VW Touareg Exclusive & Executive Edition Fahrbericht

Zum Ende seiner Generation kommt der VW Touareg nochmals in einer Executive Edition auf dem Markt. Executive und Exclusive sind die beiden Top-Trims für den Touareg, die preislich schon definitiv im Premium-Bereich liegen. Sind sie es auch in allen anderen Belangen? Wir machen die Premium-Abschiedstour für den Touareg II mit dem VW Touareg Exclusive. Von Thomas Majchrzak

Wir haben bereits einen Ausblick auf die neue Touareg-Generation werfen können, doch bevor diese offiziell vorgestellt wird, möchte Volkswagen mit der Executive Edition und dem Touareg Exclusive noch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Hauptmärkte sind neben dem heimischen, auch die USA, Russland und China. Executive Edition und Exclusive erhält man mit der kleinsten Motorisierung (204 PS) ab gut 65.000 Euro, sie sind damit gut 12.000 Euro teurer als die Basisversion. Für die 262 PS Variante muss man mindestens 68.500 Euro auf dem Tisch legen. Der aktuelle Touareg basiert noch auf derselben Plattform wie Porsche Cayenne und der alte Audi Q7, der neue Audi Q7 hat für die Konzernbrüder nun die neue Plattform vorgegeben, auf der dann bald die neuen Modelle von VW und Porsche folgen.





Exterieur

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Der VW Touareg ist grundsätzlich konservativ und elegant gezeichnet. Hier wird nicht mit dem Design gespielt. Seit dem jüngsten Facelift ist die Gestaltung noch stringenter, gerade bei den horizontalen Lamellen am Frontgrill. Eine der Lamellen führt direkt in die kantig gehaltenen Frontleuchten über. Diese sind serienmäßig mit Bi-Xenon-Scheinwerfern, LED Tagfahrlicht und Kurvenfahrlicht ausgestattet. Letzteres ermöglicht, dass die Leuchten dem Abbiegevorgang folgen. Der Chrom-Rahmen unterhalb der Lufteinlässe verläuft einmal rund um das Fahrzeug und wertet das Full-Size-SUV optisch auf. Sowohl Executive und Exclusive setzen auf Chrom-Elemente, sie unterstreichen Front, Seite und Heck. Ansonsten ist serienmäßig auch ein Dachreling mit an Bord.

Unser Fahrzeug in Exclusive Line in Canyon Grey trägt 19-Zoll-Felgen in Silber, die Executive Line käme direkt mit 20-Zoll-Felgen in Schwarz, optional sind maximal 21 Zoll große Felgen verfügbar.

Für weitere 1.300 Euro kann man auch noch eine R-Line aufsatteln. Im Rahmen dieses Paketes erhält man den Spoiler und die Schwellerverbreiterungen in Wagenfarbe, sowie ein sportlicheres Design für die Stoßdämpfer. Natürlich gibt es ein eigenes R-Line-Logo.

Interieur

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Im Interieur gibt es seit dem jüngsten Facelift neue Bedienelemente und Beleuchtungslösungen, neue Dekore und neue Farben der Tierhaut-Ausstattungen. Die hochwertigen Alu-Schalter sehen nun so aus, als wären sie aus einem Block gefräst. Die Drehknöpfe mit schraffierter Feilenoberfläche erinnern stark an Konzernschwester Audi oder auch Bentley. Und überhaupt: Der Volkswagen Touareg hat zweifelsohne eine Premium-Verarbeitung. Die Zeit der “Volks”-Wagen scheint hier vorbei, bei einem Touareg muss man keine Abstiche vom Luxus machen.

Die Basisversion in Deutschland kommt mit Stoffsitzen, die in puncto Klimakomfort sehr anzuraten sind. Obwohl grundsätzlich Kunstleder-Varianten verfügbar sind, diese werden zum Beispiel in den USA serienmäßig eingesetzt, sind Executive und Exclusive Line grundsätzlich mit Tierhaut-Sitzen versehen. In der Executive Edition sind die Sitze ferner mit einem Rauten-Muster gesteppt.

Serienmäßig erhält man in den hohen trim levels hochwertige Holzverzierungen im Türinneren sowie oberhalb des Handschuhfaches und ein beheizbares Lenkrad. Außerdem ist eine Ambientebeleuchtung von Haus mit dabei, welche sich über das Infotainmentsystem individuell einstellen lässt.

Obwohl der VW Touareg das vielleicht kleinste Full-Size-SUV ist, da die Länge von 4,79 sozusagen den Übergang zum Kompakt-SUV-Segment markiert, bleibt im Innern massig Platz. Vier oder sogar vielleicht fünf 1,95 m Personen hätten keinerlei Probleme. Vorne wie hinten zählt der Touareg zu den bequemsten Fahrzeugen überhaupt. Und im Fond bleibt massig Bein- und Kopffreiheit. Optional ist auch eine Vier-Zonen-Klimaautomatik verfügbar, die sich hinten dann ebenfalls wieder mit hochwertigen schraffierten Metallknöpfen einstellen lässt. Übrigens ist für den Fond auch eine 230-V-Steckdose erhältlich. Geräumig geht es im Laderaum weiter, denn hier sind die Abmessungen ebenfalls sehr praktisch. Zudem kann man die Sitze elektrisch umklappen lassen. Hat man die optionale Luftfederung gewählt, ist ferner eine Absenkung der Ladefläche möglich.

