Mercedes AMG C63 S Coupé Fahrbericht Facelift 2018

Die Mercedes C-Klasse wird gerade in allen Varianten (Limousine, Kombi, Coupé, Cabriolet) aufgehübscht, nun ziehen auch die leistungsstärksten AMG-Varianten nach. Der Mercedes C63 (S) AMG hier bei uns im Facelift-Fokus. Auch diesen gibt es wieder in allen vier Karosserie-Varianten, wir fokussieren uns diesmal aufs Coupé. Von Thomas Majchrzak





Exterieur

Wichtigste Exterieur-Änderung bei allen C-Klasse-Facelifts ist die Scheinwerfer-Grafik: Die wurde in der geschwungenen Form leicht abgeändert. Zudem steht ein neues LED-Licht zur Verfügung, serienmäßig für Coupé und Cabriolet. Optional sind jeweils die Multibeam-LED zur Verfügung, die dann auch das Fernlicht umfassen. Der C63 und C63S kommen mit einem neuen AMG-Kühlergrill mit senkrechten Streben. Im unteren Lufteinlass wurde mit einer Querstrebe die Breite betont. Im Seitenprofil entdecken wir neue AMG-Felgen, Basis in 18 Zoll, die nicht nur im Design geändert wurden, sondern auch eine verbesserte Aerodynamik aufweisen. Ein weiteres Paar dieser optimierten Felgen steht in 19 Zoll zur Verfügung. Das Coupé darf hier sogar 19 Zoll vorne und 20 Zoll hinten tragen. Am Heck hat AMG die Doppelendrohrblenden aktualisiert. Am C63S ist zudem ein kräftiger Diffusor angebracht. Einen Mini-Heckspoiler erhalten alle 63er-Modelle. Alle Schweller-Elemente können optional expressiver ausgeprägt sein – mit dem Aerodynamik-Paket.

Interieur

Im Interieur hat sich in allen C-Klasse-Überarbeitungen am meisten (optional) beim Infotainment-System getan. Die Bedienung ist dabei redundant, man kann die Screens entweder über neue Touch-Buttons am Lenkrad bedienen, über das Touchpad in der Mittelkonsole oder den dortigen Dreh-Drück-Controller. Die Distronic-Geschwindigkeitsregelung läuft nun nicht mehr über den separaten Hebel hinterm Lenkrad, sondern ist links am Lenkrad zu bedienen. In der Visualisierung geht es links los mit analogen Instrumenten, optional stehen 12,3-Zoll-Digitalinstrumente auf der Liste. Dort kann man im C63 dann auch den AMG-spezifischen Anzeigestil wählen, dann z.B. mit Sportinformationen wie Motor- und Öltemperatur, G-Kräfte, oder Drehmoment.

Rechts kommt das zentrale Infotainment-System als Basis in 7 Zoll, optional vergrößert es sich auf 10,25 Zoll (Auflösung HD) zusammen mit dem Navi Comand. Dort ist für den C63 auch eine Datenaufzeichnung für die Rennstrecke enthalten.

Der C63(S) erhält zudem ein neues AMG-Lenkrad im Stil der weiteren AMG-Modelle mit abgeflachter Unterseite sowie AMG-spezifische Sportanzeigen. Im C63S kommt das Lenkrad serienmäßig mit Außenseiten in Dinamica-Mikrofaser, eine lohnenswerte Option für den C63. Ferner kann man für das Lenkrad einen Drehregler für die Fahrmodi erhalten, im zugehörigen Mini-Display werden dann die aktuell angewählten Fahrmodi angezeigt. Die Lenkraftunterstützung ist geschwindigkeitsabhängig, d.h. die Lenkung ist leichtgängig bei langsamer Fahrt und wird straffer, je schneller man fährt.

Die Sport-Sitze kommen serienmäßig mit dem nachhaltigen und sportlichen Bezug Ledernachbildung Artico außen und Mikrofaser Dinamica innen, kombiniert mit Zierelementen in Klavierlackoptik schwarz und Aluminium Längsschliff hell. Mercedes hat bei den Zierlementen auf Kundenwünsche reagiert und bietet nun auch Holzvarianten an, Eichen- und Walnuss-Holz für die Innenseiten der Türen, Eschenholz für die Mittelkonsole – jeweils offenporig, also haptisch angenehm und unempfindlich gegen Fingerabdrücke. Die Sitzform kann übrigens auf einen Performance-Sitz geupgraded werden (hier gezeigt), was aber für den Langstreckenkomfort nicht zu empfehlen ist. Wer dennoch mehr Sportlichkeit haben möchte: Auch für den Performance-Sitz steht die zu bevorzugende Artico/Dinamica-Mischung zur Verfügung.

