Volkswagen GTI Vergleich VW up! GTI vs Polo GTI vs Golf GTI

Die GTI-Palette bei Volkswagen umfasst mittlerweile drei Modelle, up!, Polo und Golf. Wir vergleichen die drei Sportlichen auf der Rennstrecke. VW up! GTI vs VW Polo GTI vs VW Golf GTI. Von Thomas Majchrzak





Ab gut 10.000 Euro kann man den Volkswagen up! beziehen, ein VW up! GTI kommt auf gut 17.000 Euro.

Preislich beginnt der VW Polo in der Trendline (Einstiegsversion) bei rund 13.000 Euro. Der VW Polo GTI liegt bei knapp 24.000 Euro. Das ist zwar etwas teurer als die Vorgänger-Version, aber hierbei ist direkt der (nur noch erhältliche) 5-Türer inkludiert.

Der VW Golf beginnt bei gut 18.000 Euro und landet bei 30.000 Euro in der Basisversion des GTI.

Hier noch mal die Übersicht:
VW up! GTI: 17.000 Euro
VW Polo GTI: 24.000 Euro
VW Golf GTI: 30.000 Euro

Exterieur

VW up! GTI

Von außen wirkt der VW up! seit dem jüngsten Facelift auch schon in der Basisversion markanter, da die Frontleuchten etwas nachgeschärft wurden. Sie sind weniger abgerundet, sondern zeigen die ein oder andere Kante. Die GTI-Merkmale umfassen neben den Logos vorne z.B. rote Querstreifen im Kühlergrill mit Wabenmuster. Serienmäßig kommt der up! mit LED-Tagfahrlicht. Die Karosserie ist grundsätzlich nach dem Motto „form follows function“ gestaltet. Serienmäßig wird der VW up! mit 14-Zoll-Stahlfelgen ausgeliefert, optional gibt es 15- und 16-Zoll Alufelgen (15 Zoll Serie beim up! beats), die Spitze markieren 17 Zoll Räder im R-Design oder auch hier beim GTI, wo die Felgen den Rennstreckennamen Brands Hatch tragen. Der up! GTI kommt ferner mit einer 15 mm Tieferlegung. Für einen Aufpreis von 480 Euro kann man sich den 5-Türer bestellen. Der GTI kommt mit Hochglanz-Schwarz lackierten Außenspiegel-Kappen. Am Heck trägt der up! die charakteristische Glas-Heckklappe in Schwarz, die für ein bisschen Exklusivität sorgt. Der GTI erhält einen größeren Dachspoiler, der für einen höheren Anpressdruck an der Hinterachse sorgt. Für den up! GTI stehen die Uni-Farben Red und Pure White zur Verfügung sowie die Metallic-Farben Dark Silver und Pearl. Dabei kann man das Dach jeweils als Kontrast in Schwarz bestellen.

VW Polo GTI

Der neue Polo steht, wie der Seat Ibiza, auf der MQB A0 Plattform. Was beim neuen Polo direkt ins Auge sticht, ist die neue Länge. Mit 4,05 Metern ist er nicht nur 8 Zentimeter länger als der Vorgänger, sondern auch der längste Polo aller Zeiten. Trotzdem bleibt er damit noch im Kleinwagensegment. Der Polo ist nicht nur länger, sondern auch deutlich breiter geworden, um ganze sieben Zentimeter. Die neue Breite beträgt nun 1,75 Meter. Die neue Generation bringt auch Elemente mit, die man bisher nur aus der Kompaktklasse kennt, darunter die optionalen LED-Scheinwerfer (Serie: Halogen). Im Gegensatz zum Konkurrenten Seat Ibiza sind die Frontleuchten nicht schnittig und kantig gehalten, sondern eher geschwungen. Schön in der optionalen R-Line ist, dass eine horizontale Chromlinie die leichte Schwingung aus den Leuchten mit in den Kühlergrill übernimmt. Beim Polo GTI bekommt man die rote Zierspange, die vom Kühlergrill bis in die Leuchten hinein reicht, in beiden Fällen, also bei Basis Halogen und auch bei den optionalen LED-Leuchten, die hier gezeigt sind.

