Neuer Ford Focus ST Test Fahrbericht

Der neue Ford Focus RS steht bereits in den Startlöchern, doch die für die meisten wesentlich relevantere Version bleibt der Ford Focus ST, der im Gegensatz zum RS nicht absolut kompromisslos auf Sportlichkeit setzt, sondern auch noch eine Alltagstauglichkeit behält. Im Zuge des jüngsten Facelifts nehmen wir den neuen Ford Focus ST im Testbericht unter die Lupe. Von Thomas Majchrzak

Seit 2002 hat Ford nun schon über 140.000 Ford Focus ST verkauft. Die aktuelle dritte Generation des Ford Focus gibt es seit 2010, Ende 2014 erfolgte das jüngste Facelift, das ein neues Gesicht in der Front brachte sowie den aktuellen Ford-Infotainment-Baukasten. Auch die Sportversion Ford Focus ST gibt es nun aktualisiert. Dabei gibt es den ST erstmals auch als Diesel. Der 2.0 Liter Diesel mit 185 PS schafft es auf 400 Nm und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 8,1 Sekunden bei einem offiziellen Verbrauch von 4,4 l / 100 km und ist damit konkurrenzfähig zum bestehenden 2.0 Liter Turbobenziner mit 250 PS (6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, offizieller Verbrauch 6,8 l / 100 km). Beide Versionen besitzen ein manuelles 6-Gang-Schaltgetriebe.

Während ein Basis Ford Focus mit 85 PS Benziner bei 16.450 Euro beginnt, liegt der Ford Focus ST bei 29.100 Euro. Neben der Diesel-Option (plus 800 Euro) gibt es den Ford Focus ST auch als Turnier/Kombi (950 Euro Aufpreis), natürlich auch in der Kombination Diesel _und_ Kombi.

Kurzer Preisvergleich zum Golf GTI: Dieser beginnt bei 28.675 Euro (220 PS), preislich liegen die beiden also auf Augenhöhe, wobei der Ford direkt etwas mehr PS bietet und auch mehr an Serienausstattung.





Exterieur

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Von außen zeichnet sich der Ford Focus ST durch breite Schweller vorne und seitlich sowie durch den kleinen Heckflügel aus. Zudem gibt es exklusive Farben wie Sunset-Gelb oder Stealth-Grau. Der schwarz-glänzende Kühlergrill zeigt sich in einer Wabenstruktur, die 18 Zoll großen Felgen lassen die Bremszangen in Kontrastfarbe hindurchblicken. Neu für die 2015er Version sind adaptiv mitlenkende Frontscheinwerfer und eine mittig platzierte Doppelauspuffanlage. Die Außenspiegel sind in Wagenfarbe lackiert.

Unser Testwagen trägt das Performance-Paket Silver, dabei gibt es anstatt 18 Zoll Felgen dann 19 Zoll sowie Bremsscheiben mit größerem Durchmesser und rote Bremssättel. Zusammen mit dem breiten Kühlergrill in Hochglanz-Schwarz ergibt sich eine gute Mischung aus Sportlichkeit und Eleganz. Die neue zentrale Auspuffanlage am Heck sorgt zudem für ein Alleinstellungsmerkmal.

Interieur

Sportliche Akzente setzen im Innenraum die Alupedals und die Recaro-Sportsitze. Diese sind basismäßig in Textil und optional aufpreispflichtig in Textil mit Außenwangen Leder oder voll in behandelter Tierhaut. Von der Form her zeichen sich die Sitze durch eine enge Sportfassung und einen großen Seitenhalt aus, der sogar bis an die Schultern reicht. Menschen mit breiten Hüften könnten hier Probleme bekommen, alle Sportfans freuen sich dagegen über die sportliche Unterstützung. Weitere Serienfeatures im Ford Focus ST sind Ambientebeleuchtung, ST-Einstiegsleisten, Klimaanlage, Lederlenkrad und Regensensor.

Das Ford SYNC 2 Multimedia-System bringt nun auch einen zeitgemäß großen Touch Screen. Dadurch verschwinden auch einige überflüssige Knöpfe. Allerdings muss man das Navi wie so häufig extra bezahlen, mit 1.350 Euro schlägt es zu Buche, 2.010 Euro zusammen mit dem Premium Sound System. Das Multimedia-System ist besser und übersichtlicher als das bisherige, zudem ist die optionale Rückfahrkamera nun sehr gut einsehbar und trägt eine ordentliche Auflösung. Die Detailbedienung des Multimedia-Systems haben dagegen andere Hersteller schon besser hinbekommen, hier muss man sich etwas einfinden, bis man alle Drehs heraus hat.

Insgesamt fällt im Interieur eine verbesserte Materialqualität auf, die das runde Bild des neuen Ford Focus ST vervollständigt.

Auf der Rückbank bleibt nicht ganz so viel Platz wie beim Konkurrenten Golf GTI, zumindest wenn man mit großen Fahrern und Beifahrern unterwegs ist. Der Kofferraum wird einem Kompaktwagen völlig gerecht und sorgt dafür, dass man in einem Sportwagen auch noch seine Wocheneinkäufe erledigen kann.

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Fahrverhalten

Eine neue Fahrwerksabstimmung soll noch mehr Sportlichkeit bringen. Zwar ist der Ford Focus ST nicht ganz so hart abgestimmt wie der Fiesta ST, aber genau das ist auch gut so. Im Alltag fühlt sich der Focus ST dadurch harmonischer an. Er ist die richtige Wahl für alle, die jeden Tag eine Prise Sportlichkeit haben möchten. Wer dagegen mehr Komfort schätzt, wird mit dem Fahrwerk nicht glücklich.

Zusammen mit der angenehm direkten Lenkung und dem auch kompakten Lenkrad, dem Seitenhalt in den Sitzen und der guten Performance der 250 PS ergibt sich ein richtig flotter Renner für Stadt und Landstraße. Mehr Power geht auch nicht mehr über die Vorderachse, wenn man das Gaspedal richtig durchtritt, dann fangen die Vorderräder natürlich etwas an zu schwimmen. Die Fahrdynamik wird allerdings nun durch die Torque Vectoring Control unterstützt, die das Drehmoment an den einzelnen Rädern optimiert. So hat Ford aus der Frontantriebs-Architektur das Maximale an Sportlichkeit herausgeholt.

Wir testen die manuelle Schaltung, die durch kurze Schaltwege und ein hochwertiges Gefühl überzeugt, denn beim Schalten gibt es keinen Widerstand. Pfiffiges Detail: Die rote Zahlen-Beschriftung des Schalthebels auf der Oberseite.

Abmessungen

Länge: 4.36 m
Breite: 1.82 m / 2,01 m
Höhe: 1.47 m
Radstand: 2.65 m
Leergewicht: 1.437 kg

Fazit: Für uns steht fest, das ist eindeutig der beste Ford Focus ST aller Zeiten. Das kann man zwar grundsätzlich auch immer von allen neuen Generationen oder Facelifts für bestimmte Modelle sagen, aber hier kommen wir zu dem Schluss, weil die Verfeinerungen an Exterieur, Interieur und Fahrverhalten einfach alle zusammen passen und ein rundes Bild für eine ganz bestimmte Zielgruppe ergibt. Wem ein Golf GTI nicht straff-sportlich genug ist und wer für den Preis noch ein wenig mehr Leistung und Serienausstattung haben möchte, liegt mit dem Focus ST genau richtig. Das Styling hat noch die nötige Eleganz und die Materialqualität im Innenraum wurde spürbar verbessert. Ein heißer Pick bei den hot hatches.

Autogefühl: ***

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Michel Weigel

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