Porsche Macan Test 2.0 l 4-Zylinder

Das Porsche Macan Facelift haben wir bereits als Macan S gefahren, nun ist die Basisversion mit 2.0 l 4-Zylinder an der Reihe. Von Thomas Majchrzak

Der Porsche Macan beginnt mit dem Facelift in der Basisversion bei 59.000 Euro, der Macan S bei 62.000 Euro, der GTS bei 75.000 Euro, der Macan Turbo bei 85.000 Euro.





Exterieur

Der Name Macan (indonesisch) oder deutsch Tiger, repräsentiert das Exterieur sehr passend. Große Lufteinlässe, große und nun serienmäßig mit LED ausgestattete Scheinwerfer (optional adaptive LED) sowie eine sehr präsent wirkende Motorhaube formen die Front. Sie wirkt aufgeräumt, Spoiler und Leuchten wurden in der Form etwas abgeändert für das Facelift. Highlight sind die nun serienmäßigen LED-Tagfahrleuchten in Vier-Punkt-Design. Die unteren Nebelscheinwerfer weichen für ein LED-Tagfahrlicht. Horizontale Elemente zeigen sich ebenfalls entlang des Seitenprofils, so befindet sich eine Einkerbung unterhalb der Türgriffe, die die Sportlichkeit des SUVs unterstreicht. Dazu kommen Felgen in 18 bis 21 Zoll, mit dem Facelift kommen neue Designs in 20 und 21 Zoll (hier zu sehen). Die LED-Rückleuchten sind dreidimensional und in die Horizontale gestreckt, in der neusten Version geht das Leuchtband nun komplett über das Fahrzeugheck. Auch die Heckleuchten haben nun ein Vier-Punkt-Design. Die Farbpalette wurde erweitert und bietet nun auch das vom Cayman/Boxster bekannte Miami-Blau sowie Mambagrünmetallic, Dolomitsilbermetallic und Kreide. Der Macan GTS unterscheidet sich optisch am meisten, da er komplett mit schwarzen Akzenten an Felgen und Leuchten kommt.

Interieur

Sportlich, edel und hochwertig ist weiterhin das Interieur zu beschreiben. Straff sind die Oberflächenmaterialien gezogen, das entspricht der „Spannung“ des Exterieur-Designs. Der Basis-Macan erhält nun Alcantara-Sitze, sogar mit der Farbwahl in Schwarz, Grau oder Beige. Auch der Macan GTS hat Alcantara-Sitze, die allerdings etwas sportlicher geformt sind. Optional gibt es Tierhaut-Bezüge. Basis ist ein normaler Sitz mit etwas mehr Bewegungsfreiheit, optional gibt es eine Sportsitzform mit ausgeprägteren Seitenwangen.

Das Infotainmentsystem ist nun größer (11 Zoll in Full-HD) und hat die mittleren Lüftungsdüsen nach unten verdrängt. Es hinterlässt einen sehr guten Eindruck bei uns, da es zuverlässig und schnell arbeitet. Außerdem wurde der Bildschirm sehr gut in die Designlinie eingebaut. Die Anordnung der Lüftungsdüsen wurde wegen der Größe des neuen Infotainment-Screens neu gestaltet. Für kalte Wintertage gibt es ebenso ein beheizbares Lenkrad gegen Aufpreis, nun auch eine beheizbare Windschutzscheibe sowie einen Luft-Ionisator. Für rund 1.000 Euro lässt sich die Geräusch- und Wärmeverglasung nochmals verbessern, wodurch man seine Musik über das optional verfügbare Bose Soundsystem besser genießen kann. Durch dieses Paket werden die hinteren Scheiben auch getönt. Mit dem Sport-Chrono-Paket ist die analoge Uhr mit abgedeckt, die natürlich einen zusätzlichen emotionalen Reiz hat. Mit dem Sport-Chrono-Paket kommt auch der aus den Sportwagen bekannte Fahrmodus-Schalter am Lenkrad. Für das Porsche Macan Facelift kommt nun auch ein GT-Sportlenkrad mit Alcantara-Bezug – sehr sportlich und mit super Grip.

Platzmäßig bleibt ausreichend Raum für große Erwachsene vorne, ebenso bei der Kopffreiheit hinten – nur die Kniefreiheit ist durchaus eingeschränkt. Der Porsche Macan ist kein Raumwunder im Mittelklasse-SUV-Segment, hinterlässt aber einen ordentlichen Eindruck. Im Fond sollte man nur kein Panoramadach wählen, wenn häufig sehr große Menschen hinten mitfahren.

Die Rücksitze lassen sich nach einem 40:20:40 Schema umklappen. Dabei erhöht es das maximale Ladevolumen von 500 Litern (nur Kofferraum) auf 1.500 Liter (Sitze umgeklappt). Zum Vergleich: Bei einem etwas längeren Jaguar F-PACE sind es 650 Liter. Leider sind die Rücksitze beim Macan nur vom Fond aus umklappbar, vom Kofferraum aus erreicht man den Klappmechanismus nur, wenn man die Kofferraumabdeckung entfernt.

