Citroen DS5 Testbericht – Facelift mit Eigenmarke

Mit dem jüngsten Citroen DS5 Facelift wird “DS” als Eigenmarke gestärkt. Schon andere Konzerne gönnen ihren Luxusmarken eine eigene Marken-Identität, nun geht auch Citroen diesen Weg. Wir haben uns den neuen DS5 angesehen. Von Thomas Majchrzak

Citroen bezeichnet den seit 2012 erhältlichen DS5 selber als “fahrendes Concept Car”, und dementsprechend futuristisch sieht er auch noch immer aus, außen wie innen. Das hatten wir schon bei unserem ersten Test mit dem Hybrid festgestellt.

Hintergrund: Marken- und Verkaufsstrategie

Warum setzt man nun auf eine Eigenmarke? Seit der Einführung der modernen DS-Linie 2010 wurden weltweit 550.000 Stück davon verkauft, 40.000 davon in Deutschland. In China gibt es sogar noch zusätzliche DS-Modelle, wie den DS5 als Stufenhecklimousine oder ein SUV. Jedenfalls waren die Verkaufszahlen für Citroen ausreichend, als dass man ein Potenzial als Eigenmarke gesehen hat – um dann die Exklusivität durch diese Neuausrichtung noch zu unterstreichen.

Ein zentrales Element beim Verkauf der DS-Modelle ist die neue Vertriebsorganisation. Denn dafür werden Peugeot, Citroen und die neue Eigenmarke DS zusammen vermarktet. Das soll Synergien schaffen, also Kosten senken und die Margen letztlich für Importeur und Händler erhöhen. Die größte eigene Handelsorganisation ist daher entstanden, die PCR (Peugeot Citroen Retail), die zusammengerechnet in 2014 bereits 57.000 Fahrzeuge verkauft hat mit 48 Standorten in Deutschland. Kritik gibt es aber auch an den Maßnahmen in der Hauptzentrale des Importeurs in Köln, in der nun noch 250 Mitarbeiter arbeiten und 140 gehen mussten. Für die Kunden dagegen wird nur ersichtlich, dass Peugeot, Citroen und DS künftig immer häufiger unter einem Dach verkauft werden.





Exterieur

Nun erscheint im neu gestalteten Kühlergrill des DS-Logo (“DS Wings”) als eigenständige Marke. Das hebt den Citroen DS5 noch mehr von der sonstigen Modellpalette ab und soll für noch mehr Premium-Image sorgen, was auch funktioniert. Dazu passt auch die Chrom-Einfassung des geschwungenen Grills. Die Xenon-Scheinwerfer laufen mit der Lenkrichtung mit. Die gesamte Front wirkt harmonischer, weil sie mit weniger Design-Linien auskommt. Stimmig wirkt auch die schwarz-glänzende Oberfläche des Kühlergrills. Mit dem Facelift wird der DS5 einer der schönsten Citroen-Modelle der jüngsten Zeit.

In der Seitenansicht hat sich nicht so viel getan, wobei diese mit den vielen unterteilten Scheiben und dem geschwungenen Dach immer noch Aufmerksamkeit erregt. Auch am Heck hat sich nicht viel verändert, bleibt es mit der schmalen Heckscheibe doch ebenfalls sehr designorientiert. Die Heckleuchten zeigen eine 3D-Anmutung.

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Interieur

Das Interieur ist auch weitgehend unangetastet geblieben. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es an ein Flugzeug-Cockpit erinnert. Dramatisch sind die Scheiben aufgeteilt, gerade direkt über dem Fahrer im Dach-Himmel durch die Segmentierung der Glasflächen. Das Stück Armaturenbrett zwischen Fahrer und Beifahrer ist wie ein breites Band entlang gezogen und leicht in sich verdreht. Weitere Highlights sind die großen runden Drehschalter, etwa für die Temperatur, die der Flugzeug-Thematik zuzuordnen sind. Die Temperatur erscheint dabei hinter einer Glasscheibe, was sehr hochwertig wirkt. Zudem hat Citroen bei der Haptik auch noch einmal zugelegt. Auch oder gerade im Interieur setzt der Citroen DS5 damit besondere Akzente. An den Türgriffen kommt echtes Aluminium zum Einsatz.

Neu ist der aktualisierte Touchscreen mit einem moderneren Infotainment-System. Das hat auch die Anzahl der Schalter und Knöpfe (minus 12) reduziert. Das Cockpit wirkt dadurch deutlich aufgeräumter. Die Darstellung könnte allerdings etwas moderner sein, die Navi-Ansicht wirkt etwas angestaubt. Die Spiegelung des Smartphones auf dem Screen heißt hier “New Mirror Screen” und enthält Mirror Link. So kann man sich etwa auf seinem Smartphone den Fußweg zum Fahrzeug zeigen lassen, wenn man es zwischenzeitlich irgendwo abgestellt hat.

Das Lenkrad macht ebenfalls einen exklusiven Eindruck, doch trotz seines abgeflachten Endes ist es nicht gerade sportlich. Muss es aber auch nicht, denn der Fokus liegt hier nicht auf Sportlichkeit.

Die Sitze sind grundsätzlich bequem, allerdings eher weniger für ganz große Menschen ausgelegt. Optional gibt es im höchsten Paket auch eine Sitzmassage-Funktion, die aber nicht mit den umfangreichen Sitzmassagen der deutschen Premium-Konkurrenz mithalten kann.

