Mitsubishi Outlander Testbericht

Mitsubishi Outlander, Foto: Mitsubishi

Der Mitsubishi Outlander beginnt bei knapp unter 25.000 Euro und ist damit für ein SUV dieser Größe ein wirklich günstiges Angebot. Die vorderen Lampen erinnern vom Design her sogar ein wenig an den neuen Range Rover. Doch was kann der Mitsubishi Outlander wirklich? Von Thomas Majchrzak

2003 kam der Mitsubishi Outlander erstmals in den USA auf den Markt, mit der zweiten Generation 2007 folgte der europäische Markteintritt und spätestens mit der dritten Generation 2012 ist er in der Moderne angekommen – bietet er doch ein schickes Design sowie das Gefühl, mehr als ein kompaktes SUV zu fahren – bei einem erreichbaren Preis. Das honorierten die Kunden im vergangenen Jahr, 4.600 Neuzulassungen gab es für den Mitsubishi Outlander in Deutschland, viermal so viel wie für das Urgestein Pajero.

Mitsubishi Outlander, Foto: Mitsubishi

Mitsubishi Outlander, Foto: Mitsubishi

Das Autogefühl des Mitsubishi Outlander kommt eben schon dem erhabenen kontrollierten Gefühl eines sehr großen SUV gleich, obwohl die Abmessungen für Ausflüge in die Stadt noch völlig passen:

Länge: 4.655 mm
Breite: 1.800 mm
Höhe: 1.680 mm
Radstand: 2.670 mm
Leergewicht: 1.455–1.685 kg

Der Mitsubishi Outlander macht Spaß zu fahren, weil er noch das Gefühl eines hochbeinigen, gutmütig schaukelnden Geländewagens mit sich bringt. Sportliches Kurvenfahren ist nicht seine Stärke, muss es auch nicht sein. Dafür werden Bodenwellen großflächig ausgeglichen und man schwebt sanft wackelnd über die Straße.

Mitsubishi Outlander, Foto: Mitsubishi

Mitsubishi Outlander, Foto: Mitsubishi

Von außen überzeugt der Mitsubishi Outlander auf ganzer Linie. Einerseits zeichnet er noch das klassische Geländewagen-Profil und setzt sich somit von der “runden” Konkurrenz ab. Andererseits bietet er tolle Designfeatures wie die Front- und Rückleuchten, die von ihrer Form her so gestaltet sind, als wären sie an einem Band gezogen. Chromapplikationen zeichnen sich kontrastreich von den zum Teil knalligen Farben ab.

Mitsubishi Outlander, Foto: Mitsubishi

Mitsubishi Outlander, Foto: Mitsubishi

Im Innern ist der Mitsubishi Outlander übersichtlich, kann allerdings nicht ganz so glänzen wie von außen. Die Verarbeitung ist an einigen Stellen nicht ganz überzeugend, so zum Beispiel das Fach in der Mittelkonsole, dessen Armlehnen-Deckel sich hin- und herrütteln lässt. Oder die Anmutung der Knöpfe. Oder das Leder, das doch etwas hart wirkt. Der Automatik-Schaltknüppel verfolgt noch nicht eine gerade Linie, sondern muss umständlich oldschool in seitlichen Treppenbewegungen von Fahrmodus zu Fahrmodus gestellt werden. Das Schalten runter auf den Drive-Mode geht aber recht zügig.

Mitsubishi Outlander Cockpit mit schwarzem Leder, Foto: Mitsubishi

Mitsubishi Outlander Cockpit mit schwarzem Leder, Foto: Mitsubishi

Mitsubishi Outlander Cockpit mit hellem Leder, Foto: Mitsubishi

Mitsubishi Outlander Cockpit mit hellem Leder, Foto: Mitsubishi

Man muss sich auch immer vor Augen führen, dass man hier viel Auto fürs Geld bekommt. Wenn man nur die Hälfte bezahlt, kann man auch in Kauf nehmen, dass das Leder ein wenig härter ist. Außerdem gibt es da immer auch zwei Seiten: Auf härterem Leder schwitzt man im Sommer nicht so stark und im Winter ist es nicht so kalt. Überdies findet sich durchaus das ein oder andere nette Detail: etwa die weißen Kontrastnähte, die die schwarzen Fußmatten umrahmen.

