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Honda CR-V 2014 Testbericht – eine runde SUV-Sache

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Der Honda CR-V ist im Zuge der SUV-Welle Hondas neues Zugpferd geworden. Das Konzept aus solider Qualität, SUV-typischen Vorteilen und attraktivem Preis geht auf, wie unser Fahrbericht zeigt. Wenn auch international sogar noch viel besser als hierzulande. Von Thomas Majchrzak

2013 gab es 7.000 Neuzulassungen in Deutschland für den Honda CR-V, zweiter Platz in der markeninternen Wertung. Damit kommt man zwar in Deutschland noch nicht in die SUV-Top-10, aber Honda kann mit diesem Ergebnis sicher zufrieden sein. Weltweit sieht es glorreicher aus: Als einziges SUV schafft es der Honda CR-V in die Liste der meistverkauften Autos der Welt im Jahr 2013. Fast 700.000 Einheiten konnte Honda vom CR-V im vergangenen Jahr absetzen, das ist gewaltig.

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Seit 1996 gibt es den Honda CR-V als Modell, mittlerweile in 4. Generation (seit 2012). Der Basispreis des Honda CR-V liegt bei 22.990 Euro, wobei es dafür nur den 2 Liter Benziner mit 155 PS gibt. Bei den Dieseln gibt es etwas mehr Auswahl, den 2.2 Liter Diesel mit 150 PS und noch recht frisch seit 2013 den 1.6 Liter Diesel mit 120 PS. Diesen Motor haben wir auch schon im Honda Civic getestet, und er war wirklich sehr sparsam. 4,5 Liter lautete der Testverbrauch (bei angegebenen 3,6 Liter), beim Honda CR-V verbrauchte der 1.6 Liter Diesel gut 6 Liter auf 100 km (angegeben: 4,7 Liter). Da kann man nur den Hut ziehen. Schließlich ist so ein SUV auch nicht die stromlinienförmigste Art des Automobils. Erstaunlich: Selbst bei Voll-Last, sprich schnellen Autobahnfahrten, schnellt der Verbrauch nicht in die Höhe, weniger als ein halber Liter auf 100 km kommt hinzu.

Den 1.6 Liter Diesel gibt es übrigens im Gegensatz zu den anderen Motoren nur als Fronttriebler und nicht als Allrad. Das ist aber kein Beinbruch, dieses Konzept ist eben für die Stadt und für geringen Verbrauch ausgelegt. Und den Allrad bräuchte man ohnehin nur sehr selten.

Das Design zeichnet vorne ein freundlich-geschwungenes Gesicht. Das Heck ist für den europäischen Geschmack gewöhnungsbedürftig, manch ein SUV-Kunde wünscht sich hier eher den eckigen Abschluss. Die eheste Design-Verwandtschaft besteht hier mit dem Kia Sportage. Das runde Heck dient aber einem sehr flüssigen Seitenprofil, das dem Fahrzeug seinen ganz eigenen Stil beschert. Dazu passen auch die attraktiven Alufelgen im geschwungenen Design.

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Honda CR-V Abmessungen

Länge: 4.529 mm
Breite: 1.819 mm
Höhe: 1.654 mm
Radstand: 2.619 mm
Leergewicht: 1.653–1.712 kg

In den Ausstattungsvarianten S, Comfort, Elegance, Lifestyle, Executive arbeitet man sich in ca. 3.000-Euro-Schritten nach oben, wobei die Leder-Ausstattung und das Panorama-Glasdach nur in Executive enthalten ist. Da wäre die Überlegung wert, ein niedriges Grundpaket zu nehmen und die einzelnen gewünschten Optionen dazu zu buchen.

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Wir fahren die Ausstattung Lifestyle, also die zweithöchste.

Damit haben wir zum Beispiel: Aktives Kurvenlicht, Einparkhilfe vorn und hinten inkl. Rückfahrkamera, Tempomat, Außenspiegel elektrisch verstellbar, beheizbar und anklappbar, Bluetooth, Sitzheizung, Klimaanlage mit Zwei-Zonen-Regelung, Lederlenkrad und Lederschaltknauf, Lordosenstütze für Fahrer- und Beifahrersitz, Panorama-Glasdach, Sitzbezüge in Alcantara mit “Lederdesign”, 18-Zoll-Felgen

Die Alcantara-Sitze machen einen qualitativ hochwertigen Eindruck und sind auch sehr bequem. So sind die Sitzflächen im Winter warm und im Sommer kühl, es muss nicht immer Voll-Leder sein. Die Sitze an sich bieten die SUV-typische hohe Sitzposition, die direkt zu Langstreckenfahrten einlädt.

Bei “Executive” gäbe es übrigens noch die Ledersitze dazu.

