Neuer BMW Z4 M40i Fahrbericht 2019 G29

Die neue Generation des BMW Z4 wird zusammen mit dem Toyota Supra bei Magna Steyr in Graz gebaut. BMW bietet den Roadster an, Toyota das Coupé, das oberhalb des GT86 positioniert wird. Der neue BMW Z4 bedient sich dabei der grundsätzlichen Tugenden des kleinen Roadsters, interpretiert allerdings ein paar Dinge neu. Wir haben uns das im Fahrbericht angesehen. Von Thomas Majchrzak





Exterieur

Die BMW-Doppelniere ist noch breiter geworden, aber auch flacher. Die Rahmen kann man in Chrom, Matt-Grau oder in der Shadow-Line in Hochglanz-Schwarz bekommen. LED-Scheinwerfer sind serienmäßig, optional stehen adaptive LED-Scheinwerfer mit Matrix-Funktion zur Verfügung (Ausblendung einzelner Punkte beim Fernlicht). Die charakteristische lange Motorhaube bleibt, um den Charakter eines Sportwagens zu betonen. Die Spur ist vorne fast 10 cm breiter geworden, hinten fast 6 cm. In der Seitenansicht fällt auf, dass das Heck länger geworden ist, ein deutlich längerer Überhang. Das macht den Z4 eleganter, verlässt aber ein wenig die bisherige Formensprache. Mit einer Länge von 4,32 m ist der neue Z4 gut 9 cm länger als bisher. Die Felgengrößen gehen von 17 bis 19 Zoll. Am Heck selbst sind die Rückleuchten in die Waagerechte gezogen, um die Breite optisch zu betonen. Der Heckspoiler ist als Abrisskante ins Heck integriert.

Das Cabrio-Verdeck öffnet oder schließt in 10 Sekunden, und das bei einer Geschwindigkeit von max. 50 km/h. An Verdeckfarben sind Schwarz und Grau erhältlich, Grau sehen wir hier auf den Fotos. Optional gibt es ein kleines Windschott. Durch den Switch vom Hardtop zum Softtop konnte BMW gut 40 kg einsparen. Wegen des Größenzuwachs und dem Plus an Technik ist der neue Z4 dennoch gut 10 kg schwerer als der Vorgänger, das ist aber in einem Bereich, den man nicht spüren kann. Die Gewichtsverteilung liegt optimal bei 50:50 Vorderachse:Hinterachse.

Interieur

Das Cockpit ist sportlich, in der Grundgestaltung klassische angeordnet, aber nun voll digitalisiert. Es besteht aus 10,25″ Digital-Instrumenten links sowie einer Mittelkonsole mit 10,25″ Touchscreen, der geschwungen integriert ist, sowie einer Klimaeinheit mit digitaler Anzeige und Hotkeys mit Lautstärke-Regler. Ungewöhnlich für einen Roadster kann man hier auch ein farbiges Head-Up-Display bestellen. Die Sitze haben serienmäßig integrierte Kopfstützen, optional gibt es einen M Performance-Sitz, der etwas mehr elektrische Einstellungen beinhaltet. Die beiden Sitzformen sind aber grundsätzlich ähnlich. Der 30i kommt mit Tierhaut-Bezügen, der M40i mit einer Mischung Alcantara/Tierhaut und optional komplett mit Tierhaut. Sensatec Kunstleder gibt es leider vorerst nur in den USA und auch nur für den Basis-Sportsitz. Das Kofferraumvolumen beträgt 281 l, das ist 50 % mehr Ladevolumen als beim Vorgänger. Für einen Ausflug zu zweit reicht es. Und das Kofferraumvolumen wird nicht davon beeinträchtigt, ob das Verdeck offen oder geschlossen ist. Ansonsten gibt es Ablagen direkt hinter den Sitzen, eine Durchreiche sowie schmale Fächer an den Innenseiten der Türen sowie unterhalb der Armlehne. Ein normaler USB-Anschluss ist vorne, eine USB-C-Buchse unter der Armlehne. Das Handy kann man aber auch induktiv laden, eine praktische Verbindung, wenn man auch Wireless CarPlay hat. Android Auto bietet BMW noch nicht an.

