VW Golf R Variant 300 PS Kombi im Test Fahrbericht

Wer hätte gedacht, dass ein Golf Kombi mal ein Traumwagen werden kann? Mit dem VW Golf R Variant bringt Volkswagen eine neue Spitze im Kompaktkombi-Segment auf den Markt, die schon richtig nahe an einen Audi S4 Avant heranrückt. Der neue Kombi-Bomber mit Allrad bei uns im Test. Von Thomas Majchrzak

Die Fakten vorab: Der neue VW Golf R Variant hat 300 PS (380 Nm Drehmoment) und kommt serienmäßig mit Doppelkupplungsgetriebe (DSG) und Allradantrieb. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erledigt er in 5,1 Sekunden, und das sogar mit einer Launch Control. Dafür sind aber dann auch 42.925 Euro fällig, deutlich mehr als ein Skoda Octavia Combi RS oder ein Seat Leon ST Cupra, die beide knapp über 30.000 Euro liegen, aber der Golf R Variant kostet immerhin noch klar weniger als ein Audi S4 Avant mit 333 PS und 58.050 Euro Basispreis. Für Volkswagen ergibt sich innerhalb des Golf Kombis nun eine große PS-Lücke, denn einen Variant GTI gibt es nicht.





Exterieur

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Vorne zeigt sich der Golf R Variant mit breiten R-Stoßfängern, großen (echten) Lufteinlässen und einem R-Kühlergrill mit Logo. Dazu kommt die gewohnt scharfe Golf 7 Optik mit den beiden Designlinien auf der Motorhaube. Bi-Xenon-Scheinwerfer und LED-Tagfahrlicht zeichnen die Lichtsignatur in einem doppelten U. Schaut man von oben auf die Scheinwerfer, so sieht man innerhalb des Glasgehäuses eine Wabenstruktur – schönes Detail. Unter der Haube gibt es eine R-Motorabdeckung, die allerdings sehr enttäuschend ausfällt (siehe Foto später im Bericht). Seitlich sind Außenspiegel in chrom-matt zu erkennen, die besonders gut zu unserem Testwagen in Lapiz Blue Metallic passen. Die Farbe soll an ein Mineral angelehnt sein. Serienmäßig gäbe es 18 Zoll Alufelgen “Cadiz”, das Fahrzeug auf dem Foto trägt die optionalen 19 Zoll Felgen Pretorie, die noch leichter und dramatischer aussehen. Zudem trägt jeder Golf R Variant eine silbern eloxierte Dachreling. Im Heck gibt es R-Stoßfänger, einen massiven Diffusor in Hochglanz-Schwarz sowie vier verchromte Endrohrblenden.

Insgesamt bleibt der Golf R Variant überaus stilvoll, trägt also keineswegs zu dick auf. Vielmehr präsentiert er sich in einem Stil, den wir “edles Racing” taufen möchten.

Im Vergleich zum Golf R hatch ist der Kombi 31 cm länger. Optisch sieht man ihm das natürlich an, wobei er durch die emotionalen Elemente seine Länge etwas kaschiert. Hinten sieht das Kurzheck klobiger aus, wegen der kleineren Ladeluke und dem damit bulligeren unteren Stoßfänger.

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Interieur

Grundsätzlich basiert der Golf R Variant auf der Golf-Ausstattung Trendline und sattelt dann noch Features oben drauf. Im Interieur bietet der neue Golf R Variant vor allem eigenständige Sportsitze mit Alcantara-Stoff-Mix und R-Logo. Diese sind auch unbedingt zu empfehlen, in der Tat gehören sie zu den besten Sitzen, die wir jüngst getestet haben. Sie sind perfekt an den Körper angepasst und liefern mit den seitlichen Unterstützungen an Oberschenkeln und Oberarmen einen sportlichen Halt, der sich auch auf der Langstrecke positiv auswirkt. Sehr hochwertig ist die Alcantara-Oberfläche im kontrastierenden Grau an den Seiten, die Mittelbahnen sind aus strapazierfähigem Stoff. Optional gäbe es Leder, aber bei den tollen Sitzen braucht man das wirklich nicht – zumal man im Sommer darauf schwitzt.

