Mazda CX-3 Test Sportsline D-105 AWD

Nach wie vor erfreuen sich kleine SUVs großer Beliebtheit. Der Mazda CX-3 gehört zu den großen Gewinnern dieser Fahrzeugklasse. Gefälliges Design, akzeptable Preise, annehmbares Platzangebot und zahlreiche Assistenzsystem. So tritt er direkt in die Fußstapfen seines kompakten Bruders CX-5, nur eben eine Klasse drunter. Von Thomas Blachetzki





Es ist kein Geheimnis mehr, dass SUVs groß in Mode sind. Erleichtern Sie doch jedem das Einsteigen, erhöhen die Übersichtlichkeit und vermitteln dem Fahrer oftmals das Gefühl von „Freiheit“. Dass die meisten SUVs nur mit Vorderradantrieb geordert werden, spielt dabei kaum eine Rolle. Allrad wird eigentlich die meiste Zeit auch nicht gebraucht. Trotzdem spendieren nahezu alle Hersteller gegen Aufpreis auch einen Allrad-Antrieb. Unser Mazda CX-3 hat solch einen und dazu noch die Top-Ausstattung „Sports-Line“.

Exterieur

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Kodo-Design nennt Mazda die Formensprache ihrer Autos und so verwundert es nicht, dass der CX-3 eindeutig der Mazda-Familie zugeordnet werden kann. Deswegen sieht er eben auch wie ein etwas geschrumpfter CX-5 aus. Technisch basiert er aber auf einem Mazda2 mit längeren Überhängen. Eine lange Motorhaube und eine eher nach hinten gesetzte Fahrgastzelle sind zwar nicht unbedingt der Übersichtlichkeit nach vorne förderlich, lassen das Fahrzeug aber dynamischer und schlanker erscheinen. Die hintere D-Säule ziert eine schwarze Kunststoff-Fläche, die das Heck ebenfalls schlanker erscheinen lässt und zusätzlich für Dynamik sorgt. Vorne dagegen dominieren sieben horizontale Lamellen im Kühlergrill, wie auch schon im Mazda CX-5. Nett ist zudem, dass die Chromelemente des Kühlergrills in die Scheinwerfer weitergeführt werden, was dem Fahrzeug eine zusätzliche optische Harmonie einbringt.

Interieur

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Auch im Interieur merken wir eine Verwandtschaft mit dem kleineren Mazda2. So ist auch das Interieur des neuen Mazda CX-3 sehr aufgeräumt, und wir finden optional zum Beispiel eine edle große Kunstlederfläche, die sich am Armaturenbrett von links nach rechts zieht. Darüber thront eine durchgehende horizontale Zier-Linie in Reihe mit dem Lüftungsschlitz. Auch wenn der Rest des Armaturenbrettes aus nicht aufgeschäumtem Hartkunststoff besteht, ergibt das in Summe eine ansprechende Optik.

Die Lüftungsauslässe sind rund und tragen im Inneren einen Zier-Ring in Kontrastfarben. Zudem hat man einen weiteren Lüftungsauslass formschön in die Chromleiste integriert, so dass dieser auf den ersten Blick nicht als solcher zu erkennen ist. Das feststehende 7-Zoll-Farb-Touchdisplay sorgt dafür, dass man einige Knöpfe entrümpeln konnte. Es thront recht weit oben im Zentrum des Cockpits und ist von Fahrer- und Beifahrer gleichermaßen gut zu bedienen, weil der Dreh-/Drück-Knopf günstig auf dem Mitteltunnel platziert wurde. Zusätzlich lässt sich das Navi-Display aber auch direkt per „touch“ bedienen. Ganz wie es einem beliebt.

Das Navi selbst gefällt durch blitzschnelle Neuberechnung der Routen, wenn man von einer solchen mal abweichen sollte. Design und Auflösung sind auf der Höhe der Zeit und gefallen. Leider sucht man Apple CarPlay oder Android Auto bisher vergebens. Dafür klappt die Anbindung ans Mobiltelefon schnell und ohne Probleme, zudem lässt sich das Handy auch als Musikplayer einbinden. Sämtliche Knöpfe und Dreh-Regler fühlen sich hochwertig an, wenngleich einige von ihnen links vom Lenkrad verdeckt werden. Der zentrale Drehknopf auf dem Mitteltunnel klickt allerdings sehr schön beim Einrasten und erinnert ein wenig an einen Audi.

Optisch hat Mazda den Innenraum durch die Verwendung verschiedener Materialien durchaus ansehnlich gestaltet. Das sieht, zumindest in der von uns getesteten „Sports-Line“-Ausstattung schon fast ein Klasse höher aus. Was nicht ganz gefällt, ist die Tatsache, dass sich die Mittelkonsole etwas wabbelig anfühlt und mit dem rechten Bein etwas bewegt werden kann.

