Audi SQ5 Probefahrt – Vorbild für Porsche Macan

Audi SQ5, Foto: Autogefühl

Ein Audi S-Modell mit einem Dieselmotor, das soll Leistung und Verbrauchswerte in Einklang bringen. Der Audi SQ5 versucht das – und es gelingt ihm tatsächlich. Er ist mehr sportlich denn SUV. Von Thomas Majchrzak

Seit 2008 gibt es den Audi Q5, im September 2012 kam das Facelift, Anfang 2013 die erste Audi S-Variante mit Dieselmotor – im Audi SQ5. Ein Biturbodiesel mit 313 PS leistet den nötigen und sogar mehr als nötigen Schub. In Amerika, Afrika und Asien gibt es dazu auch einen großen Benziner mit Kompressor als Audi SQ5, auf dem europäischen Markt achtet man aber bekanntlich mehr auf die Optimierung des Verbrauches.

Audi SQ5 mit mächtigem Kühlergrill, Foto: Autogefühl

Audi SQ5 mit mächtigem Kühlergrill, Foto: Autogefühl

Kombiniert ist dieser angegeben mit 6,8 l/100 km. Real verbraucht man bei gemischter Fahrweise gut 9 Liter, wenn man viel Autobahnfahrt bei gemächlichen 100 km/h im Mix hat, kann es auch schon bei 8 Litern landen. Heißt: Man kann den Audi SQ5 auch akzeptabel sparsam fahren. Doch zu diesem Zweck könnte man sich auch eines normalen Audi Q5 mit kleinem Dieselmotor bedienen.

Audi SQ5 mit vierflutiger Auspuffanlage, Foto: Autogefühl

Audi SQ5 mit vierflutiger Auspuffanlage, Foto: Autogefühl

Hier soll es richtig Spaß machen und sportlich sein. Beim Fahren wird schnell klar, dass wir es hier mit dem Vorbild und Bruder des neuen Porsche Macan zu tun haben. Bisher bietet eigentlich nur der Porsche Cayenne eine Verbindung von hohem SUV-Fahrgefühl und echter sportlicher Ambition. Der Audi SQ5 ist diesem Vorbild gefolgt und hat gleichzeitig den Boden für den neuen kompakten Porsche-SUV Macan geebnet. Denn der Audi SQ5 hat zwar eine höhere Sitzposition und einen erhabeneren Blick hinaus, doch er fährt nicht butterweich, sondern sportlich ambitioniert.

I've got the power! Audi SQ5 badge, Foto: Autogefühl

I’ve got the power! Audi SQ5 badge, Foto: Autogefühl

Hauptgrund dafür ist das Sportfahrwerk, das den Wagen um 30 mm tiefer legt. Gewöhnlich macht man die Sportversionen 15 mm tiefer, der doppelte Weg ist eine klare Ansage. Zusammen mit 20-Zoll-Felgen (oder 19er im Winter) kann das – für SUV-Verhältnisse – schon mal holpern auf unebenen Routen.

Dafür kommt man nicht ins Schwitzen, wenn man neben einem 911er an der Ampel steht. Denn im Audi SQ5 geht es in 5,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das sind noch mal 0,6 Sek. weniger als der Porsche Cayenne S Diesel! Liegt natürlich vorwiegend am geringeren Gewicht (Cayenne Diesel S 2.195 kg minus 200 kg = Audi SQ5 1.995 kg). Und macht den SQ5 umso spritziger.

Audi SQ5 Lenkrad mit Kontrastnähten, Foto: Autogefühl

Audi SQ5 Lenkrad mit Kontrastnähten, Foto: Autogefühl

Im Sport-Modus (Ganghebel auf S und/oder im CAR-Menü auf Dynamic stellen) vergisst man schnell, dass man einen Diesel fährt. Es gibt keine Gedenksekunde, die Power ist sofort da. 650 Nm Drehmoment sind das Maximum, gewaltig. Und der Sound wird durch einen so genannten Soundaktuator in der Abgasanlage gestärkt, so dass man eher an einen großen Sauger-Motor denkt.

Das Sportlenkrad besticht optisch durch seine weißen Kontrastnähte an der Innenseite und haptisch durch das unvergleichlich weiche Leder. Natürlich ist die Verarbeitung von erster Güte, so dass man darüber alleine Minuten beim Beschauen und Betasten verlieren könnte.

Audi SQ5 Lenkrad mit Kontrastnähten, Foto: Autogefühl

Audi SQ5 Lenkrad mit Kontrastnähten, Foto: Autogefühl

Der restliche Innenraum ist wie bei Audi betont nüchtern, aber stets modern und auch wie gewohnt perfekt verarbeitet. Es gibt hier einfach keine Verarbeitungs-Makel. Die Verbrauchsanzeige vorne im kleinen Monitor kann man übrigens am rechten Rand des Scheibenwischer-Hebels hoch- und runterscrollen, das ist witzigerweise bei manchen, aber nicht bei allen Volkswagen-Konzern-Modellen gleich.

Audi SQ5 Ledersitze in Bicolor-Bezügen, Foto: Autogefühl

Audi SQ5 Ledersitze in Bicolor-Bezügen, Foto: Autogefühl

Das Soundsystem besticht durch tollen Raumklang, wobei die runde Hochglanz-Umfassung der Boxen auf dem Armaturenbrett gerne nachts bei jeder Fahrt an einer Laterne vorbei funkelt. Das lenkt etwas ab. Verbessert wird die Sicht dagegen durch die dezent am oberen Ende getönte Scheibe. Da ist ein perfekter Übergang gelungen von hell zu dunkel, so dass man die Sonnenblende nicht ganz so schnell herunterklappen muss.