Wie beinahe jedes Fahrzeug in diesem Segment möchte auch der Polo mit Individualisierung bei den Kunden landen. Dazu gibt es 14 Außenfarben. Serienmäßig gibt es 14 Zoll Felgen, in der R-Line sind es 16 Zoll. Außerdem erhält man in dieser Konfiguration auch einen Spoiler. Maximal gibt es für den normalen Polo 17-Zoll-Felgen. Der Polo GTI kommt direkt mit 17-Zoll-Felgen, wobei hier auch 18 Zoll möglich sind, letztere sind auf den Fotos zu sehen. Der GTI zeichnet ferner kräftigere Schweller vorne, seitlich und hinten. Das GTI-Logo darf natürlich nicht fehlen – ebenfalls vorne, an der Seite und hinten. Insgesamt ist der neue VW Polo GTI eine Evolution, schärfer gezeichnet, trägt gelungene sportliche Elemente, ohne aber seine Alltagstauglichkeit und Eleganz zu verlieren.

VW Golf GTI

Seit dem Golf GTI Facelift werden die mittlerweile deutlich horizontal gezogenen Frontleuchten noch besser zur Geltung gebracht, dafür sorgt nicht nur ein kantigeres Design, sondern auch die Form der Motorhaube, die sich den Leuchten zuneigt. Die zuvor dem Golf GTE und dem e-Golf vorbehaltenen LED-Scheinwerfer sind nun auch für die normalen Golf-Modelle erhältlich, jedoch in der Front optional. Inkludiert sind diese in der Top-Ausstattung Highline, sowie für alle GT-Modelle. Außerdem umrandet eine C-Form der Tagfahrlichter die Lufteinlässe, welche man z. B. aus dem Tiguan kennt. In der höchsten Ausbaustufe der LED-Scheinwerfer erhält man animierte Blinker, die einen an einen Audi erinnern lassen.

Am Heck wurde den Rückleuchten ebenfalls ein kantigeres Design verpasst und diese kommen nun serienmäßig mit LED – für alle Varianten, auch für den Variant. Lediglich die animierten Blinker und das zweistufige Bremslicht erhält der Variant nicht. Daher macht der Variant den Eindruck, als hätte er das LED-Update nicht bekommen. Ist aber so, wenn auch nicht in derselben Ausbaustufe.

Interieur

VW up! GTI

Betritt man den Innenraum, so hat man auch im up! GTI von Haus aus Stoffsitze mit an Bord, eine Echt-Lederausstattung ist sinnvollerweise nicht erhältlich. Beim up! GTI zeigen die Sitze mit integrierter Kopfstütze das charakteristische GTI-Karo-Muster. Dazu kommt das GTI-Lenkrad mit unten abgeflachtem Kranz. Außerdem sind die Dekor-Elemente in einem roten Punkt-Muster gestaltet.

Wie bei der Volkswagen-Gruppe gewohnt, sind die Materialien auch hochwertig verarbeitet. Das Interieur des VW up! ist in der Aufteilung schlicht und einfach gehalten, für emotionale Kontraste sorgen dann Interieur-Farben und Abdeckungen fürs Armaturenbrett, etwa in Hochglanz-Weiß oder sogar mit verschiedenen Mustern. Eine willkommene Abwechslung zum üblichen schwarzen Hartplastik. Beim up! GTI sind die Dekor-Elemente dunkel gehalten, schwarz mit schimmernden roten Linien.