Serienmäßig gibt es ferner folgende Systeme in den Luxus-Ausstattungen:

– Infotainment-System mit Navigations RNS 850
– Dynamische Fernlichtregelung (Dynamic Light Assist)
– Dynamisches Kurvenfahrlicht
– Parkdistanzkontrolle

Für 3.000 Euro kann man noch zusätzliche Assistenz-Systeme ordern. Das Paket beinhaltet neben der Active Cruise Control (ACC) auch den Front Assist und die City-Notbremsfunktion, die in einer Gefahrensituation das SUV bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h autonom bremsen kann und somit Unfälle vermeidet oder zumindest abmildert. Spurwechsel- und Spurhalteassistent sind, wie auch die Parkdistanzkontrolle, mit in dem Paket enthalten. Wer mehr über diese Sicherheitssysteme erfahren möchte, kann sich unseren Testbericht bezüglich der Sicherheitssysteme im Skoda Superb anschauen, denn all diese Systeme sind im ganzen Konzern erhältlich, möglicherweise nur unter anderem Arbeitstitel. Wem dieses Paket nicht genug ist, der kann auch die Umgebungsansicht inkl. einer Rückfahrkamera für 1.200 Euro bestellen. Man sollte jedoch beachten, dass es nur in Verbindung mit dem Licht- und Sicht-Paket für Memory-Pakete bestellbar ist.

Motoren

Der VW Touareg Executive ist in Deutschland nur in Verbindung eines Dieselmotors erhältlich und kommt serienmäßig mit einem 8-Gang-Automatik-Getriebe und Allradantrieb. Im Detail schaut es wie folgt aus:

3.0 V6 TDI
204 oder 262 PS
6,9 l/100 km (kombiniert)

Bei der 262 PS Variante kann man sich zwischen der Standardversion und einer Version mit „Terrain Tech“ entscheiden, welches die Off-Road Fähigkeiten des Touareg erhöht. Außerhalb der Executive-Variante sind ebenso Benziner erhältlich. Außerdem sollte man für einen realistischen Verbrauchswert nochmals zwei bis drei Liter auf die Werksangabe addieren.

In den USA wird der Touareg Executive mit einem 3.6 V6 Sauger-Benziner mit 280 PS angeboten.

Fahrverhalten

Der Volkswagen Touareg ist für uns eines der bequemsten Fahrzeuge auf dem Markt. Die Sitze sind großartig und man hat das Gefühl, man könnte sofort bis Italien durchfahren. Serienmäßig federt der Touareg mit Stahlfedern, optional ist traditionsgemäß eine Luftfederung verfügbar. Diese kann dem Koloss zum Beispiel im Gelände 30 cm mehr Bodenfreiheit bescheren, einfach einzustellen mit einem Dreh-Knopf in der Mittelkonsole. Ab einer Geschwindigkeit von 140 km/h wird die Karosserie automatisch wieder abgesenkt. In Verbindung mit der seit dem Facelift serienmäßigen 8-Gang-Automatik fährt sich der Touareg so smooth, ein Traum. Der Diesel ist seit dem Facelift noch kultivierter und leiser und so ergibt sich insgesamt ein extrem entspannendes Gefühl beim Cruisen. Dazu trägt auch die hochwertige Geräuschisolierung mit den Doppelglas-Fenstern bei.

Die Lenkung ist nicht sehr direkt, weil sie noch feinfühlige Offroad-Manöver ermöglichen soll. Dafür fühlt sich der Prozess natürlich an. Gleichzeitig muss man nicht allzu viel Kraft für die Servolenkung aufwenden, so dass das Einparken nie zum Problem wird. Man merkt beim Fahren ferner, dass man die hohe aufrechte Sitzposition genießt, ohne dass man ein zu großes Fahrzeug durch die Gegend bewegt.

Abmessungen

Länge: 4,79 m
Breite: 1,94 m
Höhe: 1,70 m
Radstand: 2,89 m
Leergewicht: 2.103–2.315 kg

Fazit: Der VW Touareg ist ein zeitlos schönes und praktisches SUV, das noch nicht zu groß geraten ist, aber bereits alle Luxus-Features und ein erhabenes Fahrgefühl bietet. Wichtig ist die sehr gute Platzausnutzung in allen Bereichen des Fahrzeugs. Außen wie innen ist der Touareg auf ein Minimum an Komplexität reduziert, was ein sauberes Design und eine einfache Bedienung ergibt. Lediglich am mittlerweile etwas langsamen Infotainment-System merkt man, dass der Touareg nicht mehr in allen Belangen auf Höhe der Zeit ist. Wenn man davon absieht, kann man fast sagen, dass es gar keinen großen Bedarf für einen Touareg III gibt. Aber doch, den gibt es, und die Vorfreude auf den Touareg III ist groß, wie unser Video-Ausblick bereits gezeigt hat. Abgesehen übrigens von den Top-Versionen, die wir hier unter die Lupe genommen haben und die schon mal schnell 90.000 Euro kosten können, hat der Touareg eher die Stärke darin, dass er bereits in der Basisausstattung viel bietet – und dann eben doch noch deutlich günstiger ist als die üblichen Premium-Verdächtigen.

Autogefühl: *****

Produktion: Autogefühl, Michel Weigel & Thomas Majchrzak

Mehr zur Touareg R-Line gibt es bei motoreport und bei der-auto-blogger.

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