Skoda Fabia Facelift 2018 Fahrbericht Combi vs Hatch

Der Skoda Fabia erhält einige Updates, wir stellen den Fabia mit den Änderungen ausführlich vor. Diesmal fokussieren wir uns ferner auf den Skoda Fabia Combi und zeigen die Unterschiede zwischen Kombi und Hatch. Von Thomas Majchrzak

Der Skoda Fabia steigt bei knapp über 12.000 Euro ein, der Combi kostet in den meisten Varianten nur 600 Euro Aufpreis, hier hat sich die Preisdifferenz verringert. Mit einem Turbobenziner plus Top-Ausstattung kann man den Skoda Fabia auf fast 24.000 Euro hochschrauben.





Exterieur

Hatch

Der Skoda Fabia ist mit dem vorherigen VW Polo verwandt, basiert aber nicht auf der neuen MQB-A0-Plattform der neuen VW Polo und Seat Ibiza. Der Fabia der dritten Generation hat noch verschiedene Plattformen gemischt. Die erste Generation Fabia lief von 1999 bis 2007, die zweite von 2007 bis 2014. Die dritte gibt es seit Ende 2014. Derweil ist der Skoda Fabia ein durchaus moderner Kleinwagen mit kantiger Optik, schließlich war er zum Generationenwechsel flacher und breiter geworden und gleichzeitig größer im Innenraum. Die Front ist durch den charakteristischen Skoda-Grill geprägt, der nun eine zusätzliche Kante erhält, die den Fabia sportlicher erschienen lässt. Die Basis-Halogen-Scheinwerfer orientieren sich grob an der Größe des Kühlergrills, optional stehen nun Voll-LED-Scheinwerfer zur Verfügung. In diesem Fall kommt auch das Rücklicht mit LED-Technik. LED-Tagfahrlicht ist für alle serienmäßig. Im Facelift wurden ferner Front- und Heckschürze geändert.

Über ein Dutzend Außenfarben sind erhältlich, diese Auswahl ist wichtig für einen Kleinwagen. Dabei sind zahlreiche Kombinationen möglich, denn Fahrzeugdach, Außenspiegelgehäuse und Räder können jeweils in vier Lackierungen gewählt werden. Somit ergeben sich insgesamt 100 verschiedene Variationen. Die hier gezeigte hellblaue Farbe nennt sich Denim Blue. Die Felgen kommen Basis in 15″ Stahl, optional stehen Leichtmetallfelgen in 15, 16, 17 und nun neu auch 18 Zoll exklusiv für die Hatch-Variante zur Verfügung. Für 600 Euro Aufpreis kann man sich wie beschrieben auch den gut 25 cm längeren Kombi zulegen.

Interieur

Das Facelift macht sich im Innern durch neue Instrumente bemerkbar. Ferner gibt es neue Dekorleisten für die Armaturentafel wie hier z.B. im Look von gebürstetem Aluminium und zweifarbige Oberflächen für die Sitze. Hier hat Skoda nun viele tolle Möglichkeiten im Programm: So schauen wir uns hier ausführlich die neuen Sitze mit Mikrofaser-Einsätzen an den Innenseiten an, die für eine neue Wertigkeit sorgen.

Zudem kann man im Monte Carlo trim die roten Sportsitze bekommen.

Das Monte Carlo Dynamic Package schließlich kommt mit den gleichen Sportsitzen, aber mit einem Stick-Muster auf den Sitzen, das sieht aus wie in einem hochwertigen und sportlichen Oberklasse-Fahrzeug. Das Interieur-Dynamik-Paket kann man sich auch unabhängig vom Monte Carlo trim für andere Ausstattungsvarianten holen.