Ebenfalls neu sind neue Dekors für den Innenraum sowie eine neue Außenfarbe.

Das ist die Serienausstattung:

– 16 Zoll Leichtmetallfelgen inkl. Reifendrucksensor (für BlueHDi 120 Einstiegsmotor)
– 17 Zoll Leichtmetallfelgen inkl. Reifendrucksensor (alle Motoren außer für BlueHDi 120)
– Analoge Uhr im Armaturenbrett
– Außenspiegel elektrisch einstellbar und beheizbar
– Automatische Fahrlichteinschaltung und Regensensor
– Berganfahrassistent
– Einparkhilfe vorne und hinten
– Elektronische Kindersicherung
– Elektrische Parkbremse
– ESP mit ASR
– Fußmatten vorn und hinten
– Geschwindigkeitsregler (programmierbar) und -begrenzer
– Innendekor „Peint“
– Innenspiegel automatisch abblendend
– LED-Tagfahrlicht
– Digitales Radio DAB und DAB+ mit sechs Lautsprechern, Lenkradfernbedienung, USB-/AUX-Eingang, MP3-Funktion und Bluetooth®-Freisprecheinrichtung
– Start-Stop-Knopf
– Stoffpolster „Armucara“ Mistral
– Elektrische Fensterheber vorn und hinten mit Komfortschaltung und Einklemmschutz

Das Navi muss man je nach Paket für 1.000 bis 1.500 Euro dazu ordern, wenn man die Option mit “DS Connect Box” wählt, ist damit dann auch die Smartphone-Integration enthalten.

Die Leder-Ausstattung schlägt mit über 4.000 Euro zu Buche, da muss man mal eben 15 Prozent des Fahrzeugpreises aufschlagen. Zudem machen Ledersitze, außer dass sie optisch toll aussehen, in keiner Weise Sinn.

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Motoren

Folgende Motoren stehen zur Verfügung:

Benziner 165 PS mit 6-Gang-Automatik – 33.000 Euro
Benziner 210 PS (folgt später)

Diesel 120 PS mit Handschaltung – 31.500 Euro
Diesel 150 PS mit Handschaltung – 33.500 Euro
Diesel 180 PS mit 6-Gang-Automatik – 37.000 Euro

Diesel-Hybrid (163 PS + 37 PS, kein Plugin) – 42.000 Euro

Fahrverhalten

Wir testen die Hybrid-Version, die mit Vollausstattung schon bei knapp 48.000 Euro liegt. Das ist heftig für dieses Auto und in der Tat nicht zu empfehlen. Der Hybrid bringt zudem kaum einen Vorteil. Nett ist zwar, dass man lautlos einparken kann, wenn das Fahrzeug dann auf den Elektroantrieb zurückgreift. Doch effektiv bringt es keine Spritersparnis und das Zusammenspiel von Diesel und Elektromotor wirkt auch nicht ganz so stimmig. Die Verbindung von dem Diesel und der Automatik ist ebenfalls nicht zu empfehlen, die Schaltvorgänge sind recht lang und der Diesel klingt bemüht und fühlt sich auch so an. Wir raten daher erstes vom Hybrid ab, weil sich der Aufpreis dafür nicht lohnt, und raten zweitens zum Benziner.

Fahrwerk und Lenkung sind ganz auf Entspannung und Komfort ausgelegt. Wir benötigen einen recht langen Lenkweg und Kurvenflitzen macht im DS5 nicht gerade viel Freude. Das ist nicht der Fokus. Der Citroen DS5 soll ein exklusives und entspanntes Gefühl vermitteln, und das tut er. Mit der Cockpit-Ausrichtung glaubt man sich in einem einzigartigen Auto und kann die Fahrt daher auch immer genießen. Die Geräuschisolierung könnte allerdings ein wenig besser sein.

Im Vergleich zum Citroen C4 fällt auf, dass es ein engeres Raumgefühl gibt, man fühlt sich im Cockpit eben eher eingepfercht, was man da bevorzugt, ist Geschmackssache. Angenehm sind die Materialien, die man während der Fahrt berührt und erspäht: Das wirkt alles wirklich hochwertig.

Abmessungen

Länge: 4,53 m
Breite: 1,87 m
Höhe: 1,50–1,53 m
Radstand: 2,72 m
Leergewicht: 1.495–1.735 kg

Fazit: Mit dem Facelift ist der Citroen DS5 noch mal so richtig schick geworden und versprüht mehr Exklusivität. Außen wie innen ist der DS5 ein Kunstwerk und zählt unserer Meinung nach zu den schönsten Citroen-Modellen der vergangenen Jahre. Die neue DS-Strategie ist spannend und wir glauben, dass das Konzept gerade für den DS5 aufgehen könnte. An die deutsche Premium-Konkurrenz kommt man allerdings noch nicht heran, dafür ist das Fahrverhalten nicht konkurrenzfähig. Wer dagegen das langsame Gleiten schätzt und den einzigartigen Ansatz, im Kompakt-Segment eben keine Sportversion anzubieten, sondern eine Luxusversion, der liegt beim DS5 genau richtig.

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Holger Majchrzak

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3 Responses to Citroen DS5 Testbericht – Facelift mit Eigenmarke

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