Überdurchschnittlich groß ist die Geschwindigkeitsanzeige im up!, so wie es auch schon beim Vor-Facelift der Fall war. Zur Verfügung stehen ein beats Audio-System und eine zusätzliche Handyhalterung, die am Armaturenbrett angedockt ist. Beim VW up! ist das Radio composition phone (130 Euro Aufpreis) in Verbindung mit der speziellen Halterung (170 Euro) dann für die spezielle App Maps & More vorgesehen, die Navigation und Fahrzeuginfos darstellt. Die Verbindung erfolgt über Bluetooth, der Stecker ist nur für den Ladevorgang gedacht. Man kann aber immer auch noch ganz normal das Handy per Bluetooth verbinden, ohne die App zu nutzen. Die Navigation funktioniert grundsätzlich passabel, nur auf Autobahnen sieht man schlecht, was noch vor einem liegt, weil das Handy horizontal gemounted ist. Bei VW will man aber noch an einer vertikalen Verstellbarkeit arbeiten.

Optional kann man ein beats Audio-Soundsystem mit sieben Lautsprechern und 300 Watt Leistung beziehen. Exklusiv für Volkswagen wurde das Soundsystem abgemischt. Und tatsächlich bietet es einen tollen Sound für einen Kleinwagen. Wie man von beats Produkten gewöhnt ist, liegt der Schwerpunkt beim ordentlichen Bass.

Trotz der geringen Größe des Fahrzeuges ist der Kofferraum durchaus geräumig, da dieses Abteil eher in Kastenform konstruiert ist und man somit den Platz fast maximal ausnutzen kann. Am praktischsten wird der up!, wenn man ihn als 4-Türer bezieht (hier als 2-Türer zu sehen), das erleichtert nicht nur das Einladen von Gegenständen, sondern macht auch den Einstieg für Mitreisende im Fond deutlich angenehmer. Dank der aufrechten Sitzposition ist das Mitfahren im up! sogar angenehmer als im größeren Polo, mit vier großen Erwachsenen kann man problemlos fahren, für Knie- und Beinfreiheit ist auf vier Plätzen gesorgt.

VW Polo GTI

Das neue Infotainmentsystem ist das Zentrum des neuen Polo. Dieses ist einwandfrei in das Cockpit integriert. Jenes gibt es in 6,5 oder 8 Zoll (letzteres zu sehen). Die Bedienung ist sehr intuitiv und das System arbeitet ausreichend zügig. Interessant ist auch, dass im Gegensatz zum Golf das größte Infotainmentsystem hier noch zwei klassische Knöpfe hat, einen für die Lautstärke, einen fürs Zoomen in der Karte. Das ist praktisch, wenn man fährt. Ferner gibt es neue Instrumente bzw. optional nun ein Active Info Display, welches wir in der Grundform aus Golf, Tiguan, Passat und Arteon kennen. Leider ist es aufgrund der Prozessorkapazität im Polo im Gegensatz zu den größeren Fahrzeugen nicht möglich, die Navi-Karte gleichzeitig in der Mitte und im Display anzuzeigen. Das ist eine Sparmaßnahme, Volkswagen vermutet, dass ohnehin die Karte nur an einer Stelle vom Kunden angezeigt wird. Ob das der Fall ist, muss sich zeigen. Was auf jeden Fall sinnvoll ist, dass man den Ausschnitt der Karte in den Instrumenten verändern kann, über die volle Breite oder nur in der Mitte eingerahmt von digital gezeichneten Rundinstrumenten. Das Armaturenbrett wird auf Wunsch farblich umrandet, beim GTI passend z.B. in Rot, aber auch Matt-Grau wäre verfügbar, wenn man es dezenter haben möchte. Für das Armaturenbrett stehen beim Polo insgesamt 17 verschiedene Farben zur Verfügung.

