Porsche Macan Turbo Performance Test

Wir hatten bereits einige Male den Porsche Macan im Test. Doch bislang fehlt der PS-stärkste Macan Turbo, den es nun sogar noch mit Performance Paket gibt. Wie rentiert sich der Aufpreis und macht es überhaupt Sinn, noch mehr PS für das Kompakt-SUV zu haben? Dies und alles andere, was man über den „Tiger“ wissen muss, verraten wir in unserem Testbericht aus dem eisigen Norden. Der Porsche Macan Turbo Performance. Von Thomas Majchrzak

Der Porsche Macan ist neben dem Cayenne das zweite SUV der Stuttgarter und beginnt in seiner Basisversion bei 55.000 Euro. Der einfache Macan Turbo liegt bei 83.700 Euro und in Verbindung mit dem Performance Paket wächst der Preis auf 91.000 Euro an – nimmt man nun noch weitere optionale Pakete dazu, so hat man problemlos den Einstiegspreis verdoppelt.

Mit 440 PS ist der Performance nochmals 40 PS leistungsfähiger als der Turbo. Ansonsten haben wir weiterhin einen 3.6 Liter V6-Biturbo mit an Bord. Die Leistungssteigerung erlaubt es, unter perfekten Bedingungen in 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h (4,6 ohne Performance-Paket) und in 10,4 Sekunden von 0 auf 160 zu beschleunigen. So ist das Sport-Chrono-Paket in der Performance-Version bereits enthalten (u.a. analoge Uhr, Sport-Plus-Modus), PASM (Porsche Active Suspension Management) mit 15 mm Tieferlegung, eine größere Bremsscheibe vorne und die Sport-Abgasanlage.





Exterieur

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Der Name Macan (indonesisch) oder deutsch Tiger, repräsentiert das Exterieur sehr passend. Große Lufteinlässe, große und serienmäßig mit Xenon ausgestattete Leuchten (optional LED), sowie eine sehr präsent wirkende Motorhaube formen die Front und lassen das Fahrzeug wie ein Raubtier wirken. Die Front wirkt aufgeräumt, Highlight sind die LED-Tagfahrleuchten in Vier-Punkt-Design. Die horizontalen Elemente werden ebenfalls entlang der Seite übernommen, so befindet sich eine Einkerbung unterhalb der Türgriffe, die die Sportlichkeit des SUVs unterstreicht. Dazu kommen die serienmäßigen 19 Zoll Felgen, die sich optional auf 21 Zoll vergrößern lassen. Unsere Fotos zeigen die optionalen 20-Zöller im Spider-Design. Die Fenster des Macan Turbo sind schwarz umrahmt.

Am Heck des Macan fallen zwei Dinge sofort auf, einmal die vier schwarzen Endrohre der Sportabgasanlage und andererseits der Spoiler. Die LED-Rückleuchten sind dreidimensional und in die Horizontale gestreckt.

Interieur

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Sportlich, edel und hochwertig, so kann man das Porsche Macan Turbo Performance Interieur beschreiben. Straff sind die Oberflächenmaterialien gezogen, das entspricht der “Spannung” des Exterieur-Designs. Serienmäßig sind die Sitze leider mit Tierhaut überzogen (Stoff gibt’s nur im Basis-Macan), können jedoch für rund 5.000 Euro gegen eine Alcantara/Leder-Mischung ersetzt werden.

Platzmäßig bleibt ausreichend Raum für vier 1,90 m Erwachsene. Der Porsche Macan ist kein Raumwunder im Kompakt-SUV-Segment, hinterlässt hier aber einen ordentlichen Eindruck. Im Fond sollte man kein Panoramadach wählen, wenn häufig sehr große Menschen hinten mitfahren.

Das Infotainmentsystem hinterlässt einen sehr guten Eindruck bei uns: Es arbeitet zuverlässig und schnell. Außerdem wurde der Bildschirm sehr gut in die Designlinie eingebaut. Für kalte Wintertage gibt es ebenso ein beheizbares Lenkrad gegen Aufpreis. Für rund 1.000 Euro lässt sich die Geräusch- und Wärmeverglasung nochmals verbessern, wodurch man seine Musik über das optional verfügbare Bose Soundsystem besser genießen kann. Durch dieses Paket werden die hinteren Scheiben auch getönt.

Mit dem Sport-Chrono-Paket ist die analoge Uhr mit abgedeckt, die natürlich einen zusätzlichen emotionalen Reiz hat.

Die Rücksitze lassen sich nach einem 40:20:40 Schema umklappen. Dabei erhöht es das maximale Ladevolumen von 500 Litern (nur Kofferraum) auf 1.500 Liter. Und genau hier macht sich der Unterschied von 4 cm in der Länge bemerkbar, denn beim Jaguar F-Pace passen alleine schon im Kofferraum 650 Liter (150 l mehr) hinein. Leider sind die Rücksitze beim Macan nur vom Fond aus umklappbar, vom Kofferraum aus erreicht man den Klappmechanismus nur, wenn man die Kofferraumabdeckung entfernt.

