Jeep Cherokee Test Fahrbericht 2.2 l MultiJet

Den Grand Cherokee kennt jeder, doch auch den “nur” Cherokee gibt es schon seit 1974 in vielen Generationen. Nun wird er auch wieder weltweit angeboten, also auch bei uns in Deutschland. Wir haben den neuen “kleinen” Bruder Jeep Cherokee getestet. Von Thomas Majchrzak

Seit Ende 2013 ist der Jeep Cherokee in den USA erhältlich, seit 2014 auch wieder in Deutschland. Der Cherokee ist mit 4,62 m Länge ein stattlicher Kompakt-SUV und nur 20 cm kürzer als der Grand – und mit 33.000 Euro Einstiegspreis auch 15.000 Euro günstiger als der große Bruder. Nur was kann der kompaktere Jeep? In Deutschland hat der Cherokee bei den Neuzulassungen den Wrangler schon fast eingeholt. Stärker sind noch der Klassiker Grand Cherokee und neuerdings der mit 18.000 Euro günstigste Jeep Renegade.





Exterieur

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Kennzeichen des neuen Jeep Cherokee sind die Schlitzaugen-Scheinwerfer, die so gar nicht in das klassische Jeep-Erscheinungsbild passen wollen. Stattdessen zeigt der Cherokee eine neue moderne Linie. Auch der Kühlergrill steht nicht klassisch aufrecht, sondern ist etwas abgeknickt, ebenfalls ein ungewöhnliches Designmerkmal. Insgesamt ist das innerhalb der Modellpalette das derzeit andersartigste Design. In Seitenprofil und Heck behält der Jeep Cherokee dagegen eher praktische Maße, so dass ein Maximum an Platz im Innenraum gewährleistet werden sollte – stimmt das? Schauen wir uns im Interieur an. Auffällig sind ferner die 3D-artig herausstechenden Heckleuchten. Und hier haben wir bei Motoreport auch noch eine andere Farbwahl.

Interieur

Der grundsätzliche Cockpit-Stil gleicht dem des Grand Cherokee, etwa die Klimaeinheit und das bullige Lenkrad. Nur wie schon außen finden wir hier auch einige geschwungene Formen, etwa dass die Mittelkonsole um den Touchscreen herum etwas hervorsteht und nicht so sehr wie beim großen Bruder eher eine gerade Fläche bildet. Dadurch wirkt der Cherokee weniger rustikal. In unserer Testwagenausstattung Limited präsentiert sich der Cherokee mit aufgeschäumtem Plastik am Armaturenbrett, man kann also fast alle Areale mit dem Daumen etwas reindrücken, das ist gut. Orangefarbene Kontrastnähte imitieren einen Lederstil. Leider kommt mit der Limited-Ausstattung zwangsweise Echtleder. Für Stoffsitze ohne Tierhaut kann man aber die Einstiegsvarianten Sport und Longitude nehmen (s.u.) und dann noch ein paar Extras hinzu nehmen.

Das Infotainment-System gleicht sich über den gesamten Fiat-Konzern hinweg. Es ist grundsätzlich sehr intuitiv per Touch und damit einfach zu bedienen, allerdings wirkt die Darstellung etwas spielzeugartig. Sitzheizung und Lenkradheizung (toll, dass es sie gibt!) kann man auch über das Infotainment-System in einem separaten Reiter aktivieren – und die Tasten erscheinen auch ganz fix beim Starten des Fahrzeugs als Initial-Bildschirm. Die Reaktionszeiten des Systems wurden im Vergleich zu früheren Jeep-Modellen nochmals verbessert. Ein weiteres Detailfeatures: Man kann mit einem kleinen Drehrad links vom Lenkrad ganz schnell die Helligkeit von Instrumenten und Zentral-Bildschirm ändern, etwa wenn es nachts zu hell wird von den Anzeigen.