Generell dominiert im Interieur in der Basisvariante die Zweckmäßigkeit, wobei auch schon ein Basis-Fabia passend verarbeitet ist. In den höheren Ausstattungen darf es dann auch, gerade nun mit dem Facelift, ein wenig fancy werden, etwa mit weißen Hochglanzflächen am Armaturenbrett. Hier schafft der Skoda Fabia dann den Spagat zwischen außergewöhnlich und nüchtern. Einerseits ist das Interieur sehr aufgeräumt und auf das Mindeste begrenzt, andererseits sorgen die kontrastierenden Elemente für Emotion. Das Platzangebot ist vorne für zwei große Erwachsene wirklich ausreichend. Nur im Fond passt es von den Beinen her nicht, wenn Fahrer/Beifahrer groß sind. Das können die neuen MQB-A0-Brüder Polo und Ibiza nun besser. Der Kofferraum fasst 330 bis 1.150 Liter bei umgeklappter Rücksitzbank (beim Kombi: 530 Liter bzw. 1.395 Liter). Für den Kofferraum kann man nun einen beidseitig benutzbaren Ladeboden bekommen sowie eine kleine Klemm-Taschenlampe. Der Kombi-Kofferraum sucht seinesgleichen, wir kennen kein anderes Fahrzeug, was auf dieser Länge und für diesen Preis so viel Platz bietet.

Wie bei anderen Skoda-Modellen finden sich weitere interessante Details: Etwa der Eiskratzer unter der Tankklappe, der nun eine Messskala zur Ermittlung der Reifenprofiltiefe bietet, sowie praktische Ablageflächen, in die auch gut Getränkeflaschen hineinpassen, ein Parkticket-Halter an der Innenseite der Scheibe oder der Kofferraum, der sich mit einer Gummi-Lasche herunterziehen lässt, damit man sich die Finger nicht schmutzig macht. Mit dem Update kann man nun auch im Fond zwei USB-Anschlüsse bestellen.

Das optionale Infotainmentsystem Swing bietet SD-, USB- und Line-In-Eingänge und nun immer ein 6,5 Zoll Display (anstatt bisher 5″). Mit der Option SmartLink kann man sein Smartphone per Apple CarPlay, Android Auto, MirrorLink oder SmartGate spiegeln, das wäre dann im Swing Plus. Mit dem Amundsen-System bekommt man auch ein Fahrzeug-internes Navi, das gute Dienste leistet, nur manchmal von der Software her etwas schneller sein könnte.

Die Ausstattungslinien teilen sich auf in Active, Ambition, Style und Monte Carlo.

Ab Ambition (leider nicht ab Basis/Active) gibt es die City-Notbremsfunktion, elektrische Fensterheber vorn, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, die Rücksitzlehne ist im Verhältnis 60:40 geteilt umklappbar.

Style ab 16.200 Euro kommt zusätzlich mit 15-Zoll-Alufelgen, Tierhaut-Multifunktionslenkrad und keyless entry.

Der Monte Carlo kommt mit Sportsitzen mit roten Kontrasten, Carbon-Dekor, Climatronic, Panoramadach und Infotainmentsystem Bolero. Die Sportsitze sind optisch attraktiv und bieten viel Komfort, so soll es sein. Zusammen mit weiteren sportlichen Elementen wie Einstiegsleisten und Kontrastnähten bringt der Monte Carlo mehr Finesse ins Fabia-Interieur.

Motoren

Benziner
1,0 MPI 60 PS
1,0 MPI 75 PS
1,0 TSI 95 PS
1,0 TSI 110 PS (optional mit 7-Gang-DSG)

Alle Motoren sind 3-Zylinder und kommen mit 5-Gang-Schaltgetriebe. Die MPI sind Sauger, die TSI Turbos. Die TSIs kommen mit Ottopartikelfilter, für die Sauger ist das nach den Abgasvorschriften nicht notwendig.

