Volvo XC90 R-Design T8 Plugin-Hybrid Test

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Erst kürzlich haben wir den Volvo XC90 als T6 Benziner mit dem Offroad-Design-paket rugged luxury unter die Lupe genommen, jetzt werfen wir einen Blick auf die Top-Version mit sportlichem Charme, den Volvo XC90 T8 Plugin-Hybrid als R-Design. Von Thomas Majchrzak

Während der Basis-XC90 bei knapp unter 50.000 Einstiegspreis liegt, kostet der T8 gut 76.000 Euro (trim level Momentum), dazu kommt der Aufpreis von 4.000 Euro für das R-Design-Paket. Ungewöhnlich, dass Kunden so viel Geld für einen Volvo hinlegen? Weit gefehlt, die meisten der ersten verkauften Volvo XC90 waren wie man so schön sagt “volle Hütte”, erst nach und nach sind dann die mittleren Ausstattungsniveaus hinzugekommen. Und immerhin ist der Volvo XC90 T8 der einzige Plugin-Hybrid SUV mit sieben Sitzen. Der Audi Q7 e-tron zum Beispiel verliert wegen der Batterie im Kofferraum seinen optional 7-Sitzer-Status.

Volvo hat im vergangenen Jahr über 500.000 Autos weltweit verkauft, davon gut 80.000 auf dem größten Markt China. In Deutschland waren es 36.000 Stück, der XC60 ist das stärkste Modell. Nun ist der größere Bruder XC90 in noch mehr Varianten erhältlich, unter anderem auch die R-Design-Version.




Exterieur

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Der Kühlergrill der R-Design Version ist glänzend schwarz und hat auch eine andere interessante Struktur. Die Thors-Hammer-LED-Lichter sind hier ebenfalls inkludiert. Dazu kommen kräftigere Frontschürzen, die am untersten Ende einen weiteren Kontrast hinzufügen. Das R-Design-Paket enthält ferner 20-Zoll-Felgen in Zwei-Farben-Optik und Außenspiegel in Matt-Silber. Hinten finden wir eine Auspuffanlage mit zwei verchromten Endrohren in Trapezform, in der Heckschürze integriert. Insgesamt kann man nur sagen: Wow, ein echtes Traum-SUV. Was für ein kräftiger und gleichzeitig noch eleganter Auftritt, trotz der Länge von fast fünf Metern.

Auf den Schnee-Fotos sehen wir die Bursting Blue Lackierung mit zusätzlich Matt-Folierung, ein zusätzliche Hingucker. Allerdings sollte man damit dann nicht in die Waschstraße, um eine möglichst lange Haltbarkeit zu erreichen.

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Interieur

Die R-Design-Linie liegt oberhalb des Momentum trim levels und teilt sich viele Features mit der Top-Ausstattung Inscription, nur dass hier eben der Fokus auf der sportlichen Ausrichtung liegt.

Zum R-Design-Paket gehören im Innern Sportlenkrad und -Pedalerie, illuminierte Einstiegsleisten, Ambientebeleuchtung sowie ein Dachhimmel in Anthrazit. An den Innenseiten der Türen sowie als Zierleisten am Armaturenbrett finden wir echtes Karbon.

Das R-Design ist im Interieur die einzige Möglichkeit, dass man abgesehen von den Standard-Textilsitzen auch noch eine Option bekommt, die nicht nur allein aus Leder besteht. Für das R-Design-Interieur gibt es eine Mischung aus Mikrofaser und chemisch behandelter Tierhaut, optional dann die volle Tierhaut-Option, wie hier auch auf den Fotos. Schade, dass es hier keine Mischung Mikrofaser/Kunstleder gibt, die Volvo früher häufig angeboten hat.

Das Design des Volvo XC90 ist grundsätzlich skandinavisch zurückhaltend, aber formvollendet. Gefallen tun besonders Details wie die kristallförmigen Dreh-Knöpfe oder der für die T8 Version exklusive Kristall-Wählhebel, der noch eine kleine Aluspange besitzt, weil er ansonsten von den Crash Test Vorschriften her nicht abgesegnet worden wäre. Die Verarbeitungs des Interieurs ist sehr gut, hier sehen wir auch noch mal im Detail einen deutlichen Fortschritt gegenüber den ersten Vorserienfahrzeugen, die wir ein Jahr zurückliegend getestet hatten.

Platz bleibt im Volvo XC90 ohne Ende, ein Grund dafür ist, dass die Batterie im Fahrzeugboden liegt. Dadurch kann man den T8 auch als 7-Sitzer anbieten. Und tatsächlich finden auch sieben Erwachsene Platz. Wie flexibel das Sitzsystem ist, zeigt unser Video. Beim Heck-Klappen-Test zeigt sich die Automatik sicher genug, d.h. wenn etwas dazwischen kommt, bleibt sie früh genug stehen. Das kann man allerdings nicht für die eigentlich sinnvolle Option der Abklappung der hinteren Kopfstützen sagen. Wer diese aus Versehen im Menü aktiviert, während jemand hinten sitzt … nun ja, der rückwärtige Passagier erlebt dann im wahrsten Sinne sein blaues Wunder. Verwunderlich ist dagegen, dass die Sitzplatzerkennung, die auch mit dem Gurtwarnsystem zusammenarbeitet, hier den Mechanismus nicht blockiert.

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Motoren

Nach der Auswahl an Benzinern- und Dieseln testen wir diesmal den Plugin-Hybrid T8, die Top-Version.