Die Stoffsitze in der Basis-Version sehen schon gut aus und hinterlassen auch auf längeren Fahrten einen ausgezeichneten Eindruck. Die Verarbeitungsqualität ist Volkswagen typisch sehr gut. Das Interieur des Polo GTI besteht ferner aus vielen sportlichen Elementen: Sportlenkrad mit abgeflachtem Kranz, Matt-graue Zierblenden (Grund-Setup), und natürlich die charakteristischen GTI-Karomuster-Sportsitze. Diese sind sehr komfortabel und sportlich zugleich. Sie bieten mehr Seitenhalt im unteren wie oberen Bereich, aber trotzdem noch mehr als ausreichend Platz für größere Menschen. Die Sitzposition ist komfortabel und erinnert an größere Fahrzeugsegmente. Die Ambientebeleuchtung ist im GTI serienmäßig.

Die zusätzlichen 8 Zentimeter in der Länge gegenüber dem Vorgänger ermöglichen mehr Beinfreiheit für die Fahrgäste auf der Rückbank, aber auch konnte dadurch das Kofferraumvolumen auf 351 Liter gesteigert werden. Die Verbreiterung der Karosserie ermöglicht auch mehr Freiheiten im Fahrzeug.

Ein kurzer Überblick über die Ausstattungsumfänge generell für den Polo (alle Versionen bereits mit vier Türen):

Trendline
– LED-Tagfahrlicht
– „Front Assist‘‘ mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung an Bord
– 14-Zoll-Räder
– Stoffsitze

Comfortline (zusätzlich)
– 15-Zoll-Räder
– Infotainmentsystem Composition Colour 6,5″
– Klimaanlage
– Mittelarmlehne
– Sitze mit Velours-Einlagen

Highline (zusätzlich)
– 15-Zoll-Leichtmetallräder
– Einparkhilfe PDC
– LED-Ambientebeleuchtung
– Schalt- und Handbremshebel mit Tierhaut
– Multifunktionslenkrad

Beats Edition
– 300-Watt-Soundsystem
– 16-Zoll-Leichtmetallräder
– Sportsitze

GTI
– 2,0 l TSI mit 200 PS
– Adaptives Sportfahrwerk
– GTI-Spoiler
– 17-Zoll-Leichtmetallfelgen (optional/maximal 18 Zoll)
– Sportsitze mit GTI-Karomuster
– Sportlenkrad mit Tierhaut
– LED-Ambientebeleuchtung

Sehr positiv ist, dass der Front Assist inkl. der City-Notbremsfunktion serienmäßig mit an Bord ist. Optional gibt es dann noch einen Toten-Winkel-Warner, einen adaptiven Tempomaten, einen Parkassistenten und eine Rückfahrkamera.

VW Golf GTI

Im Innenraum hat der Golf seit dem Facelift weitere Änderungen erhalten, darunter nun die optionalen Digitalinstrumente (Active Info Display 12,3“) aus dem Passat/Tiguan. Einen Golf GTI bekommt man weiterhin mit analogen Instrumenten und kann sich wahlweise für die digitalen entscheiden. Der Golf GTI Performance kommt dagegen serienmäßig mit dem Active Info Display als einziges Modell der Golf-Reihe. Standard startet man gewöhnlich weiterhin mit analogen Instrumenten wie bisher.

Im Vergleich zur Vor-Facelift-Version ist auch das zentrale Infotainment-System gewachsen. Größen von 6,5 Zoll (Standard), 8 Zoll (Highline und GT-Modelle) und 9,2 Zoll (rein optional) sind erhältlich. Das größte Infotainmentsystem heißt Discover Pro und weist gar keine physischen Knöpfe mehr auf. Dadurch ergibt sich eine ebene Fläche, die designtechnisch hervorragend wirkt, der Golf sieht damit noch mehr premium aus. Dazu kommt eine Gestensteuerung. Dabei kann man mit der Hand in der Luft wischen, um sich im Menü fortzubewegen. Diese Funktion ist allerdings noch nicht hundertprozentig ausgereift.

Mit Benutzerkonten wird eine erste Stufe der Volkswagen ID eingeführt, so können sich unterschiedliche Fahrer schnell ihre Einstellungen aufrufen. Dies kann auch an den Fahrzeugschlüssel geknüpft werden, so dass z.B. beim Öffnen mit Fahrzeugschlüssel A eine andere Memory Seat Einstellung aufgerufen wird, als mit Fahrzeugschlüssel B.