Im Gegenzug gibt es serienmäßig beheizbare Vordersitze. Ferner gibt es inklusive auch Mittelarmlehne, Zweizonen-Klimaautomatik, blaue Ambientebeleuchtung, Zierleisten mit Carbon-Look und schwarzem Klavierlack sowie das Radio-CD-System “Composition Touch”.

Wer das große Mediasystem mit Navi haben möchte, muss 1.100 Euro zusätzlich hinblättern. Das hätte im Golf R Variant durchaus schon inkludiert sein können. Weitere Extras sind das Panoramadach für 1.300 Euro, ACC für 600 Euro (Adaptiver Tempomat) sowie die Rückfahrkamera für 300 Euro. Letztere ist sehr zu empfehlen, zumal Volkswagen einen guten Weg gefunden hat, die Sensor-Darstellung auf die Live-Videofläche zu integrieren.

Ein weiteres Highlight im Interieur ist das Sportlenkrad, das unten abgeflacht ist und graue Kontrastnähte auf der Innenseite trägt. Alle Bedienelemente sich gewohnt hochwertig. Insgesamt ergibt sich auch hier ein insgesamt edles Bild mit einigen emotionalen Elementen, aber ohne zu übertreiben.

Das Stauvolumen reicht von 605 Litern bis (bei umgeklappten Sitzen) 1.620 Liter. Das Umklappen erfolgt dabei kinderleicht mit Hebeln links und rechts vom Kofferraum aus. In der Mitte gibt es ferner eine Ski-Durchreiche, rechts und links sind dann im Fond im weitesten Sinne zwei Einzelsitze, die tatsächlich ähnlich wie im Scirocco etwas nach unten eingestanzt sind. Das sorgt auch im Fond für ein sportliches Gefühl, was ebenfalls auch ein Komfort-Plus mit sich bringt.

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Fahrverhalten

Das Sportfahrwerk ist gegenüber der Serienversion um 20 mm abgesenkt. Das macht sich durch eine sattere Straßenlage bemerkbar. Trotzdem ist das Fahrwerk keineswegs unkomfortabel, zumdem kann man den Modus einstellen. Im Modus Comfort und Normal kommt man damit in jeder Alltagssituation wunderbar zurecht. Stellt man dagegen auf Race, wird das Fahrwerk härter, man hat mehr Rückmeldung vom Boden und der Automatik-Fahrmodus wird auf S/Sport gestellt, damit die Gangwechsel erst später erfolgen.

Die im Volkswagen-Konzern bei sportlichen Modellen verbaute Progressivlenkung hilft sowohl im Alltag beim Dirigieren in der Stadt als auch auf dem sportlichen Ausflug auf der Landstraße. Man kann immer beide Hände am Lenkrad lassen, lange Lenkwege gehören der Vergangenheit an.

Das deaktivierbare elektronische Stabilitätsprogramm ESC lässt sich in zwei Stufen zurückstellen, ESC Sport und ganz aus. Das wird für die meisten weniger relevant sein, bietet der Golf R Variant durch den Allrad-Antrieb doch ohnehin schon mehr Sportlichkeit. Im Gegensatz zu den günstigeren hausinternen Konkurrenten von Skoda und Seat drehen hier nicht die Vorderräder durch, wenn man mal so richtig aufs Gas tritt. Hier kann die geballte Power dann besser auf die Straße gebracht werden.

Der kleine Vierzylindermotor schafft es durch die Hochzüchtung in nur 5,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Ist man im Race Modus und hat das ESC komplett aktiviert, lässt sich der Golf R Variant auch “vordrehen”, die Launch Control setzt die brachiale Kraft dann frei und stellt alles für eine optimale Beschleunigung ein.

