Felix Baumgartner im Interview

Felix Baumgartner im Einsatz für Audi, Foto: Audi

Der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner wird im Juni das legendäre 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring bestreiten – und darum hat sich eine große Kontroverse entwickelt. Keine Frage, dass der Base-Jumper Mut hat und auch das Risiko abschätzen kann. Aber kann er auch schnell ein Auto fahren? Wir haben mit Felix Baumgartner persönlich darüber gesprochen. Von Holger Majchrzak

Felix Baumgartner im Medienrummel, Foto: Audi

Felix Baumgartner im Medienrummel, Foto: Audi

Der sportliche Leiter von Audi Race Experience, der frühere Profi-Rallyefahrer Josef „Sepp“ Haider, sagt: Ja, Felix Baumgartner sei natürlich langsamer als seine Teamgefährten, um rund 30 Sekunden auf der Nordschleife des Rings. Aber das sei, so Haider, das Beste, was ein Amateur fahren könne. Mit im Team sind der fünfmalige Le-Mans-Sieger Frank Biela, der dreifache Le-Mans-Gewinner Marco Werner und der GT- und Sportwagen- Spezialist Pierre Kaffer. Im Video-Interview mit Autogefühl äußert sich Felix Baumgartner zu seinen Zielen und zum Respekt vor der grünen Hölle Nürburgring, in der Baumgartners Landsmann Niki Lauda fast tödlich verunglückte.

“Ich sehe das realistisch”, so Baumgartner, er möchte den Audi R8 LMS Ultra ins Ziel bringen und dabei in seinem Part nicht allzu viele Plätze für seine Teamkollegen verlieren.

Felix Baumgartner im Audi R8 LMS Ultra, Foto: Audi

Felix Baumgartner im Audi R8 LMS Ultra, Foto: Audi

Größtes Problem für Baumgartner ist, dass er zu wenige Kilometer auf dem Ring zurück gelegt hat. Reichlich Simulator-Sessions können das Live-Erlebnis der Strecke nicht ersetzen. Und: Baumgartner ist noch nicht mit Regen auf dem Eifel-Asphalt gefahren, was den Kurs natürlich besonders tückisch macht. Die Audi-Team-Leitung wird ihm daher im Rennen so weit wie möglich das Regen-Erlebnis ersparen und bei Regen die Profis auf den Weg schicken. Aber bei Dauerregen müsste auch Baumgartner raus. Vielleicht ergibt sich aber bis zum Start auch noch der eine oder andere nasse Kilometer.

Felix Baumgartner im Audi R8 LMS Ultra, Foto: Audi

Felix Baumgartner im Audi R8 LMS Ultra, Foto: Audi

Unsere Einschätzung: Der Österreicher geht dieses Projekt mit großem Respekt und großer Nachdenklichkeit an. Wer ihn bisher für einen Abenteurer und Adrenalin-Junkie gehalten hat, erlebt ihn bei der Vorbereitung auf den Ring als gewissenhaften Arbeiter, der seine Grenzen genau kennt. Jede Hoppla-jetzt-komm-ich-Attitüde ist ihm fremd. Nicht zuletzt deshalb wird er im Audi-Team auch akzeptiert. Man darf gespannt sein, was ein 24-Stunden-Neuling wirklich leisten kann. Baumgartner scheint hier aber wieder für jede Überraschung gut zu sein.

Unser Kollege Oli Walther hat übrigens in dem Rennauto Audi R8 LMS Ultra eine Mitfahrt gewagt.

Audi R8 LMS Ultra in der Grünen Hölle, Foto: Audi

Audi R8 LMS Ultra in der Grünen Hölle, Foto: Audi

Felix Baumgartner wird am 20. April 2014 nunmehr 45 Jahre alt. Er war in der Extremsportszene schon lange bekannt, es fing an mit einem Aufsehen erregenden Sprung 1999 von den Petronas Twin Towers in Kuala Lumpur. Weltberühmtheit erlange er schlussendlich durch seinen 24-Meilen-Basejump aus dem All. Am 14. Oktober 2012 sprang er aus 38.969,4 Metern Höhe aus der Stratosphäre gen Boden. Dabei erreichte er eine Geschwindigkeit von 1357,6 km/h, bevor er letztlich den Fallschirm öffnete.


3 Responses to Felix Baumgartner im Interview

  1. […] Kollegen von Autogefühl waren mit mir vor Ort und haben einem Beifahrer eine GoPro Kamera in die Hand gedrückt. […]

  2. […] Thomas Majchrzak – Felix Baumgartner im Interview über die Kontroverse um das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring […]

  3. […] natürlich bei weitem die Zeiten der Profi-Rennfahrer verfehlt, was völlig normal war. Daraufhin hagelte es aus der Fachwelt Kritik. Doch gerade aus dem Audi-Team erhielt Baumgartner eine große Rückendeckung, weil die Mannschaft […]

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