Skoda Kodiaq Scout Test 2018

Der Skoda Kodiaq ist inzwischen auch in besonderen Varianten verfügbar, wir haben uns den Skoda Kodiaq Scout vorgenommen, der optisch und technisch den eigentlichen SUV- oder Offroad-Aspekt unterstreicht. Von Thomas Majchrzak

In Deutschland beginnt der Skoda Kodiaq in der Basisvariante Active bei gut 26.500 Euro, die Ausstattungslinie Ambition bei 29.000 Euro und die höchste Variante Style beginnt bei 31.500 Euro. Der Kodiaq Scout ist nur mit Allrad erhältlich und steigt damit dann auch direkt mit teureren Motorisierungen ein, er bewegt sich zwischen 36.000 und 42.000 Euro.




Exterieur

Mit einer Länge von 4,70 Metern ist es schwer, noch von einem Kompakt-SUV zu reden, nichtsdestotrotz ist der neue Skoda Kodiaq etwas zu kurz, um längenmäßig mit einem Volvo XC90 oder einem BMW X5 mitzuhalten. Er markiert die Grenze zwischen Kompakt- Full-Size-SUV. Neben dem Yeti ist der Kodiaq das zweite SUV der Tschechen, oder wenn man den Yeti als Crossover einordnet das erste “echte” SUV. Größter Markt ist für Skoda mittlerweile China, danach klassisch Europa.

In der Front zeigt der klassische Kühlergrill unmissverständlich die Skoda-Markenidentität. In der Scout-Variante zeigt der Kodiaq ferner eine silberne Spoilerlippe, dahinter befindet sich ein Unterfahrschutz für Motor und Getriebe. Basis sind Halogen-Scheinwerfer. Die optionalen Voll-LED-Scheinwerfer (1.000 Euro) zeichnen eine 3D-Optik im tschechischen Glashandwerk-Look. Die Rückleuchten kommen übrigens serienmäßig mit LED-Technik und sind ebenfalls kunstvoll in Kristall-Optik gestaltet. Vorne wie hinten sind die Leuchtenpaare in die Waagerechte gezogen, um die Breite des Fahrzeugs zu betonen. Das kantige Design markiert in der Front Stärke, wohingegen die Fensterlinie relativ schmal ausgefallen ist, um das Fahrzeug in der Seitenansicht nicht allzu bullig wirken zu lassen. In der Scout-Version sind die Radhäuser im Plastik-Offroadlook gehalten, die Fenster dagegen mit Chrom umrandet. Auch die Spiegelkappen sind in Silber gehalten. Serienmäßig wird der Kodiaq mit 17-Zoll-Felgen ausgeliefert. In der höchsten Ausstattungslinie Style sind 18 Zöller mit an Bord. Ab der Linie Ambition kommt man auf 19-Zoll-Felgen, oder auch serienmäßig beim Scout. Am Heck taucht beim Scout erneut der Silber-Matte-Spoiler auf. Unsere Farbe hier: Lava-Blau.

Der Skoda Kodiaq basiert wie der neue VW Tiguan auf demselben MQBA2-Baukasten des Konzerns und hat denselben Radstand wie der kommende Tiguan XL. Der Skoda Kodiaq misst 4,70 m Länge und hat mit 2,79 m Radstand gut 11 cm mehr Radstand als der Standard-Tiguan.

Interieur

Der Skoda Kodiaq Scout hat folgende Finessen für das Interieur inkludiert: Multifunktionslenkrad, LED-Ambientebeleuchtung, Alcantara-Scout-Sitze, Parksensoren vorne und hinten, Dekoreinlagen in Holzoptik, Alcantara-Einlagen auf den Innenseiten der Türen, Zwei-Zonen-Klimaanlage, Tempomat, 6,5“ Screen mit Bluetooth-Anbindung. Insgesamt eine Rundum-Glücklich-Ausstattung, wobei man immer noch mehr hinzufügen kann, etwa das große Infotainment-System, dazu gleich mehr.

Das Innenraum-Design des Skoda Kodiaq ist auf den ersten Blick eher zurückhaltend und funktional. Im Detail entdecken wir dann interessante Design-Aspekte wie das Soft-Touch-Armaturenbrett, das Designkanten wie beim Exterieur eines Autos aufweist. Das Infotainment-System ist etwas eingelassen, die Designlinien führen darauf zu. Die Verarbeitungsqualität ist ausgezeichnet, ohne Probleme kann man den Skoda Kodiaq als Premium bezeichnen.