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Und so unterscheiden sich die Ausstattungsvarianten im Detail:

Sport (nur erhältlich für 2,0 l Diesel)
– 17″-Leichtmetallräder
– Klimaanlage, manuell
– Tempomat
– Bluetooth-Freisprecheinrichtung

Longitude (zusätzlich zu Sport, Einstiegs-trimlevel für den 2,2 l Diesel)
– Offroadmodus-Schalter
– Heckklappe elektrisch öffnend und schließend
– Einparkhilfe mit Parksensoren hinten
– Klimaautomatik mit 2-Zonenregelung
– Fahrersitz 8-fach elektrisch einstellbar, mit Lendenwirbelstütze

Limited (zusätzlich zu Longitude)
– 18″-Leichtmetallräder
– Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Scheinwerferreinigungsanlage
– ParkSense Einparkhilfe mit Parksensoren vorn und hinten
– ParkView Rückfahrkamera mit dynamischen Führungslinien
– keyless entry
– Außenspiegel elektrisch beheiz- und anklappbar, mit Absenkfunktion (Bordsteinautomatik)
– Alarmanlage
– Sitzpolsterung in Nappaleder (Mischung aus echter Tierhaut und Kunstleder) mit belüfteten und beheizbaren Vordersitzen
– Navi
– Soundsystem mit 10 Lautsprechern

Trailhawk (zusätzlich zu Longitude, vorbehalten und serienmäßig für V6)
– Umfangreicheres Allradsystem
– Offroad-Fahrwerk mit 1″- Höherlegung und Unterfahrschutz
– Offroad-Stoßfänger mit größerem Böschungswinkel
– 17″-Leichtmetallräder mit M+S Bereifung
– Heckklappe elektrisch öffnend und schließend
– ParkSense Einparkhilfe: Parksensoren vorn und hinten
– Ersatzrad
– keyless entry
– Alarmanlage
– Sitzpolsterung im Mix Stoff/Nappaleder
– Fahrersitz 8-fach elektrisch einstellbar, mit Lendenwirbelstütze
– Rote Interieurakzente
– Fußmatten in abwaschbarer Allwetterausführung
– Navi
– Soundsystem mit 10 Lautsprechern

Die Auflösung der Rückfahrkamera sollte deutlich besser sein, die wirkt doch sehr grobkörnig und damit sind Details auch nicht so gut zu erkennen.

Das Platzangebot auf den vorderen Sitzen ist üppig. Hier bestünde also kein Bedarf, dass man aus Platzgründen zum Grand Cherokee greift. Auch im Fond bleibt für 1,90 m Erwachsene genügend Kopf- und Kniefreiheit. Zudem ist auch die hintere Sitzposition aufrecht und angenehm – sehr gut für lange Reisen. Die Rückbank lässt sich zudem längs verschieben, so kann man wahlweise die Beinfreiheit hinten erhöhen oder den Laderaum vergrößern. Ist die Sitzbank ganz hinten, so bleibt im Laderaum nicht mehr allzu viel Platz, hier wäre dann der Grand Cherokee besser, das ist eigentlich der Unterschied. Trotzdem bleibt für den Alltagsgebrauch ausreichend Platz, der Wagen ist schließlich knapp über 4,60 m lang.

Motoren

Seit Mitte 2015 gibt es nun einen neuen Diesel, den wir auch bewegen (2,2 l Multijet).

Das ist die gesamte Auswahl:

Diesel
2.0l MultiJet mit 140 PS (ohne Allrad)
2.2l MultiJet mit 185 oder 200 PS

Benziner
3.2l V6 Pentastar mit 272 PS

Nur der kleine Diesel hat Frontantrieb, alle anderen Allrad. Außerdem ist der kleine Diesel mit einer 6-Gang-Schaltung verknüpft, während alle anderen serienmäßig ein 9-Stufen-Automatikgetriebe besitzen, eine Wandlerautomatik von ZF. Diese ist übrigens im manuellen Modus nicht gewohnt schaltbar, sondern kommt vom Setup aus dem Offroad-Bereich. D.h. man legt mit der manuellen Gangwahl nicht direkt den Gang fest, sondern nur den maximal höchsten Gang – die Automatik macht dann den Rest. Sinnvoll ist das zum Beispiel beim Bergabfahren.

