BMW M2 Competition Fahrbericht

Das BMW M2 Coupé war mit seinen 370 PS bislang der leistungsstärkste 2er, nun erhält die Modellreihe mit dem BMW M2 Competition eine neue Spitze. Satte 410 PS und 550 Newtonmeter Drehmoment leistet die Competition-Version. Doch was unterscheidet ihn noch von einem M2? Wir haben uns das Fahrzeug genauer angeschaut. Von Michel Weigel

Der Einstiegspreis für einen BMW 2er beginnt bei 28.150 Euro. Als M2 Coupé muss man dann schon 57.000 Euro auf den Tisch legen. Die M2 Competition-Version beginnt dann schon bei 62.000 Euro.





Exterieur

Das Design des BMW M2 Competition ruft danach, bis ans Limit gefahren zu werden. Ähnliches hatten wir bereits beim „normalen“ M2 Coupé schon erwähnt. Auch beim M2 Competition blickt die Doppelniere in Richtung Straße und sorgt für einen sehr sportlichen Eindruck. Dieser wird durch die großen Lufteinlässe nochmals bestätigt. Im Gegensatz zum normalen M2 sind diese noch einmal größer geworden. Öfters kritisieren wir, dass bei vielen Herstellern die Lufteinlässe ein wenig übertrieben gestaltet sind. Hier wirkt das Design in sich stimmig. Die Doppelniere kommt in Hochglanz-Schwarz und die Frontleuchten sind beim M2 Competition serienmäßig mit adaptiver LED-Technik ausgestattet.

Im Seitenprofil ist der BMW M2 Competition ein wenig verspielter als sonst. Auf Höhe der Türgriffe verläuft eine sehr präsente und in Richtung Front geneigte Designlinie. Ebenso befindet sich im unteren Bereich der Türen eine kleine Einkerbung. Das Spielen mit Licht und Schatten ermöglicht dabei einen dynamischeren Look. Standardmäßig kommt der M2 Competition mit 19 Zoll Felgen, also wie beim M2 Coupé – allerdings mit einem neuen Design. Dazu kommt eine größere Bremse.

Am Heck zeigt der M2 Competition eine vierflutige Sport-Abgasanlage mit einem ausgeprägten Diffusor. In Schwarz bildet dieser einen Kontrast zu den neuen Außenfarben Sunset Orange metallic und Hockenheim Silber metallic.

Interieur

Während das Außendesign zum Teil sportlich verspielt ist, bleibt der Innenraum konservativ. Schlecht ist dies nicht, schließlich werden langjährige BMW-Fahrer immer wieder an den gleichen Stellen den gesuchten Knopf finden. Das Infotainment-System ist wie bei BMW gewohnt in einem horizontalen Layout gehalten, das in 8,8 Zoll zur Grundausstattung zählt. Die Menüführung über den Dreh-Drück-Schalter geht in Ordnung, auch wenn es an der ein oder anderen Stelle intuitiver geschehen sollte. Optik und die Auflösung des Displays sind sehr gut, das matte Display lässt sich immer gut ablesen und ist kristallklar. Optional erhält man neben Wireless Charging auch einen WLAN Hotspot. Als einziger Hersteller bietet BMW die Apple CarPlay Funktion auch wireless an, d.h. sie läuft direkt nur über Bluetooth, und das selbst hier in den kompakten Fahrzeugen.

Unlogisch und nicht durchdacht sind die serienmäßigen Sportsitze, denn diese werden mit einem hier alternativlosen Tierhautbezug ausgeliefert. Selbst wenn man auf moralische Aspekte verzichtet, so darf man nicht vergessen, wie schnell man auf diesem Bezug schwitzt und rutscht. Bei hohen Geschwindigkeiten, für die der M2 gebaut ist, geschieht dies deutlich schneller. Eine echte Sportversion braucht Stoff/Alcantara-Sitze. In der Sitzform kann man zwischen dem Standard-Sportsitze oder einem M-Sportsitz mit noch ausgeprägteren Seitenwangen wählen. Zur weiteren Serienausstattung gibt es eine Sitzheizung, ein beheizbares Lenkrad gibt es gegen Aufpreis.