Motoren

20i 2,0 l Vierzylinder Turbo mit 197 PS
0-100 km/h in 6,6 Sek.

30i 2,0 l Vierzylinder Turbo mit 258 PS
0-100 km/h in 5,4 Sek.

M40i 3,0 l Reihen-Sechszylinder Turbo mit 340 PS
0-100 km/h in 4,5 Sek.

Preislich beginnt der neue BMW Z4 bei 52.000 Euro, der M40i liegt bei 64.000 Euro und ausgestattet bei 75.000 Euro.

Fahrverhalten

Der M40i, den wir testen, kommt als M Performance Modell mit einem tiefer gelegten adaptiven Sportfahrwerk (optional für die anderen Modelle), Mischbereifung sowie einer größeren Bremsanlage und elektronischem Hinterachs-Sperrdifferenzial. Die 8-Gang-Automatik schaltet bei ruhiger Fahrt geschmeidig die Gänge durch, im Sportmodus sind die Übergänge dann bewusst deutlicher zu spüren. Das Getriebe ermöglicht zudem eine Launch Control, dazu muss man den ESC Sport Modus wählen (Traction) und den Gangwahlhebel in den Sport-Modus stellen sowie die Bremse voll durchtreten – und dann aufs Gas. Zudem muss die Motortemperatur auch stimmen. Dann geht es erstaunlicherweise mit niedrigen Drehzahlen los (2.000 bis 3.000), damit die Leistungskurve des Motors gut bedient wird und man nicht allzu früh hochschalten muss. Für eine gute Agilität liegt die Gewichtsverteilung bei 50:50 Vorderachse:Hinterachse. Und so ist der BMW Z4 ein echter Kurvenjäger, macht richtig Laune. Zwar vertritt er nicht mehr das puristische Roadsterkonzept eines BMW Z3, man sitzt schon eher “im” Roadster als “auf” dem Roadster. Der BMW Z4 ist also kein kleines Spielzeug. Dafür bietet er deutlich mehr Komfort, auch mehr als einige Wettbewerber. Insofern ist der neue BMW Z4 ein toller aktiver Cruiser, der aber gleichzeitig auf dem Asphalt zu kleben scheint. Mehr Fahrfreude geht kaum. Durch die neuen Gleichgewichts- und Versteifungsmaßnahmen kommt BMW auch fahrdynamisch an eine Agilität eines Mittelmotor-Konzepts heran. Wer es noch sportlicher mag, kann die Sport-Modi anwählen, dann zirkelt das Heck noch eher herum. Gerade beim M40i sollte man die Traktionskontrolle dann aktiviert lassen, damit auf öffentlicher Straße alles immer unter Kontrolle bleibt. Die 340 PS sind dem Fahrzeug aber noch angemessen – und eben nicht so übertrieben wie bei anderen Full-Size-500-PS-Sportwagen.

Die Auffahr- und Personenwarnung mit City-Bremsfunktion sowie Spurverlassenswarnung sind serienmäßig, so soll es sein. Optional erhältlich sind Aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop & Go-Funktion, Verkehrszeichenerkennung, Abstandsinformation, Spurwechsel-, Heckkollisions- und Querverkehrswarnung, Active Park Distance Control, Rückfahrkamera, Parkassistent mit automatisierter Längs- und Querführung beim Ein- und Ausparken sowie Rückfahrassistent.

Abmessungen

Länge: 4,32 m
Radstand: 2,47 m
Breite: 1,86 m

Fazit: Der neue BMW Z4 ist optisch proportionaler und zeichnet Linien eines klassischen Sportwagens. Das Interieur ist funktional und wenig futuristisch, aber zeitgemäß nun digital aufgefrischt. Gerade im Kofferraum gibt es nun mehr Platz. Im Fahrverhalten gibt sich der neue Z4 als komfortabler Roadster, der perfekt ausgeglichen ist. Zwar kein raues Go-Kart Feeling, aber angenehm sportlich und immer in Balance und Kontrolle.

Autogefühl: ****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Video: Autogefühl, Holger Majchrzak




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