Fiat 500 Mirror Fahrbericht

Fiats kleiner Bestseller richtet sich nun noch stärker auf die Bedürfnisse moderner Kommunikation aus – mit den Mirror-Sondermodellen. Wir haben beim Fiat 500 Mirror in den Spiegel geschaut. Von Thomas Majchrzak





Exterieur

Beim Fiat 500 ist klar: Er ist ikonisch, wie kein anderer. Rund, runder, am rundlichsten. Eine kleine Knutschkugel, dazu die runden Scheinwerfer, eine fahrende italienische Designer-Espressomaschine. Und deswegen ist er weiterhin so erfolgreich. Im unteren vorderen Bereich trägt der Fiat 500 mittlerweile ein Diamant-Pin-Design, das steht ihm gut. Im Seitenprofil dominieren die schmalen Fenster, die damit die Formen der Karosserie noch betonen. Das Sondermodell Mirror erhält die Sonderfarbe Italia Blau sowie schicke 16-Zoll-Alufelgen. Dazu gibt es Chromakzente und ein Mirror-Logo.

Interieur

Im Interieur ist bei diesem Sondermodell am Wichtigsten: Die Konnektivität. Apple CarPlay oder Android Auto kommen aufs 7-Zoll-Infotainment-System, und einmal mit dem Kabel einstöpseln, schon ist man mit dem Smartphone verbunden und kann direkt auf das Menü zugreifen, oder auch Musik über Playlists abspielen. Die Sprachsteuerung kann man über einen Knopf am Lenkrad aufrufen. Das Handy kann man, insofern es nicht allzu breit ist, in der unteren Konsole vor den Becherhaltern einstecken.

Generell macht das Interieur dort weiter, wo es außen aufgehört hat: Beim rund sein und Spaß machen. Infotainment-System-Rahmen, Knöpfe, Schaltknüppel, hier wird das Design-Thema durchgezogen. Man findet zwar viel Hartplastik, dafür darf es aber auch viel Farbe sein, wenn man mag – wie wir hier sehen auch passend zur Exterieur-Farbe. Auf den 7-Zoll-Digitalinstrumenten kann man zudem die Geschwindigkeit stets gut ablesen.

Die neue gestalteten Sitze bieten nun mehr Platz, mehr Komfort und auch die Möglichkeit, den hinteren Sitz-Teil etwas abzusenken. Damit kann man auch besser drin sitzen, wenn man etwas größer ist, zumindest was die Kopffreiheit angeht. Aus ergonomischen Gründen ist allerdings eher davon abzuraten, den hinteren Teil der Sitzfläche niedriger zu stellen, da dies das Becken abklappt. Größere Menschen bekommen ohnehin etwas Probleme mit der Knie- und Kopffreiheit vorne. Überraschend ist dagegen, dass man auf den Rücksitzen durchaus noch als Erwachsener sitzen kann, wenn man nur die Kniefreiheit betrachtet. Erneut wird es hier über dem Kopf dann knapp. Passender sind da eher die jeweils zwei Isofix-Verankerungen für Kindersitze. Die Sitze kann man zudem vom Fond aus umklappen, oder vom kurzen Kofferraum aus. In der Höhe ist der Kofferraum insbesondere beschränkt, weil die Heckklappe aus Designgründen angeschrägt ist.

Motoren

1.2 Liter Benziner mit 69 PS
12,9 Sek. von 0 auf 100 km/h

0.9 Liter TwinAir Turbo-Benziner mit 85 PS
11,0 Sek. von 0 auf 100 km/h

0.9 Liter TwinAir Turbo-Benziner mit 105 PS
10,0 Sek. von 0 auf 100 km/h

1.3 Liter Diesel mit 95 PS
10,7 Sek. von 0 auf 100 km/h

Fahrverhalten

Der Fiat 500 profitiert natürlich von seinem kurzen Radstand bei der Wendigkeit. Einparken ist die einfachste Übung. Und der Wendekreis beträgt lediglich 9,3 m. Dafür kann es in Schlaglöchern etwas polterig werden. Allerdings gleichen die neuen Sitze dies etwas besser aus. Ferner sorgen die Sitze auch dafür, dass man relativ hoch sitzt und eine gute Übersicht hat, gerade, wenn man nicht allzu groß ist. Wir fahren den 0.9 Liter TwinAir Turbo-Benziner mit 85 PS. Der Turbo hat den Vorteil, dass man auch bei höheren Geschwindigkeiten noch Drive bekommt. Wer den Fiat 500 lediglich in der Stadt fährt, kann auch beim günstigeren Sauger-Benziner bleiben. Das Interessante dabei: Der 1,2 l Basis-Sauger-Benziner hat 4 Zylinder, die kleinen, PS-stärkeren Turbos haben lediglich 2 (!) Zylinder. Und somit ist der Klang auch anders beim Beschleunigen. Die Lenkung ist sehr leichtgängig, vermittelt allerdings keinen besonders direkten Kontakt zur Straße. Die Geräuschisolierung ist nicht exzellent, was allerdings vorwiegend auf der Autobahn auffällt. Die Gänge des Schaltgetriebes könnten geschmeidiger einrasten. Das Wichtigste jedoch: Der Kleine vermittelt eine positive Einstellung und macht Spaß beim Fahren.

Abmessungen

Länge: 3,54 m
Breite: 1,62 m
Höhe: 1,48 m
Radstand: 2,30 m
Leergewicht: 940 – 1.005 kg

Fazit: Der Fiat 500 Mirror ist eine edle Kombination für den 500er, gerade in der Sonderfarbe Italia Blau und mit sportlichen Felgen. Die Infotainment-Lösung ist nun zeitgemäß und erlaubt ein modernes Nutzungsverhalten. Zudem wirbt Fiat mit einem Preisvorteil von 2.500 Euro, für 14.000 Euro bekommt man damit ein nettes Designerstück. Im Fahrverhalten zeigt der Fiat 500 durchaus einige Schwächen, behält aber durchaus seinen Grundcharakter, nämlich dass alles an diesem Auto darauf ausgelegt ist, Spaß zu machen.

Autogefühl: ***

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Michel Weigel
Video: Autogefühl, Brian Hayes & Michel Weigel




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