In puncto Qualität und Verarbeitung gibt es wie üblich nichts auszusetzen, die Verarbeitungsqualität ist gewohnt sehr gut. Außerdem wirkt die Fahrerkabine weiterhin sehr aufgeräumt, gestärkt noch vom neuen Infotainment-Screen mit kapazitiven Knöpfen. Ein Golf mit Wow-Effekt, der eher an ein bis zwei Klassen höher erinnert.

An Sitzen zeigen wir hier einmal die tradtionellen Rauten-Sitze aus dem GTI mit mehr Seitenhalt sowie die ergoActive Sitze im Golf Highline (höchste Ausbaustufe) mit Mikrofaser innen und Stoff außen. Je nach Körperform wird unterschiedlich empfunden, was bequemer ist. Beide Sitze sind auf jeden Fall zu empfehlen. Der ergoActive Sitz bietet etwas mehr Sitzfläche in der Länge.

Motoren

VW up! GTI

3-Zylinder TSI 1,0 l mit 115 PS
8,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h
Den 115 PS GTI gibt es nur als Handschalter
Wichtig: Der up! GTI kommt nun als einer der ersten Serienfahrzeuge mit einem Otto-Partikelfilter. Dieser vermindert den Feinstaub-Ausstoß um 95 Prozent.

VW Polo GTI

Vierzylinder 2.0 TSI mit 200 PS
6,7 bzw. 6,6 Sek. mit DSG von 0 auf 100 km/h

VW Golf GTI

Vierzylinder 2.0 TSI mit 230 oder 245 PS im GTI Performance
Bzw. 6,4 bzw. 6,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h

Fahrverhalten

VW up! GTI

Schon zuvor hatten wir den Sauger mit 75 PS als auch den Turbo mit 90 PS getestet. Der Sauger ist für die Stadt völlig ausreichend und wird für die Flottenfahrzeuge weiterhin eine große Rolle spielen. Der Turbo macht dagegen richtig Laune und macht den up! nun auch fit für die Autobahn. Selbst im vierten Gang kann man noch beschleunigen oder das ein oder andere Überholmanöver wagen. Autobahnen mit starken Steigungen verlieren nun auch an Brisanz.

Nun zum neuen VW up! GTI. Das Fahrwerk ist im Segment Spitze, und selbst mit den großen 17-Zoll-Felgen haben wir nichts zu klagen. Natürlich hat man in einem Kompakt-Klasse-Fahrzeug einen besseren Federungskomfort, aber solange die Schlaglöcher nicht allzu tief sind, performt der up! hier passabel und im Vergleich zu anderen vergleichbaren Fahrzeugen wie beschrieben sehr gut.

Zentraler Punkt beim Reiseverhalten ist der Sitzkomfort für große Fahrer und Passagiere. Durch die aufrechte Sitzposition kann man sich in dieser Hinsicht im Volkswagen up! durchaus wohler fühlen als im Polo oder teilweise sogar im Golf. Langstrecken sind im up! trotz der geringen Größe gar kein Problem. Die sportlichere Ausrichtung des up! GTI mit dem 15 mm niedrigeren Fahrwerk ist durchaus spürbar und macht Laune bei agilem Handling. GTI-gemäß ist die Mischung aber richtig gut gelungen, d.h. ausgewogen zwischen Sport und Komfort. Die Gänge lassen sich zügig einlegen. Auch beim up! GTI kommt das typische GTI-Gefühl auf, u.a. auch durch den kernigeren Sound, den man im Innenraum hört.

Für den Innenstadtbereich ist der up! äußerst nützlich, da man mit ihm keine Probleme hat, in Parklücken hineinzukommen. Dazu zählt auch, dass der Wendekreis sehr gering ist, wodurch das Fahrzeug noch ein Stückchen flexibler ist.