Fahrverhalten

Positiv fällt direkt die Automatik auf, die reibungsfrei hoch- und runterschaltet. Der neue 2.2 l Diesel ist deutlich ruhiger als die alten Modelle, das gefällt. Und somit ist die Soundkulisse auch eine der gewaltigen Unterschiede zum Jeep Renegade mit dem 2.0 l Multijet, den es in der Einstiegsversion hier auch gibt. Während der günstige Renegade laut knattert, surrt der Diesel im Cherokee leise vor sich hin. Also: Wer den Diesel wählt, auf jeden Fall den neuen 2.2 l Multijet nehmen! Von 0 auf 100 km/h geht es damit auch in 8,5 Sekunden anstatt in 10,5 beim kleineren Diesel. Achteinhalb Sekunden würde übrigens auch der dicke Benziner machen, ist also gleich schnell. Unser Testwagen hat die 2.2 l Version mit 200 PS, das sorgt für ausreichend Durchzug in allen Lebenslagen eines SUVs. Davon ab ist auch die Geräuschisolierung über Fenster & Co. auf einem guten Niveau.

User Testverbrauch für den 2.2 l Multijet liegt bei 7,5 Liter Diesel / 100 km, was annehmbar ist.

Die Lenkung fühlt sich grundsätzlich natürlich an, aber reagiert selbstverständlich nicht wie die eines Sportwagens. Das Fahrzeug möchte schon ein paar Lenkbewegungen haben. Durch das bullige Lenkrad verstärkt sich das Fahrgefühl eines Offroaders. Die aufrechte Sitzposition sorgt gerade bei Langstrecken für einen tollen Komfort.

Offroad-fähig ist der Cherokee, wobei wir eine Version ohne zusätzliche Geländeuntersetzung fahren. Letztere werden die meisten Kunden ohnehin nicht benötigen. Dennoch kann man ein wenig verstellen: Den Fahrmodus-Schalter kann man auf Sport drehen, dann wird später hochgeschaltet und die Gänge werden höher ausgedreht. Auf Schnee/Snow fährt der Cherokee behutsamer an und grundsätzlich im zweiten Gang. Im Sand-Modus erfolgt die Beschleunigung ebenfalls behutsamer, allerdings einerseits kraftvoll von der Motorseite, aber andererseits elektronisch eingebremst. Weil man ja im Sand durchaus Kraft zum Herausfahren braucht, aber eben nicht zu viel.

Abmessungen

Länge: 4,62 m
Breite: 1,85 m
Höhe: 1,67 m
Radstand: 2,70 m
Leergewicht: 1.834 – 2.036 kg

Fazit: Der neue Jeep Cherokee bietet eine wendigere, alltagstauglichere und günstigere Alternative zum ganz großen Grand Cherokee. Zudem zeigt er das aufregendste Styling in der Jeep-Modellpalette, das polarisiert. Die Verarbeitung ist ordentlich und das Platzangebot ebenfalls. So hat man das gewohnte Offroad-Fahrgefühl mit hoher Sitzposition, und zwar nicht so halb, sondern ganz. Der Cherokee fühlt sich an wie ein ganz großer, ist aber praktischer als die ganz großen.

Autogefühl: ***

Text & Fotos: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Kamera (Video): Autogefühl, Michel Weigel

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3 Responses to Jeep Cherokee Test Fahrbericht 2.2 l MultiJet

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  2. […] Mehr Infos zu den Ausstattungsvarianten und den Platzverhältnissen hat autogefühl.de. […]

  3. […] 25.000 Euro. Günstiger ist nur der Jeep Renegade mit 17.000 Euro, nach oben hin würde es mit dem Jeep Cherokee bei 33.000 Euro […]

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