VW T6 PanAmericana & Rockton Offroad-Testbericht

Statisch hatten wir die Sondereditionen Volkswagen T6 PanAmericana und Rockton bereits auf der IAA-Nutzfahrzeuge in Hannover vorgestellt. Doch wie schlagen sich die beiden Offroad-Versionen in der Praxis? Das zeigen wir in unserem ausführlichen Testbericht mit Matsch-Faktor. Von Michel Weigel

Die T-Baureihe von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) zählt zu den Kultautos aus den 60er und 70er Jahren. Vor gut zwei Jahren wurde die bereits sechste Generation vorgestellt, welche wir bereits umfangreich getestet haben. Nun folgen die Sondermodelle Transporter Kombi Rockton und Multivan PanAmericana. Der Rockton basiert also auf dem robusten Personen/Laderaum-Mix namens Transporter Kombi und der PanAmericana auf der High-End-Personenvariante Multivan.

Der normale VW T6 beginnt bei knapp über 30.000 Euro inkl. MwSt. als Kastenwagen. Bei den Sondermodellen muss man noch die ein oder andere Schippe drauflegen. Den Rockton erhält man ab 45.000 Euro und den PanAmericana ab 48.000 Euro.

PanAmericana steht für das Netz von Schnellstraßen, das sich von Alaska bis Feuerland erstreckt, also über gesamt Amerika. Das Sondermodell soll die Offroad-Qualitäten der T-Baureihe herauskitzeln. Noch mehr dafür steht das Wort „Rockton“ vom engl. Rock (Stein).




Exterieur

Wir beginnen mit dem PanAmericana: Im Gegensatz zu einem normalen T6 liegt er 2 cm höher, was man auf Wunsch aber auch abwählen kann. Serienmäßig wird der PanAmericana mit 17-Zoll-Felgen ausgerüstet, 18 Zöller können aber, wie man auf den Fotos sieht, gegen Aufpreis auch angebracht werden.

An der unteren Kante des Fahrzeugs verläuft ein mattgrauer Schutz, um die Karosserie vor Schäden zu schützen, ferner verleiht es dem Transporter einen individuellen Look. Auch der Unterboden ist im Vergleich zum Basismodell bereits mit zusätzlichen Schützern versehen. Während z.B. die optionale zweifarbige Sonderlackierung eines Multivan eher den Retro-Look verkörpert, wirkt das Design im Sondermodell PanAmericana im Crossover-Stil moderner.

Im Seitenprofil erkennt man gut die „gesamt-amerikanische“ Karte oberhalb des PanAmericana Schriftzuges. Es ist ein nettes Gimmick und immer wieder einen Hingucker wert. In dieser Ansicht erkennt man auch gut den Höhenunterschied, welcher beim Rockton noch größer ist.

Der Rockton liegt ganze drei Zentimeter höher als der normale T6 und besitzt einen auffälligen „Rockton“ Schriftzug entlang der Seite. Ansonsten wurde die Front mit robusterem Material ausgestattet. Der Rockton basiert nicht auf der höchsten Ausstattungslinie und hat daher weniger Schnickschnack, kostet aber mit seinem Mehr an Hartplastik auch deutlich weniger. Zumindest ist dies der Teil, den man schon mit bloßem Auge erkennt. Der Fahrzeugboden wurde massiv gegen mögliche Beschädigungen geschützt. Auch befindet sich hier ein Reserverad.

Interieur

Unabhängig vom Sondermodell ist die Verarbeitung im Innenraum exzellent. Nichts rappelt oder klappert, die Spaltmaße sind ebenmäßig. Im Basis-Transporter müssen auch nicht unbedingt weiche Oberflächen verwendet werden, hier ist der Kratzschutz wichtiger.

Der PanAmericana kann hinten optional mit einem Riffelblechboden ausgestattet werden. Je nach Sitz-Setup kann man die Ladefläche für Freizeitgeräte nutzen oder eben für eine Mehr-Bestuhlung. Maximal können 7 Personen in der T-Baureihe Platz nehmen. Die Sitze sind einzeln verschieb- und drehbar. Des Weiteren sind Climatronic, ein Multifunktionslenkrad und eigene „PanAmericana“ Einstiegsleuchten serienmäßig mit an Bord.

Die Sitze sind serienmäßig mit einer attraktiven Stoff-Alcantara-Mischung überzogen. Die Kombination aus zwei verschiedenen Farben wertet das Interieur noch weiter auf. Die Fotos zeigen die optionale Tierhaut-Ausstattung.