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Eine Stufe niedriger als Lifestyle dagegen bei “Elegance” gibt es dann nur 17 Zoll statt 18 Zoll, das Glasdach fällt weg und es gibt keine Alcantara-Sitze, Lordosenstütze für den Beifahrer und keine Sitzheizung.

Somit bleibt Lifestyle die Lösung, die ein Höchstmaß an Komfort bietet, aber noch nicht den höchsten Preis aufruft. In Kombination mit dem 1.6 Liter Diesel sicherlich zu am wärmsten zu empfehlende Kombination für einen Honda CR-V. Preis: 32.180 Euro.

Das Interieur ist dabei wenig exklusiv, eher zweckmäßig. Wer auf Schnickschnack verzichten kann und will, der ist hier richtig. Das Multimediasystem ist jedoch etwas betagt und versprüht 90er-Charme. Grundsätzlich findet man alle Funktionen relativ schnell und das Touchpad reagiert auch zügig. Doch die links und rechts angeordneten Tasten erscheinen nicht wohl überlegt. Insgesamt finden wir uns mit der Zieleingabe für das Navigationssystem jedoch schnell zurecht.

Das kleine Lenkrad gefällt, vermittelt jedoch nicht dieselbe Qualität wie z.B. beim Civic. Bekannt sind dagegen die Knöpfe auf dem Multifunktionslenkrad, etwa für den adaptiven Tempomat. Der funktioniert zuverlässig und ist für Autobahnfahrten zu empfehlen. Leider funktioniert er nicht unterhalb von 30 km/h, diese Funktionalität hätte man auch noch integrieren können.

Die Fondpassagiere haben dank der ebenfalls aufrechten Haltung viel Platz für Beine und Kopf, die Rückbank lässt sich auch in verschiedenen Winkel arretieren. Interessant ist der ebene Fußraum im Fond, der (wie beim BMW i3 vorne) mit einer durchgängigen Fußmatte bedeckt wird. So kann man auch in der mittleren Position noch besser sitzen als in den meisten anderen Autos.

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Der Laderaum ist in der Tat quadratisch, praktisch, gut. Man könnte eine Waschmaschine direkt mit dem Gabelstapler hineinladen, ohne sich Gedanken machen zu müssen. Beschränkt ist der Laderaum lediglich von seiner Länge. Wer also besonders lange Dinge transportieren möchte und gleichzeitig die Rückbank benötigt, würde mit einem Honda Civic Tourer glücklicher. Allerdings lässt sich beim Honda CR-V natürlich auch die Rückbank umklappen. Wie von Honda gewohnt, erwartet uns dabei ein cleveres Konzept. Die Sitzflächen der Rückbank lassen sich nach vorne klappen, daraufhin ist die Rückenlehne besser versenkbar. Es entsteht zwar nicht eine komplett ebene Ladefläche, aber nahezu.

Das Fahrverhalten ist ganz klar auf das angenehme Reisen ausgelegt. Die langen Federwege lassen das Fahrzeug tendenziell eher schaukeln, so wird der Honda CR-V bei schnellen Kurvenfahrten oder sehr hohen Geschwindigkeiten gefühlt etwas instabil. Wegen des ausgezeichneten Motors mit gutem Durchzug bei akzeptablem Verbrauch macht die zügige Gangart in der Stadt jedoch trotzdem Freude. A propos Gangart: In der von uns getesteten manuellen Schaltung rasten die Gänge weich ein, also so, wie es sein soll. Lediglich die Kupplung bedarf etwas Eingewöhnung, denn sie kuppelt sehr schnell ein und neigt dazu im Umkehrschluss beim Rücknehmen des linken Fußes zum Schleifen.

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Fazit: Der Honda CR-V macht einen grundsoliden Eindruck, kommt mit einem sehr zu empfehlenden 1.6 Liter Diesel und bietet insgesamt ein geeignetes Paket im Sinne von “viel SUV für wenig Geld”. Angenehmes Autofahren ohne Rückenschmerzen so lange man will, und ohne seinen Geldbeutel zu plündern. Der Honda CR-V ist ein Auto, mit dem man sofort zurechtkommt. Man kann es bedenkenlos jedem empfehlen.

Autogefühl: ***

Weitere Testberichte zum Honda CR-V gibt es hier:
newcarz
motoreport

2015 wird es dann den neuen Honda CR-V geben.

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Honda


2 Responses to Honda CR-V 2014 Testbericht – eine runde SUV-Sache

  1. […] wir kürzlich den Honda CR-V im Fahrbericht vorgestellt haben, erwähnten wir schon, dass der CR-V sich immer den Top 10 der meistverkauften […]

  2. […]  Toyota-Markengesicht und eine nach oben statt umständlich zur Seite schwingende Heckklappe. 9. Honda CR-V 48,934 Stück +2% Der Honda CR-V ist das weltweit am häufigsten verkaufte SUV und darf daher auch […]

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