Optional kann der ParkPilot Abhilfe beim Einparken schaffen, der den Fahrer durch akustische Signale davor warnt, bevor man einen Gegenstand berührt. Wer noch mehr Hilfe möchte, kann auch eine Rückfahrkamera bestellen, die dann in einem kleinen Bild im unteren Infotainment-System erscheint. Tempomat und City-Notbremsfunktion muss man leider gesondert mit dem so genannten drive pack plus anwählen. Eine ACC (Adaptive Cruise Control) ist nicht optional verfügbar.

VW Polo GTI

Der neue Polo lässt sich in der Basis-Version bereits sportlicher und agiler fahren als der Vorgänger, dafür sorgt die neue MQB A0 Plattform mit verbesserter Verwindungssteifigkeit. Der Größenzuwachs an der Karosserie hat dem Fahrzeug sehr gut getan, denn der Polo ist nicht nur im Innenraum komfortabler, sondern vermittelt auch mehr Grip auf der Straße. Das merkt man auch, wenn man nicht den GTI fährt. Bodenwellen oder kleine Schlaglöcher gleicht der Polo sehr gut aus, wodurch eine angenehme Fahrt möglich ist.

Der Polo GTI setzt mit seinen 200 PS neue Maßstäbe im Segment, zumal er auch an Hubraum dazugewonnen hat. In 6,7 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h mit der Handschaltung, in 6,6 Sekunden sogar mit dem DSG. Geschaltet wird dann mit einem 6-Gang-DSG mit nasser Kupplung. Aufgrund des enormen Drehmoments wird nicht auf die 7-Gang-Doppelkupplungsautomatik mit trockener Kupplung zurückgegriffen. Ein Rätsel bleibt jedoch, wieso beim Golf GTI das nasse 6-Gang-DSG verwendet wird, bei GTI Performance und Golf R allerdings das trockene 7-Gang-DSG. Aber zurück zum Polo GTI. Serienmäßig erhält der Polo GTI ein adaptives Sportfahrwerk (DCC), das man wie schon beim Vorgänger auf einen noch sportlicheren Modus stellen kann. Das Basis-Setup im Normal-Modus ist natürlich auch schon straffer als beim Einstiegs-Polo. Dabei kann man mit dem Sport Select Fahrwerk optional noch eine Stufe steifer wählen, der Sportmodus ist dann noch direkter. Wir testen diesen auf Bergstraßen und finden, dass der Komfort für den Alltag total in Ordnung geht. Sportfans kommen dabei mehr als genug auf ihre Kosten. Die Lenkung ist angenehm direkt und erfordert keinen großen Lenkaufwand.

Auf der Rennstrecke spüren wir ferner, wie leichtfüßig der Polo GTI nun fährt. Ausgeglichen, ruhig, quasi keine Wankbewegungen und eine Power wie aus dem kompakten hot hatch Segment. Positiv fällt ferner das elektronische Differenzial an der Vorderachse auf, das dafür sorgt, dass selbst beim Herausbeschleunigen aus Kurven keine Räder durchdrehen oder die Vorderräder die Steuerung übernehmen. Somit gibt es kaum klassisches Untersteuern und man bleibt jederzeit Herr der Lage. Ein kraftvolles aber extrem gutmütiges und präzises kleines Rennfahrzeug.

VW Golf GTI

Selbst der 1.5 Liter Motor mit 150 PS macht schon richtig Freude. An Verbrauch können wir 6 l / 100 km erzielen, wir beobachten auch immer wieder im Display die Zylinderabschaltung. Fühlen kann man das persönlich nämlich nicht, weil die Übergänge so geschmeidig sind.