Der Volvo XC90 T8 Twin Engine bietet 320 PS (wie beim T6), allerdings nur auf der Vorderachse, dazu liefert der Elektromotor gewöhnlich auf der Hinterachse 80 PS. Das System hat keine Verbindung von Hinter- zur Vorderachse oder umgekehrt. Wenn man das Gaspedal jedoch ganz durchdrückt, kann der Elektromotor zusätzlich auch ein wenig an der Vorderachse assistieren. Und wenn der Batterieladestand niedrig ist, fährt der XC90 im Auto-Modus hauptsächlich mit dem Benziner über die Vorderachse. Wählt der Fahrer jedoch den Allrad-Modus, steht weiterhin auch Allrad zur Verfügung. In diesem Fall wird die Batterie aufgeladen und gibt die Energie dann wieder an den Elektromotor hinten weiter. Das ist dann natürlich nicht mehr effizient, aber zumindest heißt das, dass Allrad immer zur Verfügung steht – etwa wenn man sich mal festgefahren hat.

Zum Vergleich: T6 mit Offroad Design Package:

Fahrverhalten

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Die Batterie sitzt auch mittig im Fahrzeugboden, um dort auch das Gewicht zentral zu platzieren. Somit ist der Volvo XC90 trotz seiner Größe einer der bisher agilsten Volvos. Natürlich muss man damit nicht racen, aber der T8 Hybrid bietet im Power-Modus tatsächlich einen ordentlichen Schub, den man spürt. Die rein elektrische Reichweite beträgt gut 40 km, wobei das stark von der Fahrweise abhängt. Für Kurz-Pendler mit Lademöglichkeit mag das gut sein, für alle anderen macht diese eingeschränkte Reichweite eher weniger Sinn. Aber in Märkten, in denen Plugin-Hybride stark subventioniert werden, macht es sich für die Kunden bezahlbar. In Deutschland ist es dann wohl eher die Idealvorstellung, die den Kauf des T8 vorantreibt. Scheut man den Aufpreis nicht, bekommt man den ruhigsten XC90, denn den ersten oder letzten Kilometer in der Stadt, in der Tiefgarage oder vor der Haustür kann man schön lautlos fahren.

Die optionale Luftfederung stellt sich nicht nur per Fahrmodus auf eine sportlichere oder auf eine Gangart mit mehr Bodenfreiheit ein, man kann sie auch zu Beladen absenken. Auf der normalen Straße schaukelt sie freilich alle Bodenwellen aus. Nur gibt sie natürlich nicht mehr so viel Seitenhalt. In dieser Hinsicht zeigen die Konkurrenten Audi Q7 und BMW X5/X6 ein ausgewogeneres Fahrwerk, selbst ohne Luftfederung. Allerdings hat der XC90 an dieser Stelle wegen seiner Einzigartigkeit längst schon viele emotionale Punkte gesammelt.

Beim Testen auf Eis und Schnee erfahren wir weitere Sicherheitsaspekte des Volvo XC90 – und natürlich kann man auch ein wenig Spaß haben. Zunächst fahren wir auf Schnee und Eis im AWD-Modus, damit wir zu jeder Zeit den Antrieb über beide Achsen haben. Dabei lassen wir das elektronische Stabilitätsprogramm eingeschaltet. Die optionale Luftfederung gleicht auch harte Schläge von Eisplatten gut aus. Wenn wir hart aufs Gaspedal gehen, sorgt die Stabilitätskontrolle eher für ein Untersteuern und tendenziell fährt man dann geradeaus. Man bricht aber nicht mit dem Heck aus. Für den normalen Schnee-Straßenverkehr ist das auch gut so, denn man möchte sein Fahrzeug unter Kontrolle halten.

Erst wenn wir in den ESC Sport-Modus gehen, bekommen wir genügend Freiraum, um das Heck auch ausbrechen zu lassen. Es ist gut, dass man die Stabilitätskontrolle auch bei Bedarf abschalten kann, denn wenn man im Schlamm oder im Schnee mal stecken bleibt, braucht man eventuell ein wenig mehr Schlupf an den Rädern, um sich freizugraben. Nicht, dass die Elektronik den Vortrieb zu sehr einbremst. Wir nutzen die Freiheit vielmehr nun, um ein wenig Freude zu haben. Trotz der Größe lässt sich der Volvo XC90 schön über die Schnee zirkeln und auch wieder einfangen. Erstaunlich bei fünf Metern Länge. Unsere Videoaufnahmen zeigen das am schönsten.

Abmessungen

Länge: 4,95 m
Breite: 2,14 m
Höhe: 1,77 m
Radstand: 2,98 m
Leergewicht: 2.000 – 2.130 kg

Fazit: Der Volvo XC90 T8 R-Design ist neben der Inscription-Variante die Top-Version des großen Schwedens. Im Design einfach nur ein Traum, gerade in der Farbe Bursting Blue. Auch das Interieur überzeugt durchs Skandinavische Design sowie durch eine gute Verarbeitung. Der XC90 ist damit der charaktervollste Vertreter seines Segments. Mit dem Plugin-Hybrid ist man wahlweise leise oder sehr kraftvoll unterwegs, wenn man denn die Chance hatte, vorher Strom aufzutanken. Die Fahrdynamik bleibt dagegen hinter Audi und BMW, doch die Luft für die deutsche Konkurrenz ist dünner geworden, gerade weil genug Käufe allein schon durch das überzeugende Design und die umfangreiche Sicherheitsausstattung zustande kommen. Der Volvo XC90 war 2015 das beste Auto insgesamt im Euro NCAP Crash Test.

Mehr zum Volvo XC90 T8 gibt es ferner bei Motoreport und beim automobil-blog.

Autogefühl: *****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Michel Weigel

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3 Responses to Volvo XC90 R-Design T8 Plugin-Hybrid Test

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