Ein Park Assistent, Surroundview und eine Rückfahrkamera sind zusammen in einem Bundle von etwa 2.000 Euro verfügbar. Ebenso kann optional Keyless Entry bezogen werden. Wem die standardmäßigen Leuchten nicht ausreichen, der kann für ca. 700 Euro das Porsche Dynamic Light System Plus beziehen, bei dem sich die Beleuchtung automatisch an die Wetterlage anpasst und auch den Gegenverkehr nicht blenden soll. Des Weiteren ist das Porsche Active Safe (PAS) leider nur optional erhältlich. Dieser Adaptive Tempomat kann den Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug im Geschwindigkeitsbereich von 30 bis 210 km/h halten und ist dazu in der Lage, bei Gefahr autonom zu bremsen. Auch andere Sicherheitsfeatures, wie der Spurhalte- und Spurwechselassistent sind nur gegen Aufpreis erhältlich. Ein automatischer City-Notbremsassistent ist leider nicht erhältlich.

Motoren

Für den Einstiegs-Macan steht folgender Vierzylinder-Benziner zur Verfügung:
2.0 R4
252 PS
7,5 l/100 km
6,7 Sek 0-100 km/h

Weiter geht es mit dem Macan S:
3.0 V6 (Benziner)
340 PS
9,0 l/100 km
5,4 Sek 0-100 km/h

Macan S Diesel
3.0 V6 (Diesel)
258 PS
6,3 l/100 km
6,3 Sek 0-100 km/h

Der Porsche Macan GTS kommt mit folgender Motorisierung:
3.0 V6 (Benziner)
360 PS
9,2 l/100 km (kombiniert)
5,2 Sek 0-100 km/h

Macan Turbo
3.6 V6 (Benziner)
400 PS
9,2 l/100 km

Der Macan Turbo mit Performance Paket hat den leistungsstärksten Motor an Bord:
3.6 V6 (Benziner)
440 PS
9,7 l/100 km

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Fahrverhalten

Während der Standard-Macan ein normales Stahlfederfahrwerk aufweist, bekommt man ab dem Macan GTS das Porsche Active Suspension Management (PASM) inkl. Tieferlegung um 15 mm. Bei diesem adaptiven Fahrwerk kann der Fahrer zwischen Komfort, Sport und Sport Plus das Fahrwerk anpassen. Das PASM kann, zusammen mit dem Mercedes GLC und dem neuen Audi Q5 exklusiv für dieses Segment, mit einer Luftfederung erweitert werden. Dann ist das Luftfahrwerk um 10 mm tiefer gelegt als das Standard-Luftfahrwerk. Die Luftfederung liegt bei 2.600 Euro.

Wie bereits der GTS oder der „einfache“ Turbo lässt sich natürlich die Performance Version absolut agil und sportlich fahren. Doch ist der Unterschied so großartig, dass sich der gut 10.000 Euro große Aufpreis rentiert? Eigentlich eher weniger. Keiner wird einen großen Unterschied in puncto Agilität spüren. Es ist sozusagen nur ein “Volle Hütte”-Paket. Stark bemerkbar macht sich dagegen die Sport-Abgasanlage, die ordentlich röhrt.

Im Vergleich zum größeren Bruder Cayenne lässt sich der Macan generell agiler fahren. Allerdings sind nur gut 10 Prozent der Porsche-Kunden vom Cayenne zum Macan gewechselt.

Die Geräuschdämmung im Porsche Macan ist großartig und wenn man gemächlich fährt, kann man auch motormäßig ruhig auf langen Strecken unterwegs sein. Der serienmäßige Allradantrieb schickt die Kraft vorwiegend auf die Hinterräder, es sind Verhältnisse von 0:100 vorne/hinten aber auch umgekehrt möglich, je nach Schlupf-Situation. Tritt man zum Beispiel richtig fest aufs Gaspedal, sieht man in der Allradanzeige in den Instrumenten, dass die Verteilung gen 50:50 gestellt wird, um einen möglichst rasanten, aber gleichzeitig harmonischen Vortrieb zu ermöglichen. Im Sport- oder Sport-Plus-Modus wird direkt der Klappenauspuff mit aktiviert und der Macan Turbo klingt wie ein echter Sportwagen, zudem werden die Schaltzeiten sportlich optimiert.

Beim Anfahrtest fällt uns auf, dass man mit den elektronischen Helferlein viel besser vom Fleck kommt. Wenn man dagegen auf freier Fläche Spaß haben möchte, kann man in zwei Stufen das ESP herunterregeln. Für normale Straßenfahrten ist das aber nicht zu empfehlen.

Abmessungen

Länge: 4,69 m
Breite: 1,93 m
Höhe: 1,61 m
Radstand: 2,81 m

Fazit: Das Performance-Paket ist für diejenigen, denen der Preis egal ist und die einfach die Top-Version haben möchten, noch mit I-Tüpfelchen. Generell bleibt das Design des Porsche Macan überzeugend, egal ob Exterieur oder Interieur. Das Fahrverhalten ist, wie es sich gehört, einerseits sportlich und andererseits sehr komfortabel, gerade, wenn man die optionale Luftfederung dazu wählt. Der Macan Turbo zeichnet sich insbesondere durch den brüllenden Sound aus. Meistverkauftes Modell ist allerdings der Vierzylinder, da dieser in China aufgrund der Regelungen für Zulassungen und Steuern mit weniger Hubraum besser dasteht.

Autogefühl: ****

Produktion: Autogefühl, Thomas Blachetzki & Thomas Majchrzak

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One Response to Porsche Macan Turbo Performance Test

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