Audi SQ5 Ledersitze in Bicolor-Bezügen, Foto: Autogefühl

Audi SQ5 Ledersitze in Bicolor-Bezügen, Foto: Autogefühl

Nachbessern könnte man in der Topversion in der Tat noch beim Armaturenbrett in schwarzem Hartplastik: Bei einem Auto, das mit ein bisschen Ausstattung gut 70.000 Euro oder mehr kostet, dürfte man schon etwas anderes erwarten. Etwa einen Kunstlederbezug oder neuartige stylische Textil-Überzüge. Die Innenseiten der Türen sind zum Beispiel mit Leder bezogen, das sieht richtig edel aus.

Audi SQ5 Fond, Foto: Autogefühl

Audi SQ5 Fond, Foto: Autogefühl

Ein Tritt aufs Gaspedal, und alles andere ist sowieso vergessen. Wie an einer Leine gezogen braust der Audi SQ5 über den Asphalt und bleibt dabei für ein SUV erstaunlich seitenstabil. Das ist der Vorteil der straffen Abstimmung. Der SQ5 ist der hohe Sportwagen, in dem man auch Sack und Pack transportieren kann.

Audi SQ5 Laderaum, Foto: Autogefühl

Audi SQ5 Laderaum, Foto: Autogefühl

Vor allen Dingen die Sitze mit ausziehbarer Beinauflage bieten Mehrkomfort für größere Passagiere. Die Sitzheizung zählt zudem zu denen, die wirklich ordentlich einheizen können. Toll für kalte Tage. Durch die aufrechte Sitzhaltung ist auch im Fond genügend Platz vorhanden, zumindest für zwei weitere Personen. Die fünfte Person darf keinen Komfort erwarten. Der Kofferraum ist ebenfalls sehr gut alltagstauglich, wobei man trotzdem sagen muss, dass die Abmessungen des Fahrzeugs nicht optimal genutzt werden, da gibt es bessere Raumwunder. Besonders tolles Feature dagegen ist die elektronisch per Schlüssel (das Kofferraum-Symbol halten) zu öffnende Heckklappe. Da lassen sich etwa die Einkäufe direkt einladen, wenn man am Fahrzeug angekommen ist.

Audi SQ5 Abmessungen

Länge: 4,64 m
Breite: 1,91 m / 2,08 m (inkl. Außenspiegel)
Höhe: 1,62 m
Gepäckraumvolumen: 540 l / 1.560 l (mit umgeklappter Rückbank)

Hochwertige Ladekante im Audi SQ5, Foto: Autogefühl

Hochwertige Ladekante im Audi SQ5, Foto: Autogefühl

Außen macht der SQ5 seinen Bulligen Auftritt direkt durch die riesigen Chrom-Außenspiegel und den aufgewerteten Kühlergrill klar. Doch er bleibt sehr dezent, er will nicht bewusst als Kraftprotz auffallen. Eher etwas fürs Understatement.

Die mächtigen Chromaußenspiegel des Audi SQ5 wirken im harten Licht fast weiß, Foto: Autogefühl

Die mächtigen Chromaußenspiegel des Audi SQ5 wirken im harten Licht fast weiß, Foto: Autogefühl

Während der Basis Audi Q5 bei 35.900 Euro beginnt (mit 2.0 Liter Diesel mit 150 PS), kostet ein Audi SQ5 TDI 3.0 TDI quattro tiptronic ab 59.300 Euro. Dafür kommen neben der starken Motorisierung direkt einige interessante Features mit, die den Audi SQ5 von den Basis-Ausstattungen abzeichnen:

– permanenter quattro-Allradantrieb
– 2x zweiflutige Endrohre
– Sportsitze
– 4-Wege-Lendenwirbelstütze
– ausziehbare Oberschenkelauflage
– Sitzheizung vorn
– S-Sportfahrwerk
– 20-Zoll-Räder
– LED-Heckleuchten
– Pedale und Fußstütze in Aluminiumoptik

Audi SQ5, Foto: Autogefühl

Audi SQ5, Foto: Autogefühl

Sicherheit auf langen Strecken bietet die ACC, Adaptive Cruise Control, also der Tempomat, der automatisch den Abstand hält und eben selber runterbremst. Doch kommt ein Fahrzeug komplett zum Stehen, bremst die ACC nicht komplett herunter – das kann das System von Volvo z.B. deutlich besser. Unter 30 km/h kann der Audi-Assistent allerdings eine komplette Vollbremsung einleiten, heißt es.

Audi SQ5 Heck, Foto: Autogefühl

Audi SQ5 Heck, Foto: Autogefühl

Fazit: Die überragende Leistung erhitzt das Gemüt. Und auf unseren Einstieg zurückzukommen: Der Verbrauch bleibt, wenn man denn möchte, in akzeptablen Regionen. Das ist eben der Vorteil eines emotionalen Diesels. Der Audi SQ5 ist zwar nicht praktisch, für die Außenmaße könnt er mehr Raum bieten. Auch das Fahrwerk ist für den Alltag nicht angenehm, in dieser Fahrzeugklasse macht die Nicht-S-Version mehr Sinn. Denn sportlich bewegen muss man 2 Tonnen auch nicht unbedingt. Dennoch überzeugt die hervorragende Verarbeitung von Exterieur und Interieur, die großartige Laufkultur des großen Diesels und das allgemeine hochwertige Fahrgefühl. Somit bleibt unter dem Strich auf jeden Fall ein Traumauto.

Autogefühl: ****

Audi SQ5, Foto: Autogefühl

Audi SQ5, Foto: Autogefühl

Text, Foto, Video: Autogefühl, Thomas Majchrzak


3 Responses to Audi SQ5 Probefahrt – Vorbild für Porsche Macan

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