Platz ist auf den Vordersitzen genügend, auch für große Menschen. Die Rückbank ist dagegen maximal bis ca. Körpergröße 1,75 m vorgesehen, sowohl in puncto Höhe als auch in puncto Beinfreiheit. Für kürzere Strecken geht das mit zwei zusätzlichen Erwachsenen hinten aber in Ordnung. Der Kofferraum ist im 1er natürlich einfacher zu erreichen, für einen Sportwagen geht der Platz aber in Ordnung.

Motoren

Das Herz des BMW M2 Competition ist natürlich der Motor:

3,0 Liter Reihen-Sechszylinder M TwinPower Turbo mit 410 PS
4,2 Sek. von 0 auf 100 km/h (mit optionalem Doppelkupplungsgetriebe)
4,4 Sek. mit Handschaltung

Das normale M2 Coupé kommt auch mit einem M TwinTurbo und 3-Liter-Hubraum, aber 40 PS weniger. Dessen 370 PS schaffen es in 4,3 Sek. von 0 auf 100 km/h, also eine zehntel Sekunde länger als in der Competition-Version.

In der Tat besteht ein Motor-Generationsunterschied zwischen den beiden Modellen, der normale M2 zählt zur Motorenbaureihe N55B30, der M2 Competition zur Reihe S55B30. Ein technischer Unterschied ist z.B.: Twin–Scroll–Abgasturbolader vs. Bi-Abgasturbolader beim Competition.

Fahrverhalten

Der BMW M2 ist eine kompakte Waffe. Man spürt die Leichtigkeit förmlich, und ebenso das ausgeglichene Handling. Gasannahme und Schaltverhalten sind bereits im Comfort-Modus so ausgelegt, dass sie zum Gasgeben reizen. Wenn man in der Nachbarschaft rollt, will man manchmal sogar bewusst direkt per Schaltpaddle in den zweiten Gang schalten, um es ruhiger zu gestalten. Wenn man es dagegen fliegen lassen will, kein Problem. Der M2 Competition hängt eben so direkt am Gas, dass jeder Befehl direkt umgesetzt wird. Der Hinterradantrieb verleitet dazu, das Heck hier und da mal herumkommen zu lassen, aber im Comfort-Modus mit eingeschaltetem ESP passiert das natürlich nicht so schnell, als wenn man im Sport oder Sport+ Modus die elektronischen Helferlein ein wenig herunterregelt. Der sportlichste Modus sollte der Rennstrecke vorbehalten sein.

Die Lenkung ist natürlich und eher schwergängig, so wie es sich Rennsport-Freunde wünschen. Bei Einparken & Co. ist das auf der anderen Seite etwas hinderlich, man muss durchaus viel kurbeln, gerade für so ein kompaktes Fahrzeug. Hier wollte BMW eben kompromisslos sein.

Mit der Launch Control kann man den schnellsten Sprung nach vorne machen, so kann man die Drehzahl im Stand erst hochdrehen. Man tritt die Bremse durch, tritt das Gaspedal durch, und dann lässt man die Bremse los. Dies funktioniert nur, wenn man vorher das ESP ausgeschaltet hat und den Schalthebel rechts in den Sport/Manuell-Modus legt. Interessanterweise schaltet der M2 in der Launch Control im Manuell-Modus automatisch hoch, während sonst die Gänge im gewählten Schritt beibehalten werden.

Mit gut 12 l / 100 km Verbrauch muss man rechnen, wenn man will und ruhig auf der Autobahn cruised, kann man den Verbrauch auch gen 10 l drücken, aber der M2 Competition verführt natürlich immer dazu, den Gasfuß zu benutzen.

Abmessungen

Länge: 4,46 m
Breite: 1,85 m
Höhe: 1,41 m
Radstand: 2,64 m

Fazit: Der BMW M2 Competition zählt zu den agilsten Fahrzeugen überhaupt. Denn der M2 ist so kompakt, so kraftvoll – aber sehr brutal. Es gibt sportliche Fahrzeuge, die ausgeglichener sind, der M2 Competition ist dagegen eher etwas für Profis, die gerne auch mal mit dem Heck spielen. Das Exterieur ist elegant-sportlich, das Interieur könnte langsam ein kleines Update vertragen, gerade was die Sitzbezüge angeht. Platz ist für einen kompakten Renner ausreichend vorhanden, mehr als in manch reinem Sportwagen. Da profitiert man davon, dass der BMW M2 auf einem normalen Kompaktfahrzeug aufbaut.

Text & Fotos: Autogefühl, Michel Weigel
Video: Autogefühl, Michel Weigel & Brian Hayes




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