Der Verbrauchswert von 7,0 Liter auf 100 Kilometer ist eher unrealistisch, denn selbst bei normaler Fahrweise kommt man eher in die Regionen von 10 Litern Verbrauch – was mal wieder zeigt, dass Downsizing nicht die Lösung ist.

Die Größe des Fahrzeugs an sich dagegen ist weniger ein Problem. Ja, das Kurzheck ist sportlicher als der Kombi. Man merkt den kürzeren Radstand beim Hatch, der Kurze fühlt sich in Kurven deutlich agiler an. Dafür hat der Kombi den satteren Geradeauslauf. Und allzu sehr in die Kurven drückt er nicht, da er nicht viel mehr wiegt.

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Abmessungen

Länge: 4,56 m (31 cm mehr also für den Kombi gegenüber dem Kurzheck)
Breite: 1,79 m
Höhe: 1,45 m
Radstand: 2,63 m
Stauvolumen: 605 bis 1.620 Liter

Weitere Golf Variant Top-Versionen

Neben dem Golf R Variant, der übrigens offiziell anders herum gestellt Golf Variant R heißt, gibt es auch noch weitere Versionen mit hoher Ausstattung für den Golf Kombi. Da wäre der Golf Variant Alltrack mit 20 mm mehr Bodenfreiheit (ab 30.200 Euro), Offroad-Look und Allrad in der Kombination mit einem 1,6 (110 PS) oder 2,0 Liter Turbodiesel (150 oder 184 PS). Das Fahrzeug ist für Anhängelasten von 2 Tonnen ausgelegt.

Zudem gibt es erstmals den Golf Variant GTD für 32.000 Euro mit 2.0 Liter Diesel mit 184 PS als Spritsparvariante und auch im Basispreis deutlich günstigere Alternative zum Golf R. Ein Sportfahrwerk ist hier ebenfalls schon an Bord sowie Bi-Xenon-Scheinwerfer, 17-Zoll-Felgen, Radiosystem „Composition Touch” und Klimaautomatik.

Fazit: Der neue VW Golf R Variant ist ein durchdachter und ausgereifter Premium-Kombi mit einem Wunschlos-Glücklich-Paket, der sich preislich direkt unter den Premium-Marken ansiedelt. Einerseits muss man deutlich mehr hinblättern als bei Skoda und Seat, wo man sicher das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bekommt. Andererseits kommt der Golf R Variant schon sehr edel daher und lässt gegenüber Audi, BMW und Mercedes kaum eine Lücke offen. Ein C-Klasse-Kombi hat sicher noch einen exklusiveren Innenraum, ja. Aber ansonsten muss sich der Golf R Variant mit seinen emotionalen Features und seinen Fahrleistungen keineswegs verstecken. Ein Traumauto für jeden Baumarkt-Fan.

Autogefühl: ****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Katharina Kruppa

Weitere Perspektiven auf der Golf R Variant gibt es hier:
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7 Responses to VW Golf R Variant 300 PS Kombi im Test Fahrbericht

  1. […] VW Golf R Variant 300 PS Kombi im Test Fahrbericht, gefunden bei http://www.autogefuehl.de (0 Buzz-Faktor) […]

  2. […] autogefuehl.de: VW Golf R Variant 300 PS Kombi im Test […]

  3. […] auf eine schnelle Runde im VW Golf R Variant, ebenfalls in Ascari. Der Kollege Thomas Majchrzak von Autogefühl hat den 300PS-Kombi ausführlich für euch […]

  4. […] autogefuehl.de: VW Golf R Variant 300 PS Kombi im Test […]

  5. […] Offroad-Ambitionen, das ist der VW Golf Alltrack. Während wir die Spitzenversion in Sachen Sport, den Golf R Variant, schon hier getestet haben, folgt nun die hochgestellte Top-Variante eines Traum-Golfs. Von Thomas […]

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