Zweiter (kleiner) Wermutstropfen: Das moderne Design lässt im Fond nicht allzu viel Kopfraum zu. Menschen mit mehr als 1,80 m Größe müssen damit rechnen, dass ihre Haare im Fond den Himmel berühren und hinter einem Hünen als Fahrer möchte man als Erwachsener nicht unbedingt in der zweiten Reihe sitzen. Dafür wäre dann eher ein CX-5 angebracht. Und auch der Kofferraum bietet nur noch 287 Liter Volumen an, wenn wie in unserem Testwagen das verbaute Bose-Soundsystem seinen Subwoofer im Kofferraum-Boden versteckt (ohne Soundsystem: 350 Liter). Schließlich genießt man beim CX-3 aber dafür die überschaubaren Abmessungen im Stadt-Verkehr.

Die Sports Line punktet mit einem hellen Interieur und Kontrastfarben, doch bereits die Center Line bietet die Kunstleder-Applikation am Armaturenbrett und steht in Materialqualität der Top-Linie in nichts nach.

So teilen sich die Ausstattungslinien auf in Prime-, Center-, Exclusive- und Sports-Line.
Die Prime-Line enthält elektrisch einstellbare Außenspiegel, Klimaanlage, Audio-System mit Radio, USB- und AUX-Anschluss sowie Front-, Seiten- und Kopf-/Schulter-Airbags.
Für 2.000 Euro Aufpreis gibt es die Center-Line, die dann zusätzlich 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Sport-Lederlenkrad, Klimaautomatik und das erwähnte 7-Zoll-Farb-Touchdisplay bietet. Ab hier ist auch der City-Notbremsassistent enthalten, der leider nicht in der Basisversion serienmäßig ist. Ferner gibt es einen Tempomat.

Noch einmal rund 2.200 Euro teurer ist die Exclusive-Line, die dann zusätzlich Licht- und Regensensor, Einparkhilfe hinten, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, Digitalradio DAB und einen Spurhalte-Assistenten enthält. Für das Exterieur gibt es LED-Scheinwerfer für Fern- und Abblendlicht. Auch LED-Tagfahrlicht und LED-Nebelscheinwerfer sind hier serienmäßig an Bord.

Die Sports-Line (ab 23.290 Euro) rüstet dann zusätzlich auf mit 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, keyless entry, Rückfahrkamera und Head-up-Display. In unserem Testwagen war zusätzlich u.a. noch das Technik-Paket für 1.300 Euro verbaut, was unter anderem mit einer adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage mit radargestützter Distanzregelung, einem Pre Crash Safety-System mit aktivem Bremseingriff oder einer Ausparkhilfe aufwartet. Das BOSE Sound-System, dynamisches Kurvenlicht, ein Fernlichtassistent, sowie ein Spurwechselassistent gehören auch noch zu diesem empfehlenswerten Paket.

Motoren

Mazda bietet noch Sauger-Benziner an, die nicht wie Turbobenziner so weit von den offiziellen Verbräuchen abweichen. So gibt es den 2.0 l SKYACTIV-G Benzindirekteinspritzer mit 120 oder 150 PS, offizieller Verbrauch um die 6 Liter / 100 km. Wir rechnen effektiv mit knapp über 7 Litern.

Außerdem noch den in unserem Testwagen verbauten 1.5 l Diesel mit 105 PS (kombinierbar mit Allrad und(oder Automatik), den wir mit rund 6,3 Litern auf hundert Kilometern bewegt haben. Sicherlich ein Tribut an den Allrad-Antrieb, dass dieser kleine Selbstzünder hier nicht ganz so sparsam war, wie wir uns das versprochen haben.
Kombiniert werden können die Motorisierungen jeweils mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder einer Sechsstufen-Automatik sowie mit Allrad (nur nicht für den schwächeren Benziner).

Während also der Basis CX-3 schon für 17.990 Euro zu haben ist, kostet der Diesel mit Allrad und Automatik mindestens 28.690 Euro. Dann aber mit der reichlichen Sports-Line-Ausstattung.

Fahrverhalten

Der Mazda CX-3 fährt sich mit dem optionalen Allrad-Antrieb und den 105 Diesel-PS durchaus agil und sicher. Autobahn-Etappen meistert er dank lang übersetztem 6. Gang sparsam, wenngleich die Elastizität im 6. Gang nicht mehr ganz überzeugt. Dank der hakelfreien Schaltung gelingen aber Gangwechsel ohne Probleme Die Sportsitze sind bequem, könnten aber etwas „breiteren“ Menschen mehr Seitenhalt und Sitzfläche bieten. trotzdem sitzt man ermüdungsfrei auf dem Gestühl. Auch Dank der in dieser Ausstattungsvariante serienmäßigen Sitzheizung.

Serienmäßig in der Sports-Line-Ausstattung sind Sitze mit einer Materialkombination aus Kunstleder und Stoff. Die in unserem Testwagen verbauten Sitze aus Echtleder und einer Art Alcantara, Mazda nennt das LUX SUEDE, kann man sich also sparen. Zudem gibt es diese Option nur in Pure-White/Anthrazit, was zwar edel aussieht, aber sehr schmutzempfindlich sein dürfte.
Ganz allgemein können wir die Sitze aber empfehlen, da die aufrechte Sitzposition einen guten Langstreckenkomfort bietet.

Beim Soft-Offroad-Test macht der Mazda CX-3 eine gute Figur: Die Plastik-Schützer, die den Offroad-Look ausmachen, erweisen sich als praktisch, da man im Zweifelsfall bei kleineren Kratzern hier nicht sofort neu lackieren muss. Die größere Bodenfreiheit lässt einen entspannter über Kanten fahren oder auf unebenem Terrain wenden. Überhaupt ist Wenden mit dem CX-3 gar kein Problem, weil die Lenkung spielerisch leicht zu drehen ist. Erstaunlicherweise ist die Lenkung dafür trotzdem direkt bei höheren Geschwindigkeiten. Durch den im Testwagen verbauten Allrad-Antrieb gab es mit der Traktion auch aus engen Kurven keine durchdrehenden Räder. So stellen auch verschneite Winterstrassen oder unbefestigte Waldwege kein Problem mehr dar.

Es macht also durchaus Freude, den Mazda CX-3 zügig auf der Straße zu bewegen. Er schaukelt nicht auf und die Lenkung ist direkt genug, um einen gewissen Fahrbahnkontakt zu vermitteln. Wirklich erstaunlich, wie der CX-3 so viele Disziplinen zugleich meistert.

Abmessungen
Länge: 4.27 m

Breite: 1.76 m

Höhe: 1.55 m

Radstand: 2.57 m

Kofferraumvolumen: 350 bis 1.260 Liter (287 Liter bei verbautem Bose-Soundsystem)

Preis:
Mazda CX-3 SKYACTIVE 120 „Prime-Line“ ab 17.990 Euro
Testwagenpreis: Mazda CX-3 „Sports-Line“ SKYACTIV-D 105 AWD 30.830 Euro

Serienausstattung u.a.:
– Leichtmetallfelgen mit 215/50 R18 Bereifung
– Schlüsselloses Zugangssystem
– Rückfahrkamera
– Head-up Display

Konkurrenten u.a.:

Opel Mokka X (ab 18.990 Euro)
Audi Q2 (ab 24.990 Euro)
Mini Countryman (ab 20.400 Euro)

 

Fazit: Der Mazda CX-3 ist mit Recht einer der beliebtesten kleinen SUVs in Deutschland. Nicht unbedingt, weil er ein Schnäppchen ist, sondern weil Mazda hier die Zutaten gefunden hat, zu einem nicht Premium-Preis fast eine Premium-Qulität auszuliefern. Dass der Mazda CX-3 ein überzeugendes Konzept mit einem ansprechenden Design verbindet und zudem noch solide wirkt, untermauert das. Wer sich für den CX-3 entscheidet, wird nur ganz wenige Haare in der Suppe finden. Mazda scheint ganz genau zu zuhören, was der Kunde wünscht. Nur schwer haben wir kleine Kritikpunkte finden können. Mit dem Mazda CX-3 fühlt man sich im Stadtdschungel wohl, passt in alle Parklücken, aber kann gleichzeitig schon ein komfortables SUV-Gefühl genießen. Das macht ihn auch etwas unempfindlicher gegen Hindernisse auf dem Boden, obwohl er immer noch zügig und mit Freude zu fahren ist.

Autogefühl: ****

Text/Fotos: Autogefühl, Thomas Blachetzki
Video: Autogefühl, Thomas Majchrzak

Einen weiteren CX-3 Artikel gibt es bei motoreport.

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2 Responses to Mazda CX-3 Test Sportsline D-105 AWD

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  2. […] es den Skyactiv-G 120 nur mit Frontantrieb. Einen Diesel im CX-3 gibt es mit 105 PS – als Skyactiv-D 105. Wahlweise wieder mit Frontantrieb oder Allradantrieb – beim AWD optional auch mit der 6-Gang […]

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