Der Golf GTI dagegen ist weiterhin erstes Maß an Fahrspaß im Kompakt-Segment, dabei ist die Federung noch so gestaltet, dass man einen GTI ohne Probleme als Alltagsauto verwenden kann. Hier verbrauchen wir übrigens knapp 9 l / 100 km, was ebenfalls noch in Ordnung geht, gerade auch in Verbindung mit dem neuen 7-Gang-DSG, das ebenfalls für den GTI kommt, kann man sparen. Effektiv ist das natürlich beim GTI nicht ganz so realistisch, weil er eben einfach am Gas hängt, wie man so schön sagt.

Neu ist der Stauassistent, der den Golf bis 60 km/h in Verbindung mit DSG teil-autonom fährt, sowie dass der autonome Bremsassistent (Front Assist) nun auch Fußgänger erkennt. Leider ist der AEB erst ab der Ausstattungslinie Comfortline inkludiert, effektiv werden aber sehr viele ausgelieferte VW Golf zumindest das mittlere Ausstattungsniveau besitzen.

Abmessungen

VW up! GTI

Länge: 3,60 m
Breite: 1.64 m
Höhe: 1,50 m

VW Polo GTI

Länge: 4,05 m
Breite: 1,75 m
Höhe: 1,44 m

VW Golf GTI

Länge: 4,26 – 4,56 m
Breite: 1,80 m
Höhe: 1,45 m
Radstand: 2,64 m

Fazit

Der Volkswagen up! GTI ist ein kleiner Alltags-Renner: Elegant-kräftig im Styling, gut verarbeitet im Interieur, leicht, kraftvoll und voller Fahrspaß. Für alle, die sportlich fahren möchten, ohne in der Innenstadt Parkplatzprobleme zu bekommen. Oder auch für die, die ein sportliches Auto nachhaltiger gestalten wollen. Kurzer Radstand, ordentlich Leistung, wenig Gewicht – der up! GTI ist ein echter GTI. Nur auf der Rennstrecke merkt man, dass er nicht dafür ausgelegt ist.

Der neue VW Polo GTI ist schick und modern, außen wie innen. Durch die neue Plattform ist der Polo nicht nur geräumiger, insbesondere im Fond, sondern auch schon in der Basisversion agiler unterwegs. Der VW Polo GTI setzt der neuen Generation die sportliche Krone auf, sowohl optisch als auch in der Leistung. Zu den hervorragenden Sportsitzen und dem sportlich-eleganten Design kommt das Fahrverhalten, das mit dem neuen Differenzial eine noch bessere Präzision und Sicherheit vermittelt. Der Polo GTI funktioniert schon auf der Rennstrecke, hat mehr Seitenhalt und mehr Power, man kommt schnell in einen richtigen Flow.

Wer sich ernsthaft mit allen Kompakt-Klasse-Modellen auseinander gesetzt hat, kann nur zu dem Schluss kommen, dass der VW Golf GTI weiterhin die Messlatte im Segment setzt. In der höchsten Ausbaustufe erzeugt der Golf im Interieur einen richtigen Wow-Effekt und man wähnt sich eher in der Mittelklasse oder Oberen Mittelklasse. Der Golf ist ein Premium-Auto, auch wenn er noch keinen ganz so hohen Premium-Preis vorweist à la Audi, BMW, Mercedes. Von günstig ist der Golf aber natürlich vom Listenpreis her trotzdem entfernt, gerade wenn man an die Spezial-Versionen à la GTI denkt. Doch es lassen sich aufgrund der Vielzahl der Zulassungen immer wieder gute Angebote entdecken, sei es über die Firma oder wie zuletzt beobachtet gerade für Selbstständige über Leasing-Aktionen der großen Händler.

Im Vergleich kann man in puncto Länge, PS und Preis in Stufen nach oben gehen, je nachdem, wie groß und stark man das Fahrzeug haben möchte. In der Verbindung von Sportlichkeit und Komfort bleibt der Golf GTI der Klassiker, der neue Polo GTI fühlt sich allerdings leichter an und bietet das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Jonas Bomba
Video: Autogefühl, Aditya Jayaram & Jonas Bomba




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