Der neue Jeep Renegade Testbericht

Kulturschock für hartgesottene Jeep-Fans: Die Marke, die seit 1941 als Synonym für kernige Geländewagen gilt, und inzwischen zu Fiat gehört, bringt ein Mini-SUV auf den Markt. Der neue Jeep Renegade – so die Modellbezeichnung – ist ein echter Abtrünniger: Zum ersten Mal wird ein Jeep nicht in den USA gebaut, sondern in Italien. Und abgesehen von Design und Off-Road-Technik steckt unter dem kantigen Blech ein Fiat 500 L. Von Erkan Dörtoluk

„Frevel“, sagen die Fans, „Zeitenwende“ nennt es Jeep, denn das erste italo-amerikanische Projekt markiert den Aufbruch in ein neues Segment. Zu lange hat Jeep den boomenden Markt der Mini-SUVs den Mitbewerbern überlassen. So stellt sich Opel mit seinem Mokka in Deutschland mittlerweile an Platz 2 der meistverkauften SUVs. Der Renegade soll die Lücke unterhalb des sich nicht durchsetzenden Kompakt-SUVs Jeep Compass schließen – und er hat durchaus das Zeug dazu, potentielle Kunden zu begeistern.

Das liegt vor allem am maskulinen Gesicht des Renegade: Ein senkrechter Grill mit sieben Schlitzen und zwei runden Scheinwerfer. Das Designer-Team hat die Züge des Ur-Jeeps Willys-Overland von 1941 behutsam auf dessen Nachfahren übertragen. Weitere klassische Jeep Elemente, wie die aufrechte Frontscheibe, die großen Böschungs- und Rampenwinkel und die trapezförmigen Radhäuser vermitteln den Eindruck eines leistungsfähigen Offroad-Fahrzeugs, das mit 4,23 Meter Länge gerade mal so groß ist wie ein VW Golf.

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„Groß“ ist am kleinsten Jeep dagegen so ziemlich vieles: Die Türen zum Beispiel, die sich bis zu 80 Grad öffnen lassen und die ein bequemes Einsteigen garantieren, oder der würfelförmige Innenraum, in dem vier Personen bequem sitzen können. Der Touchscreen (17,8 Zentimeter) sowie das Panoramadach sind jeweils die größten in dieser Klasse. Allerdings ist der Kofferraum mit 351 Litern Fassungsvermögen schmaler als bei den Fahrzeugen der Mitbewerber und die Lösung mit der Öffnungstaste unter der Heckklappe ist eher suboptimal.

Im Innenraum des Jeep Renegade dominieren weiche und griffsympathische Formen und Oberflächen mit robusten und funktionalen Details. Die kräftigen Farben kommen aus der Welt des Extremsports. Große Flächen wie beispielsweise die kräftig ausgeformte Armaturenbrettabdeckung mit Soft-Touch-Beschichtung wechseln sich ab mit praktischen Elementen wie dem stabilen Haltegriff (der so genannte „Oh, shit!-handle“) auf der Beifahrerseite, der bei Offroad-Einsätzen unersetzlich und daher vom Jeep Wrangler geborgt ist. Zur Wahl stehen außerdem sieben Rad-Designs in den Dimensionen 16 bis 18 Zoll.

2015 Jeep Renegade Trailhawk

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Die Motoren im Renagade kommen komplett von Fiat. Schließlich gibt es ja auch die verwandte Crossover-Version Fiat 500 L Trekking. Die wichtigsten für Europa sind drei Diesel- und zwei Benzinmotoren mit einer Leistungspalette von 110 bis 170 PS. Im Test war ein 140 PS 2.0 Turbodiesel MultiJet mit Start&Stopp-Automatik. Damit lassen sich die 1,4 Tonnen Gewicht des kleinen Jeeps zügig über Autobahnen und Landstraßen bewegen. Je nach Fahrweise und Untergrund stehen zwischen 7 und 9 Liter Verbrauch auf 100 km auf der Tankuhr. Die gute Lärmdämmung und längere Federwege sorgen für ein Plus an Komfort. „Lässig“ ist eine zutreffende Beschreibung für das Fahrerlebnis im Jeep Renegade.

Obendrein hat der Hersteller seinem jüngsten Spross die erste Neungang-Automatik in dieser Klasse mitgegeben. Die Start-Stopp-Funktion ist serienmäßig und auf Wunsch ist sogar ein Doppelkupplungsgetriebe erhältlich.

Die beiden 4WD Systeme Jeep Active Drive und Jeep Active Drive Low gehören laut Jeep zu den fortschrittlichsten in diesem Segment. Beide verteilen die Motorkraft zwischen den Achsen situationsabhängig, im Extremfall bis zu 100 Prozent an ein einzelnes Rad.

Als erster Mini-SUV ist der Jeep Renagade mit automatischer Entkoppelung für Kardanwelle und Hinterachsantrieb ausgestattet. Das System schaltet nur dann stufenlos von Vorderrad- auf Vierradantrieb, wenn tatsächlich 4×4-Fähigkeiten benötigt werden, was sich wiederum günstig auf den Verbrauch auswirkt.

Vier Ausstattungsvarianten stehen den Käufer eines Jeep Renegade zur Wahl: Sport, Longitude, Limited und Trailhawk. Die Preise beginnen bei 19.900 Euro für die Basisversion Sport (1.6l Benziner, 110 PS, 5 Gang Schaltgetriebe, Frontantrieb) – immerhin 10.000 Euro unterhalb des Gelände-Urgesteins Jeep Wrangler und genau in der Preisregion eines Opel Mokka. Dieser attraktive Einstiegspreis dürfte viele Kunden locken, die damit sozusagen die günstige Soft-Version des Wrangler erhalten.

Für das vollwertige 4×4 Paket Trailhawk des Jeep Renegade (2.0l, 170 PS, 4×4, Jeep Active Drive Low, Select Terrain, 9 Stufen Automatik) werden 31.900 Euro aufgerufen. Das ist zwar dann schon eine Menge Geld für einen Mini-SUV, doch damit dürfte man wahrscheinlich sogar den Rubicon-Trail bezwingen…

Autogefühl: ***

Text & Fotos: Autogefühl, Erkan Dörtoluk
Fotos Innenraum: Fiat

Einen weiteren Testbericht gibt’s bei motoreport.

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One Response to Der neue Jeep Renegade Testbericht

  1. […] der gut 30 versteckten Eastereggs. So ist z.B. die X-Form in den Scheinwerfern dem Benzintank des Willys MB nachempfunden. Fast überall versteckt sich die Form des Grills und der runden Scheinwerfer, sowohl als Prägung […]

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