Motoren

Für den Einstiegs-Macan steht folgender Vierzylinder-Benziner zur Verfügung:
2.0 R4
245 PS
7,5 l/100 km
6,7 Sek 0-100 km/h (6,5 Sek. mit Sport-Chrono-Paket)

Macan S:
3.0 V6 (Benziner)
354 PS (bislang 340 PS)
9,0 l/100 km
5,4 Sek 0-100 km/h

Macan Turbo
2.9 V6 (bislang 3.6 l)
440 PS (bislang 400 PS)

Fahrverhalten

Wir kennen die aktuelle Macan-Generation bereits aus vielen Tests. Während der Standard-Macan ein normales Stahlfederfahrwerk aufweist, bekommt man optional oder ab dem Macan GTS das Porsche Active Suspension Management (PASM) inkl. Tieferlegung um 15 mm. Bei diesem adaptiven Fahrwerk kann der Fahrer zwischen Komfort, Sport und Sport Plus das Fahrwerk anpassen. Das PASM kann, zusammen mit dem Mercedes GLC und dem neuen Audi Q5 exklusiv für dieses Segment, mit einer Luftfederung erweitert werden. Dann ist das Luftfahrwerk um 10 mm tiefer gelegt als das Standard-Luftfahrwerk. Die Luftfederung liegt bei 2.600 Euro. Im Vergleich zum größeren Bruder Cayenne lässt sich der Macan generell agiler fahren. Zum Facelift hat Porsche Fahrwerk und Reifen-Setup optimiert. Der Macan lässt sich nun noch ein bisschen knackiger fahren, wirkt etwas leichtfüßiger. Dazu trägt auch bei, dass die Motoren an Power gewonnen haben. Durch das sportliche Setup fühlt sich der Macan etwas kleiner an, als er ist.

Wir testen das PASM-Fahrwerk, das aber im Zusammenspiel mit den 21-Zoll-Felgen doch etwas rau daher kommt. Wenn man sehr große Felgen möchte, sollte man zum Komfortausgleich schon die Luftfederung wählen. Günstiger kommt es dann, wenn man z.B. einfach bei 19 Zoll bleibt und dann das Basis-Fahrwerk oder das PASM nimmt.

Die Geräuschdämmung im Porsche Macan ist großartig und wenn man gemächlich fährt, kann man auch motormäßig ruhig auf langen Strecken unterwegs sein. Der serienmäßige Allradantrieb schickt die Kraft vorwiegend auf die Hinterräder, tritt man aber richtig fest aufs Gaspedal, sieht man in der Allradanzeige in den Instrumenten, dass die Verteilung gen 50:50 gestellt wird, um einen möglichst rasanten, aber gleichzeitig harmonischen Vortrieb zu ermöglichen.

Der Macan S mit dem 3.0 l V6 Benziner ist natürlich überaus kräftig. Doch reicht auch der kleine Vierzylinder? Immerhin macht er weltweit die Hälfte der Macan-Verkäufe aus, im Grunde ist er also der wichtigste Motor. Ja, die Power reicht, der Beschleunigungswert liegt schließlich nur 1 Sekunde unter dem Sechszylinder. Gut, wenn man die Power eines größeren Porsche-Motors gewöhnt ist, dann kann man das bei manchen Überholmanövern durchaus vermissen. Aber wenn man den kleinen Motor im Sport-Modus hat und man dadurch direkt ein bis zwei Gänge niedriger die Beschleunigung startet, kommt auch der kleinere Macan gut in die Gänge. Als Verbrauch erzielen wir für den 2.0 R4 gut 9 l / 100 km. Sparsamer als bei den größeren Motoren ist das nicht unbedingt.

Ein Park Assistent, Surround-View und eine Rückfahrkamera sind zusammen in einem Bundle von etwa 2.000 Euro verfügbar. Ebenso kann optional Keyless Entry bezogen werden. Der Adaptive Tempomat wurde aktualisiert und kommt nun mit einem Stau-Assistenten, der bis 60 km/h funktioniert. Ebenso gibt es nun endlich einen City-Notbremsassistenten – allerdings immer noch nicht serienmäßig. Die automatische Notbremse kommt nur in Verbindung mit dem optionalen adaptiven Tempomat. Eine Spur-Verlassen-Warnung ist hingegen nun serienmäßig. Wichtiges optionales Feature ist ferner der Tote-Winkel-Warner.

Abmessungen

Länge: 4,69 m
Breite: 1,93 m
Höhe: 1,61 m
Radstand: 2,81 m

Fazit: Mit dem Porsche Macan Facelift wurde das Kompakt-SUV behutsam aufgefrischt mit einigen optischen Retuschen außen sowie einem größeren Infotainment-Screen innen – das sieht alles sehr stimmig aus. Im Innern gibt es für den Basis-Macan nun neue Alcantara-Sitze in drei Farben, das ist auch eine attraktive Interieur-Änderung. Bei den Motoren gibt es mehr Power, aber zum Teil auch mehr Downsizing, gerade bei der Turbo-Topvariante. Der kleine 2.0 l 4-Zylinder dagegen hört sich zwar nicht spektakulär an und bringt auch keinen knackigen Sound, ist aber für das Fahrzeug ausreichend kraftvoll und hilft auch dabei, den Preis nicht noch weiter in die Höhe schnellen zu lassen.

Autogefühl: ****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak