Neuer Mazda 3 Premiere

Der neue Mazda 3 ist designorientierter, kommt als 5-Türer-Hatch und als 4-Türer-Limousine (von Mazda Fastback genannt) und bringt die neue Skyactiv-X Technologie in Serie. Wir haben die Details zur neuen Generation. Von Thomas Majchrzak

Exterieur

Der neue Mazda 3 ist von puristischen Formen geprägt – weg von Sicken und Kanten. Einziger dreidimensionaler Hingucker ist der Kühlergrill, der schon wie beim neuen CX-5 tiefe Blicke zulässt. Der neue Mazda 3 wirkt wie aus einem Guss. Skulpturale Formen entlang der Seitenlinie, keine harte Design-Dropping-Line. Besonders ins Auge fällt die massive C-Säule, die für sich genommen gar keine C-Säule ist, sondern in das Heck über fließt. Während die Hatch-Variante 4,45 m lang ist und in der Länge weitgehend gleich geblieben ist, kommt die Limousine auf 4,66 m und ist damit gut 8 cm gewachsen. Somit ergibt sich dann der fast 20 cm Längenunterschied zwischen Hatch und Limousine, der weitgehend in die Länge des Kofferraums wandert. Ansonsten unterscheiden sich Hatch und Limousine darin, dass beim Hatch der Kühlergrill in einer vertikalen Punkt-Struktur gehalten ist, die etwas sportlicher wirkt, und bei der Limousine die Punkte eher waagerecht angeordnet sind und etwas eleganter wirken. Generell gibt es die Kühlergrill-Designs nicht nur bei einer Sportsline, sondern immer ab Basis. Mazda weicht damit die klassische Aufteilung in trim levels auf, will die Systematik vereinfachen – das ist sehr zu begrüßen und macht es beidermaßen für Hersteller und Kunden einfacher. Auswählen kann man dann neben Farben nur noch ein paar Extras, etwa die serienmäßigen 16-Zoll-Alufelgen auf 18 Zoll upgraden oder noch mehr Assistenzsysteme hinzunehmen.

Interieur

Die Sitze der neuen Mazda 3 Generation orientieren sich an einem neuen ergonomischen Konzept. Die Mazda-Interieur-Entwickler haben sich die Bewegungsachsen beim Menschen angesehen und dann diese Haltungsform auf die Sitze übertragen. So soll die Wirbelsäule eine natürliche S-Form behalten und das Becken aufrecht stehen. In der Tat fühlt man das beim Testsitzen sofort, so können auch große Menschen gut Langstrecken in einem Kompaktfahrzeug verbringen. Umso erstaunlicher wird der Effekt, wenn man kurz danach die bisherige Mazda 3 Generation fährt und man den unteren Rücken relativ schnell spürt. Ein überraschend großer Komfort-Unterschied. Generell gibt es etwas mehr Platz im Cockpit und es wirkt aufgeräumter.

Links sind die Instrumente mit einem 7-Zoll-Screen bestückt, links und rechts daneben sind die Elemente analog. Mittig ist ein 8,8“-Screen im Widescreen-Format montiert – beides serienmäßig nur in dieser einen Ausführung und auch immer mit Apple CarPlay und Android Auto – super, das ist unkompliziert. Bislang war es in den Mazda-Modellen ferner so, dass man im Stand den Touchscreen bedienen konnte und aus Sicherheitsgründen nicht während der Fahrt. Nun ist Mazda komplett ab vom Touchscreen, das Infotainment lässt sich nur noch mit dem zentralen Dreh-Drück-Knopf in der unteren Mittelkonsole bedienen. Der Bildschirm ist übrigens optisch sehr eindeutig eingefasst. Kunstleder ziert das obere Armaturenbrett. Die Klimaeinheit hat einen rundlichen Bedienknopf und zeugt von mehr Verarbeitungsqualität. Optional kann man auch ein Head-Up-Display bestellen.

Im Fond kann man als großer Erwachsener nur noch schwerlich sitzen, wenn auch ein großer Fahrer im Auto ist. Der Platz im Fond ist also, auch bedingt durch die nun dickeren komfortableren Sitze vorn, etwas eingeschränkt und nicht die Stärke des Fahrzeugs. In der Limousine sieht es übrigens nicht viel anders aus. Beim Kofferraum dagegen gibt es Unterschiede, beim Hatch bleiben 360 l Volumen und eine leichte Belademöglichkeit, wobei die Höhe durch das herabfallende Dachdesign etwas eingeschränkt ist. Bei der Limousine gibt’s 480 l, dafür eine eingeschränkte Belademöglichkeit, aber deutlich mehr Länge im Kofferraum.

Motoren

Der Skyactiv-X ist der erste Serien-Benzinmotor mit Kompressionszündung, soll im Vergleich zum aktuellen 2,0-Liter-SKYACTIV-G Benzinmotor den Spritverbrauch durchschnittlich um 20 Prozent senken und das Drehmoment um bis zu 30 Prozent steigern. Wie geht das?

Grundsätzlich zündet ein Benziner per Zündkerze und läuft mit einem fetten Gemisch, heißt vergleichsweise viel Kraftstoff, wenig Luft. Ein Diesel zündet “von selbst” ohne Zündkerze, wird daher auch Selbstzünder genannt. Das ergibt sich durch die höhere Temperatur im Motorraum, bei der sich der Kraftstoff dann selber entzündet. Das Gemisch ist mager, d.h. im Vergleich zum Benziner viel Luft auf wenig Kraftstoff.

Beim Skyactiv-X kommt für einen Benziner eine sehr magere Verbrennung zum Einsatz, diese nennt Mazda Spark Controlled Compression Ignition (SPCCI). Dieses magere Gemisch funktioniert trotzdem in einem breiten Drehzahlband. Die angepeilte PS-Zahl ist 190, das wäre nochmals mehr als derzeit verfügbar (165 und 120). Die Kraft kommt auch aus einem Kompressor, der nicht immer, aber dann selektiv im Einsatz ist. Einziger Nachteil: Möglicherweise muss der Skyactiv-X dann einen Ottopartikelfilter bekommen, wobei Mazda noch versucht, ohne diesen die Regularien einzuhalten.

Die Übersicht der zunächst verfügbaren Motoren:

Benziner
2,0 Skyactiv-G mit 122 PS und 24-V-Mild-Hybrid-System
2,0 Skyactiv-X mit 184 PS und 24-V-Mild-Hybrid-System
Optional auch mit Allrad!

Diesel
1,8 l Diesel mit 116 PS

Fahrverhalten

In einer Prototypen-Fahrt konnten wir bereits direkt hintereinander den bisherigen Mazda 3 mit 2.0 Skyactiv-G 165 PS und den Skyactiv-X im Erprobungsfahrzeug mit ähnlich viel PS fahren. Direkt fällt auf, dass durch die Kompressionszündung der Antritt viel schneller erfolgt, man muss nicht erst wie beim Sauger bis 4.000 drehen, damit der Motor richtig schiebt, auch in den unteren Drehzahlbereichen zeigt sich der Skyactiv-X souverän. Das macht auch mehr Spaß beim Fahren. Eine Anzeige verrät uns, dass sich der neue Motor fast immer im Bereich der Kompressionszündung bewegt und somit effizient arbeitet. Testen, wie viel er denn verbraucht, dürfen wir noch nicht. Der aktuelle Motor landet bei gut 7 l / 100 km, der Skyactiv-X soll bei ca. 5,5 l landen. 100 % sicher kann man sich da noch nicht sein, 1 l Ersparnis / 100 km ist aber auf jeden Fall drin, davon gehen wir aus.

Zum sportlichen Fahrverhalten kommt die neue verwindungssteifere Plattform, die mehr Agilität bringt. Zusammen mit der Neuausrichtung der Sitze ergibt sich ein sehr sportliches Fahrgefühl, der neue Mazda 3 wird also deutlich mehr Fahrfreude bereiten. Gleichzeitig ist der Komfort durch die neuen Sitze gestärkt. Außerdem hat Mazda an der Geräuschisolierung gearbeitet, gerade im Bereich der Kopfhöhe. Als wir in den aktuellen Mazda 3 umsteigen, bemerken wir den großen Unterschied.

Abmessungen

Länge: 4,45 m (Hatch) / 4,66 m (Limousine)

Fazit: Der neue Mazda 3 ist im Design eleganter und zeitloser und orientiert sich an einer neuen minimalistischen Designsprache. Ein mit gut 21.000 Euro für viele noch erreichbares Auto, das man tatsächlich einfach so in der Basisversion kaufen kann. Denn ein stärkerer Basismotor als zuvor, eine einheitliche Größe für die Instrumenten- und Infotainment-Einheit mit Smartphone-Spiegelung, ein sportliches Design und 16-Zoll-Alufelgen sind immer Serie. Somit ist der neue Mazda 3 im Einstieg zwar etwas teurer geworden, das relativiert sich aber, wenn man beim Vorgänger dieselben Elemente hinzugefügt hätte. Im Innenraum ist ebenfalls mehr Klarheit und Design eingezogen, wobei die Entscheidung weg vom Touchscreen durchaus diskutiert werden kann. Wenn es eine Schwäche bei diesem Auto gibt, dann die mangelnde Beinfreiheit im Fond. Der Sitzkomfort dagegen ist deutlich besser als im Vorgänger und insgesamt für die Kompaktklasse wirklich beachtlich. Zudem können wir bereits sagen, dass der neue Mazda 3 im Fahrverhalten ein geringeres Geräuschniveau zeigt und sich Komfort so wie Agilität gesteigert haben. Jetzt wird es spannend wie sich gerade der Skyactiv-X im Alltag schlägt.

Autogefühl: *****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak




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