Fahrverhalten

Den 1-Liter-Saugermotor hatten wir in einem früheren Test bereits unter die Lupe genommen. Beim Bergauffahren lahmt der Sauger natürlich etwas, dafür läuft er ohne Turbo und mit geringerem Einspritzdruck, was ihn potenziell langlebiger macht. Außerdem spuckt er weniger Feinstaubpartikel aus kommt daher ohne Partikelfilter aus. Der Sauger ist also für einen vorwiegenden Stadt-Nutzen eine sehr gute und günstige Wahl. Das Motorengeräusch ist sogar interessanter als das des Turbos.

Der 1.0 l Turbo, ebenfalls ein Dreizylinder, hat in der 110-PS-Ausführung die meiste Power. Durch den Turbo hat man deutlich mehr Zug, besonders macht sich das auf der Autobahn bemerkbar, hier kann man im dritten oder vierten Gang noch gut beschleunigen und z.B. zum Überholmanöver ansetzten. Auch bei höheren Geschwindigkeiten bleibt der Skoda Fabia ruhig und kontrollierbar. Wer selten Autobahn fährt, kann auch Geld sparen und den MPI nehmen. Wer häufiger auf der Autobahn unterwegs ist, wird sich eher über den Turbo im TSI freuen. Als Verbrauch kristallisierte sich in einem früheren Test etwas zwischen 7 und 8 l / 100 km heraus – das sollte weniger sein.

Im neuen Test testen wir den 1.0 l Turbo mit 95 PS und ebenfalls mit Handschaltung. Die Skoda-Ingenieure haben den Turbo etwas verändert sowie die Einspritzung optimiert. Doch weil nun ein Otto-Partikelfilter zum Einsatz kommt, könnte man einen Mehrverbrauch und Leistungsabfall erwarten, schließlich ergibt sich ein höherer Abgasgegendruck. Beides ist nicht der Fall, im Gegenteil. Der 1.0 l Turbo ist weiterhin spritzig, und wir erzielen sogar einen Testverbrauch von 6 l / 100 km. Wenn man den (adaptiven) Tempomaten benutzt, kann man sogar noch weniger verbrauchen, reiner Stadtverkehr ergibt 7 l / 100 km. Insgesamt wurde der Verbrauch also sogar gesenkt, die Motor-Optimierungen haben also wohl Wirkung gezeigt.

Das manuelle Getriebe schaltet ohne Widerstand in jeden neuen Gang und macht daher auch dementsprechend Freude. Die Lenkung ist präzise und erfordert nicht viel Kraft. Es macht Spaß, den Skoda Fabia zu fahren. Klein, wendig, zweckmäßig und unprätentiös. Weil der Radstand sich nicht groß unterscheidet zwischen Hatch und Combi, ähnelt sich das Fahrverhalten auch.

Mit der Produktaufwertung stehen nun neue Assistenzsysteme zur Verfügung: Spurwechselassistent, Ausparkassistent und Fernlichtassistent. Der City-Notbremsassistent ist wie beschrieben leider nicht serienmäßig, allerdings kommt er direkt mit der zweitniedrigsten Ausstattung Ambition und aufwärts.

Abmessungen

Länge: 4,02 m / 4,25 m (Kombi)
Breite: 1,73 m
Höhe: 1,46 m / 1,48 m (Kombi)
Radstand: 2,45 m / 2,47 m
Leergewicht: 1.055 – 1.210 kg

Fazit: Der Skoda Fabia zählt weiterhin zu den etablierten Anwärtern im Kleinwagensegment und punktet mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis, viel Auto für vergleichsweise wenig Geld. Auch mit wenig Ausstattung und mit Sauger-Benziner ist ein Fabia schon eine gute Wahl. Das Facelift bringt ein paar neue sinnvolle Details. Gerade mit den neuen Sitzoptionen kann man den Fabia sehr hochwertig gestalten. Der Skoda Fabia Combi ist im Markt so ziemlich einzigartig, denn kaum ein anderer Hersteller bietet noch einen Kombi im Kleinwagen-Segment an. Maximaler Platz für minimale Größe und akzeptablen Preis.

Autogefühl: *****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak




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