Das Platzangebot vorne ist gut, wobei die sportliche Ausrichtung des Cockpits eher etwas einengt als Freiraum schafft. Im Fond können große Erwachsene durchaus kurze Strecken verbringen, wenn man den Kopf nicht ganz ausstreckt, in puncto Beinfreiheit kann man tatsächlich mit vier Erwachsenen im Coupé fahren, zumindest, wenn es nicht allzu weit geht. Der Kofferraum passt für Gepäck für zwei Personen, man ist im Prinzip eingeschränkt wie bei der Limousine. Die Sitzbank lässt sich im 50/50-Split vom Kofferraum aus entriegeln, dann muss man sie vom Fond aus umklappen. Der Zugang zum Fond wird bei den elektrischen Sitzen dadurch erleichtert, dass sie automatisch nach vorne und oben fahren, wenn man den Klapp-Hebel zieht.

Motoren

4,0 l Biturbo-V8 mit 476 PS (C63) oder 510 PS (C63S) – 0 auf 100 km/h in 4,0 bzw. 3,9 Sekunden (Coupé identisch, plus jeweils 0,2 Sekunden für das T-Modell und das Cabriolet)

Serienmäßig ist ein Klappenauspuff montiert, optional ist eine Performance-Abgasanlage erhältlich.

Neben acht anstatt sechs Zylindern ist der Heckantrieb der größte Unterschied gegenüber dem Allradler C43.

Fahrverhalten

Wir testen den C63S mit 510 PS – auf der Rennstrecke und auf der Straße. In sechs Fahrmodi, Glätte, Comfort, Sport, Sport+, Race und Individual, passen sich Gasannahme, Fahrwerk, Stabilitätsprogramm und Lenkung der gewählten Situation an. Das neue adaptive AMG-Fahrwerk hat dabei eine größere Spreizung erhalten, d.h. Comfort und Sport-Modus unterscheiden sich nun stärker. Und in der Tat bleibt der C63S vom Fahrwerk her trotz größter Bereifung noch alltagstauglich, im Comfort-Modus. Die Sport-Modi sind dann eher was für sehr guten Asphalt, weil man dann alle Fahrbahnunebenheiten spürt. Komfort-einschränkend sind nur die Performance-Sitze, die auf der Rennstrecke besseren Halt bieten, aber im Alltag doch zu straff gepolstert sind.

Für besonders schnelle Schaltzeiten sorgt das 9-Gang-MCT-Getriebe sorgen. Dieses Automatikgetriebe mit Schaltwippen verfügt über eine nasse Anfahrkupplung, keinen Drehmomentwandler. Ferner wird das Sperrdifferenzial an der Hinterachse elektronisch geregelt. Dieses reduziert beim Herausbeschleunigen aus Kurven den Schlupf am kurveninneren Rad. So können wir auf der Rennstrecke die Kraft auf die Straße bringen. Wenn man allerdings den Sport + Modus oder gar den Race-Modus einwirft, nehmen sich die elektronischen Helferlein so zurück, dass man das Heck ausbrechen lassen kann. Für den Straßenverkehr ist dann einfach zu viel Kraft auf der Hinterachse.

In jedem Fall überzeugt die direkte Lenkung und auch die Übersicht, denn trotz tollem Design hat man ja keine störende B-Säule. Assistenzsysteme wie der Tote-Winkel-Warner helfen zusätzlich. Die größten Abstriche muss man bei dieser Leistung natürlich beim Verbrauch machen, denn 12,5 / 100 km sind locker drin.

Abmessungen

Für das Coupé:

Länge: 4,68 m
Breite: 1,81 m
Höhe: 1,40 m
Radstand: 2,84 m

Fazit: Das Facelift für die Mercedes C-Klasse bringt auch für die leistungsstarken AMG-Modelle eine neue Leuchtengrafik und eine Digitalisierung im Innenraum – allerdings nur optional. Der 63er bleibt mit Heckantrieb der brachiale PS-Sportler, während der 43er einen besseren Alltagsnutzen bietet. Allerdings ist das neue Fahrwerk durchaus für Rennstrecke und Straße beidermaßen tauglich.

Autogefühl: ****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak




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