Der Innenraum im Rockton ist dagegen deutlich einfacher gestaltet worden, nicht zuletzt durch seinen Einsatzzweck, etwa im Grenzschutz. So wurden einige Rockton der vergangenen Generation an die Polizei ausgeliefert. Auf der Rückbank können drei Personen Platz nehmen und im Gegensatz zu anderen T-Baureihen können die fester arretierten Sitze nur nach Lösen der Schrauben verschoben werden. Die Oberfläche besteht hierbei aus einem besonders widerstandsfähigen Stoff. Ein massives Gitter trennt dabei den Kofferraum von den Kabinen. Alternativ lässt sich der Rockton auch ohne hintere Sitze ausstatten und ist damit dann ein optimales Gefährt, um nicht nur seine Motocross-Bikes zu transportieren, sondern auch sehr gut die teilweise unwegsamen Parkplätze an den Strecken zu befahren.

Motoren

Die Auswahl der Motoren ist bei den Sondermodellen PanAmericana und Rockton fast identisch:
Folgende Motoren kommen zum Einsatz…

Diesel 2.0 TDI mit
– 84 PS
– 102 PS
– 114 PS (neu im PanAmericana)
– 150 PS
– 204 PS

Benziner 2.0
– 150 PS
– 204 PS

Fahrverhalten

Doch wie lassen sich PanAmericana und Rockton fahren? Wie man es vom generellen T6 gewohnt ist, bleibt das Lenkverhalten sehr geschmeidig, wodurch das Manövrieren auf rutschigem Untergrund problemlos gelingt. Sollte man sich abseits der Straße befinden, so empfehlen wir die Daumen auf das Lenkrad zu legen und nicht einzuhaken, denn im Gelände kann das Lenkrad gerne mal ohne Vorwarnung umschlagen und möglicherweise das Daumengelenk auskugeln.

Der PanAmericana ist, wie bereits erwähnt, 20 mm höher gelegt als ein genereller Volkswagen Transporter. Dies ermöglicht leichtes Offroad Fahren, aber allzu übertreiben sollte man nicht. Der Allradantrieb 4Motion ist hier auch nur optional. Davon abgesehen ist die akustische Isolierung für dieses Fahrzeugsegment mehr als ordentlich. Die Federung des PanAmericana gleicht kleinere Schlaglöcher solide aus und ermöglicht eine angenehme Fahrt. Nur wer wirklich regelmäßig auch ins tiefere Gelände fahren muss, der wird sich wohl eher für den Rockton entscheiden, nicht nur wegen des Preises.

Dieser ist mit einer Höherlegung von 30 Millimetern und weiteren Schutzmöglichkeiten für die Karosserie geeigneter fürs Gelände. Dadurch kann man problemlos durch tiefere Wasserpfützen fahren. Ferner ist der Rockton serienmäßig mit dem Allradantrieb und mit einer Hinterachs-Differenzialsperre versehen, die man für extremere Offroad-Situationen nutzen kann. Der 4Motion Antrieb funktioniert wie bei anderen Volkswagen-Modellen mit der Haldex-Kupplung, d.h. gewöhnlich wird die Kraft an die Vorderräder übertragen, bei Bedarf/Schlupf dann mehr auch an die Hinterräder. Die höhere Sitzposition verleiht dabei eine bessere Übersicht. In puncto Lenkung unterscheiden sich PanAmericana und Rockton wenn nur minimal. Ebenfalls fahren sich beide Varianten ziemlich ähnlich, wobei der Rockton aufgrund seines geringeren Gewichtes (ohne Zuladung) sich ein wenig besser verhält, gerade im Gelände. Im Vergleich wirkt PanAnmericana eher wie ein modernes Lifestyle-Fahrzeug, während der Rockton ganz dem Transporter-Motto „form follows function“ folgt.

Abmessungen

Länge: 4,90 m
Breite: 2,30 m
Höhe: 1,97 m
Radstand: 3,00 m

Fazit: Die Sondereditionen des T6 Transporters PanAmericana und Rockton zeigen, dass der Crossover- und Allrad-Trend auch beim Bulli nicht Halt macht. Die Offroad-Schützer verleihen dem T6 einen modernen Look, das Mehr an Bodenfreiheit beruhigt das Gewissen im unwegsamen Gelände. Während der PanAmericana als Luxusversion mit allem Drum und Dran sogar über 70.000 Euro schießen kann, bleibt der Rockton bodenständiger und auch preislich genügsamer – und gleichzeitig noch geländegängiger. So handelt es sich beim PanAmericana eher um ein Lifestyle-Fahrzeug mit einem Mehr an Geländefähigkeit. Wer häufiger im schweren Gelände unterwegs ist und einen niedrigeren Preis und mehr Robustheit schätzt, der greift dann zum Rockton.

Autogefühl: ****

Text & Fotos: Autogefühl, Michel Weigel




One Response to VW T6 PanAmericana & Rockton Offroad-Testbericht

  1. Anthony says:

    I’m looking for VW caravel long wheel base silver

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