Ein besonderes Feature wartet noch im Kofferraum-Bereich: Mit ein paar Handgriffen wird der Mitsubishi Outlander zum Siebensitzer. Ein weiteres (optionales) Highlight ist die elektrische Heck-Klappe; mit einem Doppelklick auf den Kofferraum-Button auf dem Schlüssel öffnet die Klappe elektrisch, und wenn man beim Auto angelangt ist, steht sie schon offen. Das ist besonders praktisch, wenn man voll beladen ankommt und dann nicht noch die Klappe manuell öffnen muss – und sorgt auch für einen gewissen Show-Effekt in der Umgebung. Das elektrische Schließen erfolgt dann per Knopfdruck an der Unterseite der Klappe. Leider piept es dabei aus Sicherheitsgründen recht laut, was durchaus als Warnung hilfreich sein kann, aber irgendwie doch ein wenig zu auffällig ist.

Technisch überzeugt in unserem voll ausgestatteten Testwagen überdies der adaptive Tempomat, der automatisch den Abstand hält und jeweils automatisch wieder einsetzt, wenn man mal mehr beschleunigt hat und dann wieder vom Gas geht. Er piept zwar häufiger mal, das könnte etwas weniger sein, aber insgesamt ist er zu empfehlen. Lediglich beim Runterbremsen auf 0 ist er etwas spät dran, da will man gefühlt eher auf die Bremse treten.

Mitsubishi Outlander Kofferraum, Foto: Mitsubishi

Mitsubishi Outlander Kofferraum, Foto: Mitsubishi

Mitsubishi Outlander Kofferraum mit umgeklappter Rückbank aber einem Notsitz hinten aufgeklappt, Foto: Mitsubishi

Mitsubishi Outlander Kofferraum mit umgeklappter Rückbank aber einem Notsitz hinten aufgeklappt, Foto: Mitsubishi

Während der günstigste Benziner bei 24.490 Euro liegt, startet der Diesel bei 30.690 Euro, wobei dieser schon nicht mehr in der Basisausstattung Inform erhältlich ist, sondern eine Stufe darüber als “Invite” kommt. Ein guter Kompromiss zwischen Preis und Leistung wäre zum Beispiel die Automatik-Version in der Ausstattung “Intense” für 37.990 Euro, die dann als Innenausstattung z.B. Leder-Lenkrad und Leder-Schaltknauf, Bluetooth, Tempomat und USB-Schnittstelle bietet. Der 2.2 Liter 150 PS Diesel ist eine gute Wahl für ausreichenden Durchzug bei akzeptablem Verbrauch. Er weist zwar beim hastigen Tritt aufs Gaspedal eine kurze Gedenksekunde auf, kommt dann aber sehr zügig und bietet auch noch genügend Power, wenn man mit mehreren Personen und Beladung fährt. Es gibt zwar auch noch einen 2-Liter-Benziner, ebenfalls mit 150 PS, doch der Diesel ist für dieses Fahrzeug vorzuziehen, da der Verbrauch sonst allzu sehr in die Höhe schnellt. Während der angegebene Verbrauch für den Diesel bei 5,8 Liter / 100 km liegt, verbrauchten wir gut 2 Liter mehr.

Mitsubishi Outlander, Foto: Mitsubishi

Mitsubishi Outlander, Foto: Mitsubishi

Fazit: Der Mitsubishi Outlander hat einen eleganten Auftritt und macht Spaß zu fahren, wenn man auf ein hohes und sanft ausgleichendes Geländefahrwerk steht. In dieser Größe findet man schwer ein vergleichbar günstiges größeres SUV, wobei man dafür eben leichte Abstriche bei der Innenraumqualität machen muss. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt jedoch in jedem Fall: Für unter 40.000 Euro gibt es den Mitsubishi Outlander so ziemlich in Vollausstattung. Ein Auto, mit dem man sicher viel Freude hat und das sich für alle Zwecke eignet.

Autogefühl: ***

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Mitsubishi


One Response to Mitsubishi Outlander Testbericht

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