Er bewegt sich als großes SUV zwischen den günstigeren und teureren Wettbewerbern und bietet das US-SUV-Gefühl auf Deutschlands Straßen. Mit dem Edge kann man sich ein großes praktisches Familienauto holen, das trotzdem extrem cool aussieht. Und kaum ein anderes SUV bietet so viel Raum und riesige Ablagemöglichkeiten im Innenraum. Lediglich bei der Verarbeitungsqualität und Anmutung bleibt an manchen Stellen Luft nach oben. Dafür hat der Ford Edge seinen ganz eigenen amerikanischen Charme und auch das ein oder andere Alleinstellungsmerkmal, wie das Noise Cancelling. Mit dem Facelift kommen noch mehr Assistenzsysteme, die die Sicherheit steigern. Und die ST-Line bietet einen kräftigeren Look.

Autogefühl: ***

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak




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