Zur Serienausstattung in allen drei Ausstattungsvarianten zählen Stoffsitze, die sehr bequem sind – der aufrechten Sitzposition und dem üppigen Platzangebot sei dank. Ferner ist die Sitzfläche auffällig breit, somit kommt jeder damit zurecht. Die Standard-Stoffvariante ist bereits attraktiv mit visuellen Kontrasten wie Nähten und abgesetzten Seitenlehnen gestaltet. Optional gibt es die Mischung Stoff auf den Innenseiten und Kunstleder auf den Außenwangen, um designtechnisch noch etwas mehr den Premium-Charakter zu betonen, ebenfalls also eine gute Lösung. Optional steht dann eine Variante mit Alcantara innen und Tierhaut außen zur Verfügung. Stoff auf den Innenflächen hat insofern den Vorteil, als dass dieser die besten Klimaeigenschaften aufweist. Das Alcantara sieht zwar auch sehr hochwertig aus, wird allerdings im Sommer schneller wärmer. Darüber hinaus ist das Nutzen von Tierhaut auf den Außenwangen unnötig und könnte auch wie bei der Stoff-Kunstleder-Kombi aus Kunstleder sein. Die letzte verfügbare Option ist dann die volle Tierhaut-Ausstattung. Das Lenkrad ist fast immer mit Tierhaut bezogen, optional kann man ein beheizbares Lenkrad ordern.

Der Innenraum kann farblich entweder in Schwarz oder Beige gestaltet werden. Vor allem letzteres macht sich in Verbindung mit dem optionalen Glasschiebedach ziemlich gut. Positiv ist, dass Menschen über 1,90 Meter trotzdem in der zweiten Reihe ausreichend Kopffreiheit haben. Auch wenn der Kodiaq unter den Kompakt-SUVs an der oberen Grenze der Länge steht, so hat er also genauso viel oder sogar mehr Platz im Innern als ein Full-Size-SUV, das teilweise 30 cm länger ist. Die Rücksitzbank lässt sich im Verhältnis 60:40 umklappen, serienmäßig um 18 cm längs verschieben und die Lehnen-Neigung ist individuell einstellbar. Auf Wunsch gibt es zwei weitere Sitze in der dritten Reihe (7-Sitzer). Über einen zusätzlichen Hebel ist die Rückbank dann gleichzeitig klapp- und verschiebbar, damit man hinten einsteigen kann. Der Platz dort ist allerdings vorwiegend für kleinere Erwachsene und Kinder geeignet. Für letztere fehlen aber die Isofix-Punkte auf der letzten Reihe. Im 5-Sitzer beträgt das Kofferraumvolumen zwischen 720 l und 2.065 l (bei umgeklappten Rücksitzen). Ist ferner der optionale Beifahrersitz mit klappbarer Lehne an Bord, können Gegenstände bis zu einer Länge von 2,80 m transportiert werden (siehe schwarzer Innenraum mit manuell verstellbaren Sitzen, nicht verfügbar mit elektrisch verstellbaren Sitzen!).

Über die optionale Ambiente-Beleuchtung kann man den Innenraum in vielen Farben gestalten. Zentrum des neuen Cockpits ist das Infotainment-System, das in der höchsten Ausbaustufe die bisherigen festen Tasten durch kapazitive Flächen ersetzt. Damit ergibt sich ein noch größerer Look und eine nahtlose Oberfläche. Ferner fühlt sich die Touch-Oberfläche haptisch sehr interessant an, beinahe weich, sehr interessant und hochwertig. Nur sollte man immer ein Mikrofaser-Tuch im Auto mit dabei haben, um den Screen häufiger von Fingerabdrücken säubern zu können.

Und so kann man die Multimedia gegen Aufpreis nach und nach steigern:

Serie: Infotainmentsystem Swing
– 6,5-Zoll-Bildschirm

Infotainmentsystem Bolero
– 8,0-Zoll-Touchscreen
– In-Car-Communication (ICC), Freisprech-Mikrofon zeichnet die Sprache des Fahrers auf und überträgt sie über die Fond-Lautsprecher verstärkt nach hinten

Infotainmentsystem Amundsen
– Wie Bolero nur zusätzlich mit Navi und Anzeigemodus für Gelände und Kamerasystem

Infotainmentsystem Columbus
– 9,2-Zoll-Touchscreen mit Navi und WLAN-Hotspot, 64 GB-Flashspeicher und DVD-Laufwerk

Ferner steht eine Funktion zum induktiven Laden von Smartphones zur Verfügung.

Motoren

Die Motoren-Wahl ist für den Scout leicht eingeschränkt, ferner kommen alle Motoren mit Allrad.

Turbo-Benziner
1,4 TSI mit 150 PS (optional mit 6-Gang-DSG)
2,0 TSI mit 180 PS und 7-Gang-DSG

Turbo-Diesel
2.0 TDI mit 150 (optional 7-Gang-DSG) oder 190 PS mit 7-Gang-DSG

Fahrverhalten

In einem ersten Test sind wir den 1.4 TSI gefahren, den Motor mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Der 150 PS Motor hat genügend Leistung für Überholmanöver auf der Autobahn, er ist zudem grundsätzlich leise. Tritt man richtig aufs Gaspedal, hört er sich sogar gar nicht schlecht an. Einziger Nachteil: Mit wenig Hubraum, Allrad und Automatik schnellt der Verbrauch doch etwas in die Höhe, 10 l / 100 km sind locker drin.

Allerdings: Auch die anderen Motoren verbrauchen nennenswert. In unserem zweiten Test nun mit dem 2.0 TDI mit 190 PS stehen 7 l / 100 km auf der Uhr, wenn man es sachte angehen lässt. Gut, das ist dann gegenüber dem Benziner schon eine Ersparnis. Dieser Diesel ist mit gut 9 Sekunden auf 100 km/h eine knappe Sekunde schneller als der 1.4 TSI. Der Durchzug ist spürbar, insgesamt auch gut abgestimmt für das Fahrzeug. Der Motor ist ferner gut isoliert vom Innenraum, so dass man nicht allzu viel davon mitbekommt.

In puncto Fahrwerk steht optional die adaptive Fahrwerksregelung DCC (Dynamic Chassis Control) zur Verfügung. Nun ist das Basis-Fahrwerk bereits mehr als solide. Mit der DCC kann man dann aber noch seine persönlichen Vorlieben eingeben, so ist das Fahrwerk im Sport-Modus z.B. deutlich straffer, was für Serpentinen-Fahrten geeignet ist. Dann macht der Kodiaq richtig sportlich Spaß, eine Überraschung angesichts von Radstand und Gesamtlänge. Selbst schon im normalen Modus lässt sich der Kodiaq überraschend agil bewegen, wankt also keineswegs zu den Seiten. Lediglich die Lenkung ist etwas zu leichtgängig. Das bringt beim agilen Fahren nicht viel Lenkgefühl, allerdings ist es super einfach, den Kodiaq einzuparken, zumindest angesichts der Länge.

Der beim Scout serienmäßige Allradantrieb wird nach dem Motto vorne+hinten über eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung in Szene gesetzt. Dabei steht dann auch ein Offroad-Fahrmodus zur Verfügung, der die Bergabfahrhilfe aktiviert und das elektronische Stabilitätsprogramm etwas lockert, damit die Räder mehr Spielraum auf unebenem Grund haben.

Zu den optionalen Assistenzsystemen zählen Area View (Rundumkamera) und Tow Assist (Anhänger-Assistent). Letzterer bedient dann automatisch das Lenkrad, man muss nur mit dem Außenspiegel-Verstellknopf die Richtung des Anhängers vorgeben. Die Kombination aus Diesel, DSG und Allradantrieb kann Anhänger bis zu 2,5 t Gewicht ziehen. Dafür ist eine elektrisch entriegelbare Anhängerkupplung erhältlich. Bei den anderen Kombinationen sind nach ersten Informationen nur ca. 1,8 t möglich.

Während die meisten Assistenzsysteme optional sind, kommt der Front Assist inklusive City-Notbremsfunktion glücklicherweise serienmäßig. Dieser kann gefährliche Situationen, die mit Fußgängern oder anderen Fahrzeugen vor dem Auto entstehen, per Radar erkennen. Wenn nötig, warnt er den Fahrer und leitet bei Bedarf eine Teil- beziehungsweise Vollbremsung ein. Die City-Notbremsfunktion ist bis 34 km/h aktiv. Der optional erhältliche vorausschauende Fußgängerschutz (Predictive Pedestrian Protection) ergänzt den Front Assist.

Abmessungen

Länge: 4,70 m
Radstand: 2,79 m
Breite: 1,88 m (ohne Außenspiegel)
Höhe: 1,67 m
Gewicht: ab 1.452 kg (Basis-TSI mit Frontantrieb)

Fazit: Der Skoda Kodiaq Scout ist eine attraktive Ausstattungsvariante für alle, die den Offroad-Look und den Allradantrieb schätzen und sich den Kodiaq ohnehin in einer höheren Ausstattung holen würden. Eine passende Zusammenstellung mit Crossover-Styling. Richtig Offroad-tauglich sind 19-Zoll-Felgen natürlich nicht, aber der Unterfahrschutz ist tatsächlich ein echtes Offroad-Feature. In jedem Fall bleibt der Skoda Kodiaq das in der dieser Größe beste SUV, wenn man das Preis-Leistungsverhältnis ansetzt.

Autogefühl: *****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak




One Response to Skoda Kodiaq Scout Test 2018

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